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Parthenstein kann mit Via Regia-Pfund wuchern

Parthenstein kann mit Via Regia-Pfund wuchern

Parthenstein/Großsteinberg. Dem, der meint, einen Königsweg gefunden, also ein Problem optimal gelöst zu haben, dürfte in der Regel nicht bewusst sein, dass er mit dieser alten Redensart Bezug auf das Mittelalter nimmt.

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Kartenleser: Die Mitglieder des Heimatvereins schauen sich den Verlauf der Via Regia an, bevor sie los wandern.

Quelle: Roger Dietze

Denn beim Königsweg handelt es sich um die Via Regia, einem gut 2000 Jahre alten Netz von Handelswegen, das sich schwerpunktmäßig vom spanischen Santiago de Compostela im Westen nach Osten (Baltikum, Weißrussland, Russland) über den Kontinent spannte. Ein Faden dieses Netzes verlief auch durch das heutige Parthenstein, wo die Via Regia derzeit den Namen "Hohe Straße" trägt und die Fluren dreier Ortsteile tangiert.

Auf dieser unterwegs waren nun die Mitglieder des Großsteinberger Heimatvereins. Dass dessen zweiter Vorsitzender, Rolf Langhof, ausgerechnet dieses Ziel angesteuert hat, war kein Zufall, denn die Via Regia soll sachsenweit stärker in das Bewusstsein gerückt werden. "Es ist eine einheitliche Beschilderung geplant", weiß Langhof, der unmittelbar nach Bekanntwerden der Pläne aktiv wurde. Mittlerweile hat die Sparkasse Muldental 250 Euro für ein regionales Beschilderungsprojekt auf das Konto des Heimatvereins überwiesen, und Bürgermeister Jürger Kretschel hat zugesagt, den Rest der entstehenden Kosten zu übernehmen.

Laut Langhof kann Parthenstein mit dem Pfund Via Regia besonders stark wuchern, weil das auf dem Höhenzug zwischen den beiden Staatsstraßen 49 (Höhe Kieswerk Pomßen) und 45 (kurz vor dem Ortseingang Grethen) verlaufende Teilstück der mittelalterlichen Handelsroute quasi noch in der Originalfassung vorliege. "Der Verlauf hat sich hier aus topografischen Gründen über alle Jahrhunderte hinweg nicht verändern können", so Langhof, der betont, dass die Hohe Straße auch den Namen "Alte Salzstraße" in Erinnerung daran trägt, dass auf ihr das weiße Gold von den Salinen in Halle ins Böhmische transportiert wurde.

Während heute Radfahrer und Wanderer die existierenden Via-Regia-Abschnitte selbstredend kostenfrei nutzen können, fielen im Mittelalter Mautgebühren an. "Die stellten quasi die Gegenleistung dafür dar, dass die Straße, die eine Gesamtlänge von rund 4500 Kilometer umfasste, unter dem Schutz des Königs stand, der in Zeiten des Raubritterwesens sogar Schutztruppen stellte", erläuterte Langhof seinen Vereinsmitgliedern. Die erfuhren ebenso, dass der Europarat die Via Regia vor acht Jahren zur Kulturstraße erklärte. Eine Kulturstraße, die spätestens mit Einsetzen der industriellen Revolution und im Zuge der Entwicklung der Eisenbahn und des Ausbaus der Wasserwege in der Bedeutungslosigkeit versank. Roger Dietze

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.09.2013

Dietze, Roger

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