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Grimma Parthenstein will drei neue Feuerwehrautos anschaffen
Region Grimma Parthenstein will drei neue Feuerwehrautos anschaffen
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00:19 17.07.2017
Beim Feuerwehreinsatz muss es schnell gehen. Mit den neuen Fahrzeugen für Parthenstein sollte das kein Problem sein. Quelle: dpa
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Pathenstein

„Wenn wir die neuen Fahrzeuge bekommen, ist unsere Einsatzbereitschaft für die nächsten 25 Jahre gewährleistet“, urteilt der Parthensteiner Gemeindewehrleiter Sven Medicke. Er sieht die Wünsche seiner Truppe erfüllt im Brandschutzbedarfsplan, den die Kommune jetzt fortschrieb. Alles in Sack und Tüten ist aber erst, wenn der Landkreis den Daumen hebt.

Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos) will das Dokument demnächst zum Abnicken nach Borna schicken. Der Bedarfsplan, der Ziele bis 2022 absteckt, gilt als Grundlage dafür, dass die Gemeinde Fördermittel bei Anschaffungen erhalten kann. Denn ohne finanzielle Zuwendungen würde es ihr viel schwerer fallen, die gewünschten Investitionen zu tätigen.

Die Investitionen

Gleich drei neue Fahrzeuge will sich die Gemeinde leisten. Nachdem Grethen Ende Juli vergangenen Jahres ein modernes Löschfahrzeug für 250 000 Euro erhalten hat, darf sich Klinga als nächstes über eine Verbesserung des Fuhrparks freuen. 2018 soll dort ein Mannschaftslöschfahrzeug (MLF) eintreffen. Zwei Jahre später bekommt Pomßen ein ebensolches. Und für Großsteinberg gibt’s 2022 entweder ein Tragkraftspritzenfahrzeug mit Wassertank oder einen Logistik-Gerätewagen (GW-L), mit dessen Hilfe Wasser über lange Wegstrecken befördert werden kann. Jedes MLF wird mit 120 000 Euro bezuschusst, ein GW-L mit 46 000 Euro. „Das heißt, die Gemeinde muss kräftig in die eigene Tasche greifen“, sagt Kretschel.

Im Hauptausschuss der Gemeinde kam der Vorschlag, die Fahrzeugbeschaffung zeitlich zu schieben, um andere wichtige Vorhaben, wie die Sanierung der Ortsdurchfahrt Grethen, nicht zu gefährden. Er fand aber keine Mehrheit. Am Ende stellte sich der gesamte Gemeinderat hinter den Brandschutzbedarfsplan.

Diesen hatten im Vorfeld Gemeindewehrchef Medicke, der zugleich den Grethener Floriansjüngern vorsteht, mit den anderen Ortswehrleitern besprochen. Zum Investitionskatalog gehört außerdem, in Gebieten mit geschlossener Bebauung, wo der Grundschutz nicht sichergestellt ist, Löschwasserteiche oder -brunnen anzulegen beziehungsweise vorhandene Gewässer zu sanieren oder wiederherzustellen.

Der weitergehende Wunsch

In dem Plan bittet die Feuerwehr außerdem darum, ihr ehrenamtliches Engagement besser als bisher zu würdigen. Zurzeit erhalten laut Bürgermeister nur die Wehrleitungen geringe Aufwandsentschädigungen. „Die Kameraden bekommen lediglich einen Aufwandsausgleich, wenn sie zu Einsätzen ausgerückt sind“, sagt Kretschel. Nunmehr stellte die Wehr eine Liste auf, in der sie ihre Ideen zum Ausdruck bringt.

Dazu zählt unter anderem, dass die Gemeinde angemessene Aufwandsentschädigungen gewährt sowie in die Kameradschaftskasse einzahlt. Sie wird angehalten, Dankeschön-Veranstaltungen zu initiieren. Außerdem sollen der Bürgermeister und die Abgeordneten Veranstaltungen der Feuerwehr besuchen. Angesprochen werden auch Belobigungen und Beförderungen, Ehrungen von Dienstjubiläen und Würdigungen mit Ehrenzeichen.

Das Versprechen

Für den Bürgermeister steht die finanzielle Ausstattung der Feuerwehr nach eigenem Bekenntnis an vorrangiger Stelle. „Neben Grundschule und Kindereinrichtungen gehört dieser Bereich zu den Pflichtaufgaben, die wir erfüllen“, verspricht er. „Solange wir freiwillig in ein Sportlerheim wie das Großsteinberger investieren können, muss das machbar sein. Die Feuerwehr hat bei uns einen hohen Stellenwert.“

Mit dem Gemeinderat will Kretschel über eine bessere Würdigung der Feuerwehrarbeit sprechen. Denkbar sei für ihn eine Dankeschön-Veranstaltung extra für diese Truppe; eine gemeinsame Feier mit anderen Ehrenamtlern lehnt er aber ab. „Schließlich riskieren die Einsatzkräfte der Wehr Leib und Leben“, streicht er die Besonderheit heraus. Ins Parlament will er außerdem die Diskussion über eine Entschädigungssatzung und eventuell über die sogenannte Feuerwehrrente tragen.

Die personelle Entwicklung

Momentan versehen 72 Männer und Frauen ihren aktiven Dienst in der Parthensteiner Feuerwehr, der Altersdurchschnitt liegt zwischen 35 und 40 Jahren. Die Truppe will deshalb höchstes Augenmerk auf die Nachwuchsgewinnung legen. Diese beginne mit der Brandschutzerziehung der Kinder und Jugendlichen in Kitas und Schulen – angestrebt werden Kooperationen. Der Öffentlichkeitsarbeit in den Medien wird eine große Bedeutung beigemessen.

Um die Tageseinsatzbereitschaft aufrecht zu erhalten, müssen stets zwei Ortsfeuerwehren alarmiert werden, bei Gebäudebränden sogar alle vier. Damit ihre Zusammenarbeit bestens gelingt, werden mindestens vier gemeinsame Ausbildungsdienste pro Jahr vorgesehen. In Grethen und Klinga befinden sich gegenwärtig genügend Kräfte mit den angestrebten Qualifikationen im Einsatz, in Großsteinberg und Pomßen soll noch darauf hingewirkt werden.

Von Frank Pfeifer

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