Volltextsuche über das Angebot:

2 ° / -5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Paintballer haben Macherner Tresenwald-Areal im Visier

Freizeitvergnügen mit Farbpatronen Paintballer haben Macherner Tresenwald-Areal im Visier

Am Rande des Macherner Tresenwaldes soll nach den Plänen eines privaten Investors eine Paintball-Anlage errichtet werden. Im Visier ist dafür das Gelände der ehemaligen Vermittlungsstelle der Deutschen Post.

Modernes Räuber-und Gendarm-Spiel: Paintballer haben sich ein Gelände am südlichen Rande des Macherner Tresenwaldes als Trainingsareal auserkoren.

Quelle: LVZ

Machern. Ein Leipziger Unternehmer trägt sich mit der Absicht, am Rande des Macherner Tresenwaldes ein Eldorado für Paintballer zu errichten. Bei dem Gelände handelt es um die ehemalige Vermittlungsstelle der Deutschen Post, die nach einem Beschluss des Nationalen Verteidigungsrates der damaligen DDR zur „Sicherstellung der Nachrichtenversorgung“, wie es hieß, errichtet wurde. „Das Gelände liegt für uns ideal. Es befindet sich weitab vom Schuss. Häuser gibt es nicht in der Nähe“, untermauert Pierre Rötsch sein Interesse. Der Messestädter ist seit Jahren Anhänger des Freizeitsports mit Softair-Waffen. „In Leipzig betreiben wir bereits eine Anlage.“ Die logistischen Voraussetzungen in Machern würden ihm allerdings besser gefallen.

In der Gemeinde stellte Rötsch seine Ambitionen bereits vor. Auch ein Konzept zur Umnutzung des ehemaligen Telekom-Gebäudes legte er vor. Der Unternehmer könnte sich gut vorstellen, die Fläche am südlichen Rand des Tresenwaldes auch als Wettkampfstätte zu nutzen. „Es gibt mehrere Ligen, in denen wir antreten.“ So würden sich die großen Wiesenflächen, die das Areal bietet, als Spielfeld der Deutschen Paintball-Liga eignen.

Früher wurde das Gelände von Hunden bewacht

Das Areal dümpelt seit Jahren vor sich hin. Ein massiver Gebäudekomplex, der sich hinter Zäunen verbirgt und früher von Volkspolizisten mit Hunden bewacht wurde, lässt noch immer erahnen, wie wichtig die Übertragungsstelle den Post-Oberen war. Rund 20 Angestellte sollen hier tätig gewesen sein. Gearbeitet wurde im Dreischichtsystem. Auch militärische Aufgaben im Rahmen der „Landesverteidigung“ wurden der Übermittlungsstelle zugeschrieben. Mit der Wende ging die Fläche samt Immobilien an die Bundespost über, die 2002 den Betrieb einstellte. Später gehörten die Flurstücke einer Tochtergesellschaft der Deutschen Telekom. Aktueller Eigentümer ist die Leipziger Stadtbau Immobilien GmbH.

„Unsere Mitgliederzahlen in Leipzig sind steigend“, berichtet Rötsch über wachsenden Zulauf. Deshalb wolle man sich in Machern mit einem größeren Gelände für den Zuspruch rüsten. „Viele bringen, gerade auch an den Wochenenden, ihre Kinder und Partner mit.“ Zunehmend begeistere der Sport auch Frauen. „Von Kriegsspielen distanzieren wir uns, Paintball ist eher Räuber-und-Gendarm-Spielen für Erwachsene.“ Es seien Teamgeist, Taktik und Köpfchen gefragt. Gesetzesänderungen würden es inzwischen auch erlauben, dass schon Kinder mit Farbpatronen Jagd auf Gegenspieler machen. „Theoretisch ist das ab neun Jahren möglich. Wir würden diesen Freizeitspaß aber erst aber zwölf Jahren anbieten, weil die Kinder erst dann in der Lage sind, Anweisungen zu folgen.“

