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Grimma Persönlicher Streit spaltet Fuchshainer Feuerwehr
Region Grimma Persönlicher Streit spaltet Fuchshainer Feuerwehr
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08:00 06.04.2017
Blaulicht heißt Gefahrenabwehr. Doch inwieweit ist sie in Fuchshain noch gegeben? Quelle: dpa
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Naunhof

Sorgen bereitet der Freiwilligen Feuerwehr momentan die Situation in ihrer Fuchshainer Abteilung. Zwischen deren Mitgliedern bestehen offenbar schwere persönliche Konflikte. Ansonsten zeigt sich Stadtwehrleiter Thomas Conrad weitgehend zufrieden mit dem Zustand seiner Truppe. Besonders in Ausbildungsfragen sei sie gut aufgestellt.

Wie zur jüngsten Stadtratssitzung bekannt wurde, soll in Fuchshain momentan keine Einsatzbereitschaft zur Gefahrenabwehr mehr gegeben sein, weil sich Wehrleitung und Kameraden zerstritten hätten. Die Abgeordneten von CDU, Unabhängiger Wählervereinigung (UWV), Bürgerinitiative Naunhof, FDP und Wählervereinigung Ammelshain hatten das in Erfahrung gebracht und forderten umgehend eine nichtöffentliche Sitzung des Parlaments, in der mit allen Beteiligten geredet werden soll, um das Problem aus der Welt zu schaffen. Zocher warfen sie einen „spärlichen Informationsfluss“ vor, erst durch hartnäckiges Nachfragen in der Verwaltung sei ihnen das Problem bekannt geworden.

„Ich möchte nicht der Stadtrat sein, der verantwortlich gemacht wird für einen Wohnungsbrand mit Todesfolge“, sagte Michael Schramm (CDU). Und Markus Blankenburg (UWV) warnte eindringlich: „Wenn die Fuchshainer Wehr nicht mehr einsatzfähig ist, gehört sie abgemeldet. Die Rettungsleitstelle kann bei einer Alarmierung nicht wissen, wie die Lage in der Wehr vor Ort aussieht.“

Zur Jahreshauptversammlung der Naunhofer Wehr ging Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) kurz auf Fuchshain ein. Er unterstrich den festen Willen der Stadt, alle drei Feuerwehrstandorte erhalten zu wollen. Im vom Stadtrat beschlossenen Brandschutzbedarfsplan seien die Weichen für die kommenden Jahre richtig gestellt worden.

Durch die vorhandene Alarmierungsordnung mit dem gemeinsamen Handeln aller drei Ortsteilfeuerwehren sieht Stadtwehrleiter Thomas Conrath die Garantie, dass im gesamten Stadtgebiet die Einsatzbereitschaft stets gewährleistet ist. Dies, so sagte er zur Jahresversammlung, werde im Zuge der Inbetriebnahme der neuen Integrierten Regionalleitstelle Leipzig im zweiten Halbjahr 2017 ebenso gehandhabt. Auch stünde durch Löschhilfevereinbarungen mit den umliegenden Kommunen eine große Reserve aus den Angehörigen dieser Wehren bereit.

Überaus erfreulich sei, dass sich aktuell sieben Ausbilder in den Reihen der Naunhofer Wehr befinden. Ein hoher Ausbildungstand vor Ort wäre das Ergebnis. Von der geplanten Erschließung des künftigen Ausbildungsplatzes hinter dem Gerätehaus würden sich die Floriansjünger eine Ausweitung und qualitative Verbesserung der Ausbildung versprechen.

Schwieriger sehe es bei Lehrgängen aus, die nur an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule Sachsen in Nardt absolviert werden können. „Ist die erste Hürde der Anmeldung geschafft, scheitert es oft genug an der tatsächlichen Teilnahmemöglichkeit der Kandidaten an den bis zu zwei Wochen dauernden Fortbildungen“, erklärte Conrath.

Die Entscheidung der Stadt, Arbeitsplätze im Bauhof mit Feuerwehrkameraden zu besetzen, bewertete er als goldrichtige und wertvolle Unterstützung. „Die Einsatzfähigkeit der Feuerwehr Naunhof ist somit tagsüber gewährleistet, wie die Statistik beweist“, sagte er.

Stadtrat Michael Eichhorn (Linke), interessierte sich zur Feuerwehrversammlung dafür, welche Hilfe die Einsatzkräfte erhalten, die belastende Erfahrungen machen. Hierzu erklärte Conrath, dass mit ihnen gesprochen wird. Zudem könne das Kriseninterventionsteam hinzugezogen werden. Eine Meldung an die Unfallkasse gebe es in jedem Fall, denn auch wenn es im Moment als nicht notwendig erscheine, könnten sich Spätfolgen einstellen.

Laut Gerätewart Ulf Kendschek halten die Blauröcke den Großteil der Technik in Eigenleistung in Schuss. Das spare der Stadt eine Menge Geld. Nächste Herausforderung sei der schnellstmögliche Einbau des im Vorjahr beschafften, zur Hälfte vom Landkreis geförderten hydraulischen Rettungsgeräts zur Befreiung von Unfallopfern aus Fahrzeugen. Wegen mehrerer im Bundesgebiet aufgetretener Brände von Gerätehäusern regte die Wehr an, über die Nachrüstung einer Brandmeldeanlage nachzudenken.

Einsatz- und Ausbildungsgeschehen 2016

52 Einsätze (gegenüber 41 in 2015)

624 Einsatzstunden (gegenüber 472 in 2015)

13 Brände

18 Technische Hilfeleistungen

21 Fehlalarme

1482 Standortausbildungs- und Wartungsstunden

440 Ausbildungsstunden der Jugendfeuerwehr

264 Ausbildungsstunden an der Landesfeuerwehrschule Nardt

Von Frank Pfeifer

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