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Orgel und Rotwein: Doppelter Genuss in der Grimmaer Frauenkirche

Konzerte Orgel und Rotwein: Doppelter Genuss in der Grimmaer Frauenkirche

„Letzte Reife“ lautet das Thema beim nächsten „Orgel und Rotwein“-Konzert in der Grimmaer Frauenkirche. Auf dem Programm stehen am 30. April ab 20.30 Uhr Orgel- und Kammermusik, und zwar Spätwerke von Max Reger. Kantor Tobias Nicolaus sitzt diesmal selbst an der Orgel, mit dem Madalena Quintett aus Leipzig hat er sich aber auch Gäste eingeladen.

Lockt in diesem Jahr mit 34 Veranstaltungen – die Frauenkirche in Grimma.

Quelle: Foto (Archiv): Andreas Röse

Grimma. „Letzte Reife“- lautet das Thema beim nächsten „Orgel und Rotwein“-Konzert in der Grimmaer Frauenkirche und verspricht damit einen besonders edlen Tropfen zur ersten Veranstaltung der Reihe in diesem Jahr. Auf dem Programm stehen am Sonnabend ab 20.30 Uhr Orgel- und Kammermusik, und zwar Spätwerke von Max Reger. Kantor Tobias Nicolaus sitzt diesmal selbst an der Orgel, mit dem Madalena Quintett aus Leipzig (Jan Spangenberg/Klarinette, Elke Schächer/Violine 1, Andreas Böttger/Violine 2, Christian Beyer/Viola und Anna Sophie von Koch/Violoncello) hat er sich aber auch Gäste eingeladen. Im Kerzenschein erklingen dann Fantasie und Fuge op.135 b und das Klarinettenquintett op.146. Der Eintritt ist frei, Spenden am Ausgang sind willkommen.

Die Reihe reift – wie ein guter Wein – seit mittlerweile rund zehn Jahren. „Irgendwann einmal hat Roland Börger“ – Professor für Chordirigieren an der Musikhochschule Leipzig, seit 2010 mit Lehrauftrag für Orgel an der Hochschule für Kirchenmusik Halle – „bei einem Konzert angemerkt, ihm fehle noch etwas Rotwein“, erzählt Nicolaus. „Wahrscheinlich hat er damit gemeint, ich habe das Stück zu schnell gespielt, das gewisse Etwas fehle.“ Nicolaus überdachte daraufhin wahrscheinlich nicht nur sein Spiel, sondern nahm die Anregung auch wörtlich: In der Frauenkirche wird seitdem mehrmals im Jahr zu Orgel Rotwein eingeladen.

„Orgel und Fassbier könnte ich mir in einem sakralen Raum auch schlecht vorstellen“, scherzt der Kantor. Um beides zu kredenzen, lädt er auch schon mal andere Instrumentalisten ein, die selbst die Orgel, mit ihr zusammen oder neben ihr spielen. „Die meisten Kollegen kommen sehr gern“, sagt der Kantor, „Organist Matthias Eisenberg zum Beispiel ist schon zweimal dagewesen.“ Die Reihe habe sich damals relativ schnell etabliert, die Besucherzahlen in den Orgelkonzerten seien durch die besondere Note gestiegen, freut er sich. Und unter den 40 bis 120 Gästen seien nicht nur Grimmaer – sogar aus Leipzig, wo es an kulturellen Veranstaltungen nun wahrhaftig nicht mangelt, kämen die Musik-(und Wein-)Freunde. Manche seit Langem regelmäßig. „Zuerst ist es Neugier auf etwas Neues, dann Gewöhnung und schließlich bleibt der ,weiche’ Kern, denn mit Härte ist in der Musik nicht viel zu machen“, besagen Nicolaus’ Erfahrungen.

Die Musikfreunde dürfen sich am Samstag zum guten Biotropfen auf Werke von Reger freuen. Dessen 100. Todestages wird in diesem Jahr gedacht, weshalb, so der Kantor, Regers vier Kirchenkantaten im Laufe des Jahres in Konzerten und Gottesdiensten zur Aufführung kommen, ebenso wie bedeutende Instrumental- und A-capella-Musik. Der Komponist, Organist, Pianist und Dirigent, 1873 in der Oberpfalz geboren, war am 11. Mai 1916 in Leipzig gestorben, wohin er 1907 zum Universitätsmusikdirektor und Professor am Königlichen Konservatorium berufen worden war. Berühmtheit erlangte Reger vor allem durch seine Kompositionen für Orgel, aber auch in den Bereichen Kammermusik hat er Bedeutendes geleistet. Das vom Madalena Quintett angekündigte Klarinettenquintett op.146, Regers letztes vollendetes Werk, ist eines von Nicolaus’ Lieblingsstücken. „Viele Komponisten durchlaufen – um beim Wein zu bleiben – eine Art Gärungsprozess“, verrät er, was ihm am Spätwerk Regers gefällt. „Am Anfang wollen sie viel, vielleicht zu viel. Später wird die Musik leichter fassbar, ist nicht so extrem in ihrer Dynamik.“

Manchmal lädt Nicolaus fünfmal im Jahr zu Orgel und Rotwein ein. Wobei er übrigens selbst eher einen spritzigen Weißwein bevorzuge. „Von Rotwein bekomme ich Kopfschmerzen“, bekennt Nicolaus. Diesmal stehen lediglich zwei Konzerte im Programm. Am 8. Oktober wird Nicolaus an der Orgel nach Zuhörerwünschen improvisieren. „Das ist ein bisschen mein Steckenpferd“, sagt er. Dafür nimmt der 49-Jährige noch Unterricht im Improvisieren. Seinen Lehrer Wolfgang Seifen kann man im September bei „Orgel und Film“ erleben, wenn er zu Murnaus Stummfilm „Faust – eine deutsche Volkssage“ (1926) improvisiert. Denn nur zwei Orgel-Rotwein-Konzerte bedeuten ja nicht, dass die Eule-Orgel von 1928 den Rest des Jahres schweigt. „Wir haben auch Orgelkonzerte, in die die Rotwein-Komponente nicht passt“, erklärt Nicolaus. Zudem müsse sich die Reihe in den Gesamtmusikkalender der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde Grimma einordnen, und die lockt in diesem Jahr mit immerhin 34 Veranstaltungen – vom großen Oratorium bis zu Kindermusical und Jazz.

Von Ines Alekowa

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