Bei dem Areal handelt es sich um ein sensibles Gebiet mit Spaziergängern, Erholungssuchenden und einem Golfplatz in der Nähe. Paintball darf in Deutschland nur auf privatem Gelände gespielt werden. Niemand werde im Tresenwald mit Farbmunition durchs Unterholz ballern. „Wir würden uns nur innerhalb des bereits umzäunten Bereiches aufhalten. Dort ist angedacht, ein Spielfeld der Deutschen Paintball-Liga und zwei kleinere Spielfelder für Anfänger und Hobbyspieler anzulegen.“ Auch Platz für zwei weitere Beachvolleyballfelder wäre vorhanden. „Die Halle bietet zudem ideale Voraussetzungen, einen Indoor-Spielplatz zu errichten.“ Unter der Woche könnten Kindergeburtstage stattfinden. „Auch für Firmen eignet sich Paintball unterm Stichwort Teambildung.“

Erhöhtes Verkehrsaufkommen befürchtet

Obwohl einige Macherner Kommunalpolitiker offen zugaben, sich unter Paintball nichts vorstellen zu können, ging eine erste Probeabstimmung zugunsten der Antragsteller aus. „Mich werdet ihr dort nicht sehen. Aber ich stehe dem Vorhaben nicht im Wege“, meinte Vize-Bürgermeister Klaus Zaspel (CDU). Bedenken wurden vor allem zur Zufahrt und einem möglicherweise erhöhten Verkehrsaufkommen laut. „Mit wie vielen Leuten muss man auf der Anlage rechnen“, wollte Gemeinderätin Monika Alexandrow wissen. „ An Wochenenden rund 100“, gab Rötsch Auskunft. Der Verein selbst, der von den Leipzigern betrieben wird, zähle rund 40 Mitglieder. Derzeit führt nur eine Betonstraße von der B 6 Richtung Tresenwald. Die Zufahrt schrecke die neuen Nutzer nicht. „Der Sport spielt sich oft auf abgelegenen Flächen ab. Paintballer sind solche Hoppelwege gewöhnt.“

Neun Gemeinderäte konnten sich eine Unterstützung des Vorhabens schließlich vorstellen - bei nur einer Gegenstimme. Um die Pläne weiter voranzutreiben, muss die Kreisentwicklung ins Boot, betonte Hanka Lesser von der Macherner Bauverwaltung. Nächster Schritt wäre dann der Abschluss eines städtebaulichen Vertrages zwischen den Paintballern und der Kommune, um die Kosten eines nötigen Bebauungsplanverfahrens zu regeln. Auch das Gelände muss noch von der Stadtbau erworben werden, der jedoch ein großes Interesse am Verkauf nachgesagt wird. Auch ein Online-Handel für Paintball-Ausrüstung soll von Machern aus betrieben werden. Laut Konzept werde ein Umsatz von jährlich 750 000 Euro erwartet.

Von Simone Prenzel

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Grimma

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von LVZ.de spielen! mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • Angestupst
    Mikrologo Angestust

    Die aktuelle Förderrunde der Aktion „Angestupst“ von LVZ und Sparkasse Leipzig ist beendet. So haben Sie abgestimmt! mehr

  • LVZ-Fahrradfest
    Logo LVZ-Fahrradfest

    LVZ-Fahrradfest 2016: Sehen Sie hier einen Rückblick mit vielen Fotos von allen Starts, Videos und mehr. mehr

  • 24 Stunden in der Region

    Firmen und Unternehmen in der Region Leipzig stellen sich vor. mehr

  • TAW - Technische Akademie Wuppertal
    TAW  - Technische Akademie Wuppertal

    Ein Werbespecial der LVZ für die Technische Akademie Wuppertal mit Infos zum breitgefächerten Angebot. mehr

  • Zoo Leipzig
    Zoo Leipzig

    Infos und Events aus dem Zoo Leipzig sowie zahlreiche Bilder aller Vierbeiner und der geflügelten Zoobewohner. mehr

  • Asisi - Welt der Panoramen
    Panometer Leipzig: Alle Infos zum "Great Barrier Reef" und den weiteren Panoramaprojekten von Yadegar Asisi

    Erfahren Sie im Special von LVZ.de alles zum Great Barrier Reef im Panometer Leipzig und den asisi-Panoramen in Dresden. mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr