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Grimma Parthensteiner Bürgerinitiative übergibt offenen Brief an Landrat
Region Grimma Parthensteiner Bürgerinitiative übergibt offenen Brief an Landrat
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14:20 19.05.2015
Offener Brief und 500 Unterschriften: Peter Hoffmann (l.) übergibt die Dokumente im Beisein von BI-Mitgliedern an Landrat Gerhard Gey. Quelle: Roger Dietze

Am Vormittag überbrachten Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) "Gegenwind Parthenstein", denen sich Gemeinderat Matthias Constantin (FDP) angeschlossen hatte, dem ersten Mann im Kreis einen offenen Brief, dem sie knapp 500 Unterschriften von unmittelbar von den Plänen betroffenen Einwohnern beigefügt hatten.

In dem Dokument legt die BI noch einmal klar, dass sie erneuerbare Energien nicht grundsätzlich ablehne. Sie mahnte jedoch an, dass diese menschenverträglich und umweltfreundlich zum Einsatz kommen müssten. Ferner baten die BI-Mitglieder und die Unterzeichner den Landrat, den Sachverhalt zu prüfen und dem Antragsverfahren nicht zuzustimmen. BI-Sprecher Peter Hoffmann wiederholte gegenüber Gey seine Kritik an der Gemeinderatssitzung vom 30. Januar, bei der am Ende keine Mehrheit für die Haba-Pläne gefunden und diese somit seitens der Kommune abgelehnt wurden. "Vor der Abstimmung durfte keiner der anwesenden Bürger seine Meinung äußern, unter Demokratie stellen wir uns etwas anderes vor", sagte er.

Demgegenüber führte der Landrat aus, dass bei der derzeit laufenden Überarbeitung der Regionalplanung, durch die unter anderem der künftige Umgang mit Windkraftanlagen geregelt werde, auch die Stimmen von Bürgerinitiativen Gehör finden sollen. "Nach Lage der Dinge wird mit der überarbeiteten Regionalplanung 2015 eine Grundlage für die künftige geordnete Planung von Windkraftanlagen in der Region vorliegen", kündigte er an. Der Kernpunkt dabei werde sein, dass Bereiche ausgewiesen werden sollen, in denen - und nur in denen - die Errichtung solcher Anlagen möglich sein wird. Für das konkrete Anliegen der BI bedeute dies, dass selbst für den Fall, dass Haba-Beton zeitnah einen Bauantrag stellen würde, sich die Kreisbehörde aller Wahrscheinlichkeit nach erst auf der Grundlage der überarbeiteten Rahmenbedingungen mit diesem Vorhaben beschäftigen würde. "Unabhängig davon rate ich aber dazu, das Gespräch mit dem Unternehmen zu suchen", so Landrat Gey.

Diesbezüglich bereits Vollzug melden konnte Volker Klostermannm, einer von drei Geschäftsführern der Seeverwaltungs GmbH, die 50 Anrainer des Großsteinberger Sees vertritt. "Wir sind im Gespräch mit Haba hinsichtlich der Alternativen zu einem Windrad, die wir für denkbar erachten." Ein Vororttermin sei bereits geplant. "Für uns ist das Anliegen des Unternehmers zwar durchaus nachvollziehbar, wir müssen aber auch die Interessen der Seebewohner vertreten, die sich schließlich bewusst für die ländliche Ruhe, die ihnen die Gemeinde Parthenstein bietet, entschieden haben und die selbstredend kein Windrad vor die Nase gesetzt bekommen möchten."

Weil dies ein Thema weit über Parthenstein hinaus ist, beteiligt sich die BI auch an dem Projekt 10H des Vereins Landschaftsschutz, mit dem beim Neubau von Windkraftanlagen ein Mindestabstand zur Wohnbebauung gefordert wird, der das Zehnfache der Höhe der Windräder entspricht. Laut Hofmann werden in den nächsten Tagen knapp 500 unterschriebene Protestpostkarten in die sächsische Staatskanzlei geschickt. Roger Dietze

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 19.03.2014
Dietze, Roger

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