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Parthenstraße-Investor räumt jetzt in Naunhof auf

Bulgarisches Abenteuer? Parthenstraße-Investor räumt jetzt in Naunhof auf

Nach monatelangem Tauziehen soll im Januar die Entscheidung für die Bebauung der Parthenstraße fallen. So will es zumindest die Stadtverwaltung, die auf Drängen des Stadtrats mehrmals die Verträge mit dem Investor änderte. Bis jetzt zeigten die Abgeordneten kein echtes Vertrauen in dessen Firmengeflecht.

Brachland statt Bauland? Im Januar soll die Entscheidung für die Bebauung der Parthenstraße fallen. (Archivfoto)

Quelle: Thomas Kube

Naunhof. Zuerst war als Erschließungsträger die Kompetenz Bulgaria EOOD von André Roßnagel mit Sitz in Sofia aufgetreten, die noch nicht im Grundbuch stand. Als Gläubiger sollte eine andere Gesellschaft, die Kompetenz Int. Consulting Assekuranzmakler GmbH in Wendelstein, die ebenfalls Roßnagel gehört, eine Bürgschaft in Höhe von einer halben Million Euro übernehmen. Außerdem wollte der Eigentümer, dass eine Straße im neuen Wohngebiet nach seinem Vater Volker Roßnagel benannt wird. Das alles war den Stadträten zu suspekt.

Also wurde das Vertragswerk überarbeitet. Die Benennung einer Straße nach einem noch Lebenden entfiel zuerst. Gleichzeitig wurden als Erschließungsträger beide Kompetenz-Firmen eingesetzt. Für den Stadtrat nicht genug. Abgeordnete zweifelten die Solidität der Firmen an und bestanden auf Unterlagen, wie zum Beispiel eine von der Hausbank bestätigte Selbstauskunft und Jahresabschlüsse des bulgarischen Betriebs sowie Referenzen von in Deutschland errichteten Bauten.

Als die LVZ das letzte Mal davon berichtete, erinnerte sich ein Leser daran, dass vor zehn Jahren schon einmal das Wohngebiet an der Parthenstraße erschlossen werden sollte. Auch damals sei ein Herr Roßnagel im Spiel gewesen. Das Vorhaben sei aus finanziellen Gründen gescheitert oder weil etwas mit der Bürgschaft nicht in Ordnung war. Der Leser informierte den Abgeordneten Gerold Meyer (CDU), der sofort im Rathaus nachhakte: „Ist da was dran? Und hat das jemand gewusst?“

Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) hob sie Schultern, das lag lange vor seiner Amtszeit. Bauamtsleiter Thomas Hertel hingegen gab zu, informiert zu sein. Seiner Meinung nach hätten aber auch andere Stadträte davon Kenntnis haben können, die schon lange genug ihr Mandat ausüben. Gegenüber der LVZ erklärte er, dass außerdem in den Unterlagen der Stadtratssitzung vom 31. Juli 2014, als das Verfahren neu angestoßen wurde, gestanden habe, dass vor einigen Jahren ein Bebauungsplanverfahren durchgeführt wurde, das nicht abgeschlossen wurde. Ein konkreter Name wurde aber in dem Papier nicht genannt.

Nun stellt sich heraus, dass es um Volker Roßnagel, also den Vater des heutigen Investors, ging, der 2006 mit seiner Firma Terraplan aufgetreten war. „Bei jedem privaten Bauvorhaben verlangen wir eine hundertprozentige Bürgschaft, damit wir fertig bauen können, falls die Firma pleite geht“, erläuterte Hertel auf Nachfrage. „Diese wollte uns das Unternehmen Terraplan damals nicht geben, weshalb das Verfahren eingestellt wurde.“

Vertrauensbildend sind solche Botschaften für die meisten Abgeordneten nicht. „Zum wiederholten Male sage ich, dass wir als CDU eine Bebauung der Parthenstraße begrüßen. Aber ich möchte Naunhof zugleich vor einem bulgarischen Abenteuer bewahren“, sagt Meyer. Und Uwe Kulisch (UWV) fordert weiter belastbare Unterlagen. „Wir brauchen keine Lippenbekenntnisse mehr“, sagt er.

Laut Hertel ist André Roßnagel jetzt bereit, seinen bulgarischen Betrieb in Sachen Parthenstraße ganz aus dem Rennen zu nehmen. „Er wird das Grundstück an seine deutsche Kompetenz-Firma verkaufen“, berichtet der Bauamtsleiter. Dann lägen Grundeigentum, Erschließung und Bürgschaft in einer Hand. Zunächst werde sich der Stadtrat mit dem neuen Konstrukt befassen, und zwar in einer nicht öffentlichen Sitzung, in der Roßnagel die gewünschten Unterlagen vorstellen wolle. Daran schließe sich die öffentliche Sitzung an, in der der Erschließungsvertrag abgesegnet werden soll.

Wie berichtet, sollen im hinteren Bereich der Parthenstraße 25 bis 27 Eigenheime errichtet werden. Außerdem möchte Roßnagel 40 000 Euro für das Anlegen eines Radwegs zur Verfügung stellen.

Von Frank Pfeifer

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