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Ortschaftsrat fordert endgültiges Parkverbot für Erdmannshain

Nach Testphase Ortschaftsrat fordert endgültiges Parkverbot für Erdmannshain

Ein Streitpunkt bleiben die abgestellten Autos an der Erdmannshainer Ortsdurchfahrt im Bereich des Wohngebiets Zur Plagbreite. Ein Halteverbot auf Probe erbrachte laut städtischem Ordnungsamt, dass sich keine eindeutige Verbesserung der Lage ergeben hat. Der Ortschaftsrat will diese Einschätzung aber nicht akzeptieren und kritisiert die Behörden.

Die Testphase ist vorbei, jetzt darf an der Kreisstraße wieder geparkt werden. Tagsüber ist das weniger ein Problem, weil überholende Autos bei plötzlichem Gegenverkehr Lücken finden. Morgens, wenn Kinder zur Schule gehen, und nachts birgt die Strecke aber Gefahren.

Quelle: Frank Pfeifer

Naunhof/Erdmannshain. Ein Streitpunkt bleiben weiter die abgestellten Autos an der Erdmannshainer Ortsdurchfahrt im Bereich des Wohngebiets Zur Plagbreite. Ein Halteverbot auf Probe erbrachte laut städtischem Ordnungsamt, dass sich keine eindeutige Verbesserung der Lage ergeben hat. Der Ortschaftsrat will diese Einschätzung aber nicht akzeptieren und kritisiert die Behörden.

Wer von Naunhof nach Albrechtshain fährt, passiert in der Regel kurz vor dem Ortseingang von Eicha Autos, die am rechten Straßenrand stehen. Über die Nacht hinweg bilden diese oft eine lange Schlange, denn sie gehören den Bewohnern der Plagbreite. Da die Kreisstraße einen leichten Schwenk nach rechts macht, kann der Fahrer schwer erkennen, ob er eine Lücke finden wird, in die er bei Gegenverkehr einscheren kann. Und ob Gegenverkehr kommt, ist zu Beginn des Überholvorgangs nicht auszumachen, weil am Ende der abgestellten Autos die Straße eine starke Linkskurve macht.

Der Ortschaftsrat Erdmannshain/Eicha/Albrechtshain drängt deshalb schon seit zwei Jahren auf ein Parkverbot in diesem Bereich. Erst in diesem Sommer lenkte die Straßenverkehrsbehörde des Landkreises ein und erlaubte einen Test. Vom 8. August bis 30. September wurden zwei jeweils 20 bis 25 Meter lange Halteverbotszonen eingerichtet. Zwischen ihnen und außerhalb durften weiter die Autos parken.

Gleich zu Beginn der Probephase wurden die Halteverbotsschilder von Unbekannten verrückt. Das städtische Ordnungsamt brachte deshalb Markierungen auf der Fahrbahn an, um solche unerlaubten Eingriffe fortan zu unterbinden. Außerdem kontrollierte die Behörde sehr oft, ob es zu Verstößen gegen die Parkordnung kam. Verwarnungen wurden selten ausgesprochen.

Im Ordnungsamt, so Sachbearbeiterin Cathrin Naumann, gingen zwei schriftliche Hinweise von Anwohnern ein. Eine Familie sprach sich für ein Parkverbot aus, eine andere Frau dagegen. Es hätte noch zahlreiche mündliche Wortmeldungen von der Plagbreite gegeben, in denen Parkverbote abgelehnt wurden.

Die Straßenverkehrsbehörde habe aus der Testphase kein eindeutiges Ergebnis mit einer abschließenden Schlussfolgerung abgeleitet, konstatierte Naumann. Und weiter: „Eine eindeutige Verbesserung beziehungsweise Änderung der gegebenen Verkehrslage kann letztlich nicht festgestellt werden.“

Dennoch bat Ordnungsamtsleiter Daniel Brcak den Ortschaftsrat um seine Meinung, die in eine Entscheidung einfließen soll. Und diese Meinung war eindeutig: An der Plagbreite muss es ein Parkverbot geben, da geht das Parlament keine Kompromisse ein.

„Der ganze Test war nicht sinnvoll“, meinte Ortsvorsteher Jan-Walter Heikes von der Wählervereinigung Erdmannshain (WVE). „Die Kontrollen erfolgten tagsüber, als die Bewohner auf Arbeit waren und nur wenige Autos an der Straße standen.“ Außerdem nütze es nichts, das Halten in nur zwei Bereichen zu verbieten und dazwischen zuzulassen. Busse und Lastwagen mit Hängern hätten bei Gegenverkehr in dieser Lücke keinen Platz gefunden.

Dem Rat geht es nicht nur um die Autofahrer, wichtiger noch ist ihm die Sicherheit der Kinder. „In der Probephase wurde das Parken ausgerechnet in dem Abschnitt erlaubt, wo die Straße aus dem Wohngebiet in die Kreisstraße mündet“, erläuterte Heikes gegenüber der LVZ. „Das Ordnungsamt hätte früh morgens nach dem Rechten schauen müssen, wenn die Kinder, die zum Schulbus wollen, die Fahrbahn queren. Wenn auch nur ein Kind irgendwann einen Unfall hat, ist das eines zu viel.“

Das Landratsamt gehe davon aus, dass eine Scheingefahr nicht ausreicht, um Einschränkungen beim Parken vorzunehmen, wandte Naumann ein. Jürgen Leutbecher (WVE) hielt dagegen, es seien mindestens 25 Leute bei ihm gewesen, die gefordert hätten, mindestens ein Parkverbot im Ausmaß der Testphase dauerhaft einzurichten. Ortsvorsteher Heikes dazu: „Das reicht nicht. Wir brauchen eins über die ganzen 200 Meter, beginnend vor der Straße Zur Plagbreite und bis zur Linkskurve an der Kindertagesstätte. Brcak zeigte sich skeptisch: „Ohne eine Entscheidung vorwegnehmen zu wollen, gehe ich davon aus, dass die beiden Halteverbotszonen des Tests das Maximale sind, was sich erreichen lässt.“

Die Abgeordneten waren sich einig, dass die Bewohner der Plagbreite ihre Autos unweit auf dem öffentlichen Parkplatz am Gasthof abstellen sollten, wenn es am eigenen Haus nicht möglich ist. Leutbecher erwähnte, dass im Wohngebiet auch noch sechs bis acht Stellflächen jede Nacht frei wären. Weil sie aber eine Gebühr kosten, würden die Autos draußen auf der Ortsdurchfahrt geparkt. Thomas Heyne, der als Zuschauer die Sitzung verfolgte, sprach sich für ein Halteverbot auf der Kreisstraße aus und regte an, zwei Kurzzeitparkplätze für 30 Minuten einzurichten, damit die Anwohner ihre Wagen be- und entladen können.

Ein anderer Dauerbrenner, an den Einwohner Stefan Nagel erinnerte, hat sich nach Auskunft der Stadtverwaltung erledigt. In einer Seitenscheibe der Bushaltestelle, die sich im Bereich der Plagbreite befindet, hatten sich nachts die Scheinwerfer gespiegelt. So trauten sich manche Fahrer nicht, die parkende Autoschlange zu überholen, weil sie in den eigenen Lichtern einen Gegenverkehr vermuten. Deshalb forderte der Ortschaftsrat laut Heikes zwei Jahre lang eine entspiegelnde Folie für die Scheibe. „Sie wurde bereits angebracht“, so Stadtsprecherin Anja Lohn im Nachgang.

Von Frank Pfeifer

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