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Grimma Personaldecke in "Oase 26" dünnt aus
Region Grimma Personaldecke in "Oase 26" dünnt aus
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05:00 09.04.2011
Oase-Chefin Katharina Schwarz wird den Angebotskasten wohl bald mit weniger Angeboten bestücken müssen. Quelle: Roger Dietze
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Naunhof

Doch spätestens im nächsten Monat wird sich die Situation drastisch ändern.

Nachdem Ende Februar bereits eine ABM-Stelle ausgelaufen ist, wird die Diplom-Sozialarbeiterin und -pädagogin Katharina Schwarz ab Anfang Mai auch nicht mehr auf die Unterstützung der zwei Kommunal-Kombi-Stellen bauen können. Ersetzt werden sollen die drei Stellen durch einen Ein-Euro-Jobber.

Wobei "Ersatz" nicht wirklich das passende Wort ist. "Abgesehen davon, dass diese Maßnahme gerade einmal über neun Monate hinweg läuft und die Einarbeitung viel Zeit in Anspruch nehmen wird, darf ich den Ein-Euro-Jobber nicht allein in der Einrichtung lassen, sprich muss diese schließen, wenn ich krank, im Urlaub oder unterwegs bin", sagt die 26-Jährige, die im vorigen Oktober die Nachfolge von Torsten Wanke antrat.

Zumal diesem "unterwegs sein" alsbald eine ganz neue Bedeutung zukommen wird. Im Landkreis Leipzig wurde mit Jahresbeginn als Ersatz für die mobile Jugendarbeit das so genannte "Modul aufsuchende Jugendarbeit" eingeführt. Für Katharina Schwarz bedeutet dies, im Rahmen ihrer 40-Stunden-Woche in der Oase fünf Stunden pro Woche die freien Jugendclubs der Parthestadt sowie die "Straßenjugend" zu betreuen. "Hier beißt sich die Katze gewaltig in den Schwanz", kritisiert Schwarz. "Einerseits stutzt man die Personaldecke so weit zusammen, dass die Jugendclub-Leiter kaum noch das Haus verlassen können. Andererseits sollen sie neue Aufgaben im Stadtgebiet übernehmen", gibt die Oase-Chefin zu bedenken, die vom Wiederitzscher Jugendclub der Volkssolidarität nach Naunhof wechselte.

Zwar wisse das Jugendamt um die Schwierigkeiten, mit der zunehmend dünner werden Personaldecke das Modul aufsuchende Jugendarbeit mit Leben zu füllen. Allerdings beharrten die Jobcenter auch darauf, dass es nicht ihre Sache sei, der Jugendarbeit das entsprechende Personal zuzuführen. "Das Grundproblem ist, dass offene Kinder- und Jugendarbeit nicht zu den kommunalen ‚Pflichtaufgaben‘ zählt und Erfolge dieser Leistung nur schwer messbar sind", ergänzt Berit Endrulat, Fachbereichsleiterin Schulen und Jugendclubs bei der Volkssolidarität. "Auch wenn wir die Jugendarbeit unter allen Umständen fortsetzen wollen, stellen wir uns in Anbetracht der weiter abnehmenden Unterstützung des Landes immer öfter die Frage, um welchen Preis wir dies tun und wie unter diesen Bedingungen noch qualitativ hochwertige pädagogische Arbeit geleistet werden kann."

Auch Katharina Schwarz ist sich bewusst, dass sie unter den veränderten Rahmenbedingungen Abstriche machen muss, selbst wenn sie vorhat, zumindest im Mai in puncto Öffnungszeiten und Angebote noch alles beim Alten zu lassen. "Ich weiß, dass unser Haus für die Jugendlichen ein ganz wichtiger Bestandteil ihres Lebens ist, aber auch ich habe bei allem Engagement ein Leben neben der Arbeit."

Roger Dietze

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