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Grimma Ortsvorsteher Heikes: Abgestellte Autos in Eicha gefährden Kinder
Region Grimma Ortsvorsteher Heikes: Abgestellte Autos in Eicha gefährden Kinder
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09:00 29.05.2016
Entlang der Naunhofer Straße parken die Autos. Wer aus Erdmannshain kommt, muss sie in der leichten Rechtskurve passieren, was bei Gegenverkehr nicht möglich ist. Ortsvorsteher Heikes sieht hier eine hohe Unfallgefahr. Quelle: Andreas Döring
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Naunhof/Eicha

„Ich möchte nicht daran schuld sein, wenn hier das erste Kind verunglückt“, sagt Ortsvorsteher Jan-Walter Heikes von der Wählervereinigung Erdmannshain. Er steht in Eicha, genau da, wo nach seinen Befürchtungen irgendwann einmal ein Mädchen oder Junge von einem vorbeifahrenden Auto erfasst werden könnte. Seit langem versucht er, die Lage zu entschärfen. Doch das Landratsamt sieht keinen Handlungsbedarf.

Entlang der Naunhofer Straße, die im leichten Bogen nach Albrechtshain führt, liegt rechterhand das moderne Wohngebiet Zur Plagbreite. Die Eigenheime entstanden gemäß der gesetzlichen Norm, wonach jede Familie einen Stellplatz für ihr Auto haben muss. „Heutzutage besitzen aber die meisten zwei Wagen“, sagt Heikes. Und für die reiche der Platz im Wohngebiet nicht aus.

Also werden sie draußen abgestellt auf der Hauptstraße, die durch die langgestreckte Ortslage von Erdmannshain über Eicha nach Albrechtshain führt. Aufgereiht stehen sie dort vom Abend bis zum Morgen. An ihnen lässt sich nur vorbeikommen, wenn kein Gegenverkehr die restliche Fahrbahn in Anspruch nimmt.

Scheingefahr auf dem Schulweg

„Morgens schlüpfen die Schulkinder zwischen den parkenden Autos durch, um zur Bushaltestelle auf der anderen Straßenseite zu gelangen“, erläutert Heikes. „Sie sind dabei nicht immer so vorsichtig, sondern rennen auch mal drauf los. Die Gefahr besteht, dass sie ein Auto erfasst, das gerade an den stehenden Wagen vorbei nach Albrechtshain fährt.“ Deshalb fordert der Ortsvorsteher: „Dort muss ein Halteverbot hin!“

Das Landratsamt, für die Kreisstraße zuständig, stellt auf Anfrage zunächst klar, nach gegenwärtiger Rechtslage sei das Parken im betreffenden Bereich jedermann gestattet. Die Restfahrbahnbreite neben den parkenden Autos betrage 3,50 Meter, was ausreichen würde. Am Tage seien entgegenkommende Autos, in der Nacht deren Scheinwerfer erkennbar. Unfälle seien seit 2011 nicht passiert.

Eine Scheingefahr reicht laut Landkreis-Sprecherin Brigitte Laux nicht aus, um etwas zu ändern. „Die Möglichkeit, dass Kinder zwischen geparkten Fahrzeugen die Fahrbahn betreten, ist in allen Bereichen mit parkenden Fahrzeugen gegeben. Hier ist neben einer bestehenden Aufsichtspflicht der Eltern jeder Kraftfahrer zur besonderen Rücksicht verpflichtet, wenn sich Kinder in diesem Bereich aufhalten“, teilt sie mit. Im konkreten Fall bestehe keine Störung oder Gefährdung der Verkehrssicherheit, somit kein Parkverbot ausgewiesen.

Jan-Walter Heikes kann so eine Antwort nicht nachvollziehen. Er zeigt auf die Autos, die gerade in Richtung Albrechtshain unterwegs sind. „Hier vor Ort zeigt sich doch gerade, wie wenig das Landratsamt die wirkliche Situation real einschätzt“, meint er. In einem Brief an die Stadt Naunhof habe die Kreisbehörde davon gesprochen, die Lage werde durch die parkenden Autos sogar entschärft, weil deren Fahrer wegen des eingeschränkten Platzes den Fuß vom Gaspedal nehmen würden. „Hat hier jetzt etwa jemand abgebremst?“, fragt er. In der Tat sieht es eher so aus, als würden die meisten so zügig wie möglich die Engstelle passieren wollen.

Alternative Parkmöglichkeiten

Für Heikes wäre es ohne weiteres möglich, wenn die Autos unweit auf dem öffentlichen Parkplatz des Gasthofs Eicha abgestellt würden. „Die Leute sind einfach nur zu faul, die 150 Meter nach Hause zu laufen“, meint er. In einem Schreiben der Straßenverkehrsbehörde des Landratsamtes ans Naunhofer Ordnungsamt, das der LVZ vorliegt, heißt es jedoch, fehlender Parkraum mindere die Aufenthalts- und Wohnqualität. Auf die Parker kämen dauerhafte Mehrwege und ein erhöhter Zeitaufwand zu. Außerdem könne die zwangsmäßige Nutzung des Parkplatzes der Gaststätte schaden.

Auf ein weiteres Problem verweist Heikes an der Straße. „Wer in der Dunkelheit an den parkenden Autos vorbeifährt, sieht in der Ferne seine eigenen Scheinwerfer, die sich im Buswartehäuschen spiegeln“, sagt er. „Wer das nicht weiß, denkt, es kommt Gegenverkehr, und ist zusätzlich verunsichert. Deshalb sollte die Scheibe unbedingt mit einer entspiegelnden Folie versehen werden.“

Für diese Frage ist die Kommune zuständig. Pressesprecherin Anja Lohn kennt sie von häufigeren Diskussionen aus dem Ortschaftsrat. Es seien bereits Büsche vor dem Wartehäuschen gepflanzt worden, die die Scheibe eines Tages verdecken sollen. „Die Stadt sieht in dieser Lösung die optisch geschmackvollere“, teilt Lohn auf Anfrage mit.

Von Frank Pfeifer

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