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Grimma Ortsdurchfahrt könnte 2020 saniert werden
Region Grimma Ortsdurchfahrt könnte 2020 saniert werden
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04:55 03.11.2018
Trotz erster Erfolge bleibt Reinhild Melcher am Ball und schreibt weiter Briefe mit der Bitte um Unterstützung. Sie und andere Anwohner wollen für Brummis eine Tempo-30-Zone und ein Nachtfahrverbot in der Leipziger Straße. Quelle: Thomas Kube
Naunhof

Eine Sanierung der Leipziger Straße in Naunhof erachtet der Landkreis als dringend erforderlich. Er wird die Ortsdurchfahrt am 1. Januar kommenden Jahres vom Freistaat übernehmen, schiebt aber schon vorher die Planung für die Instandsetzung an. Dafür hatten Anwohner lange gestritten.

Bewohnerin macht seit elf Jahren Druck

Im August ließen sie zuletzt in der LVZ Dampf ab, daraufhin berichtete auch das Fernsehen über ihre Forderungen. Reinhild Melcher (72) hielt seitdem ihre Füße nicht still. Sie sprach bei Landrat Henry Graichen (CDU) vor, der nach ihren Worten seine Unterstützung zusagte. „Er hat unser Anliegen wohlwollend aufgenommen“, rekapituliert sie.

Eine Anfrage in der Kreisbehörde ergab nun, dass tatsächlich Bewegung in die Sache kommt. „Der Landkreis Leipzig wird wegen der Dinglichkeit bereits in diesem Jahr den Planungsauftrag für den grundhaften Ausbau vergeben, obwohl wir derzeit noch nicht in der Verantwortung als Baulastträger sind“, lässt Sprecherin Brigitte Laux wissen. Melcher wertet das als „Erfolg nach elf Jahren Kampf.“

Straße verbindet Großsteinberg und Naunhof mit A14

Vorschnelle Erwartungen dämpft Laux jedoch. Insgesamt würde die Staatsstraße 46 auf einer reichlich zehn Kilometer langen Strecke zur Kreisstraße herabgestuft – von der Kreuzung mit der S 49 in Großsteinberg am See über die Bahnhofstraße und Leipziger Straße in Naunhof bis zum Autobahnzubringer (S 43), und etwas weiter westlich von diesem über Fuchshain und Großpösna bis Liebertwolkwitz. Sanierungen in dieser Größenordnung, zumal bei Ortsdurchfahrten, seien recht komplex.

„Um Baurecht herzustellen, führt der Weg über verschiedene Planungsstufen (Entwurfs-, Genehmigungs- und Ausführungsplanung). Diese dienen dazu, die Belange und Interessen von Anliegen, Anwohnern, Leitungsträgern (Versorgern) und Kommune zu erfassen und abzustimmen“, so Laux. „Zudem werden auch Maßnahmen wie Erneuerungen oder Reparaturmaßnahmen von Versorgungsleitungen und Ähnliches berücksichtigt. Erfahrungsgemäß braucht es seine Zeit, das Baurecht herzustellen.“

Baubeginn frühestens 2020

Auf alle Fälle müssen nach ihren Worten mehrere Bauabschnitte gebildet werden. Zu berücksichtigen seien dabei alle gültigen Vorschriften und Richtlinien, darunter der Lärmschutz. Deshalb könne sicher nicht vor den Jahren 2020/21 mit dem Bau begonnen werden.

Für die Umstufung hat der Freistaat einen Vertrag mit dem Landkreis geschlossen, erklärt Nicole Wernicke vom Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv). Darin sei auch festgelegt, dass der neue Baulastträger die Sanierung übernimmt. Dafür werde er „monetär befriedigt“. Das heißt, der Landkreis erhält Fördermittel vom Freistaat. Die nötigen Eigenmittel deckt ebenfalls der Freistaat. Also entstehen dem Landkreis keine Kosten.

Naunhofer durch Lkw-Verkehr belastet

Die Forderungen der Anwohner nach Übergangslösungen bestehen indessen weiter. Sie stört vor allem der Lastwagen-Verkehr, der sie früh aus dem Bett schreckt und der schon Schäden an Häusern hinterlassen hat. Deshalb fordern sie, solange noch keine Instandsetzung erfolgt ist, für Brummis eine Tempo-30-Zone und ein Nachtfahrverbot sowie eine Ampel für die Rathauskreuzung. Reinhild Melcher schrieb jetzt Fachleute der Uniklinik Leipzig an, ob sie Möglichkeiten sehen, ein Promotionsthema hinsichtlich der Gefahren durch Lärm und Abgase zu vergeben. „Eine Antwort steht noch aus“, sagt sie.

Kommune arbeitet an gradliniger Ortsumgehung

Tempolimit und Nachtfahrverbot will das Lasuv erst prüfen, wenn die überörtliche Bedeutung der Straße entfällt. Voraussetzung dafür wäre, die Nordstraße zu verlängern und damit eine geradlinige Ortsumgehung von der Großsteinberger Straße zur Straße des 9. November und weiter zum Autobahnzubringer zu schaffen. Die Planung und das Finden einer geeigneten Trasse, so Wernicke, obliegt der Stadt. Laut dem amtierenden Bauamtsleiter Thomas Hertel arbeitet die Kommune am Vorhaben und will Mitte nächsten Jahres eine Variante vorlegen. 

Von Frank Pfeifer

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