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Grimma Pfarrer Arno Leye verlässt Nerchau
Region Grimma Pfarrer Arno Leye verlässt Nerchau
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05:00 28.06.2011
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Nach zehn Jahren verlässt er Nerchau und wird am 1. August eine Pfarrstelle in seiner alten Heimat Brandenburg antreten.

Der Ur-Berliner aus Pankow freut sich auf die neue Herausforderung im Oderbruch. Hier war er bereits als Vikar tätig. Hier sind seine Schwiegereltern zu Hause. Hier wurden damals seine älteren Kinder eingeschult. „Ich ziehe also nicht nur in ein anderes Bundesland, sondern wechsle auch die Landeskirche. Das ist nicht gerade üblich. Die Berliner Landeskirche traf erst Ende letzten Jahres die Entscheidung, fortan auch Pfarrer anderer Landeskirchen anstellen zu können. Allerdings dürfen die Bewerber nicht älter als Jahrgang 1967 sein. Und genau der bin ich." Die Anfrage der Gemeinde in Neutrebbin sei zum günstigen Zeitpunkt gekommen: „Meine Jüngste, die Charlotte, wird in diesem Sommer eingeschult. Maximilian, der jeden Tag durchs Wiesental zu seiner geliebten Nerchauer Grundschule spazierte, beendet in diesen Tagen die vierte Klasse. Den Abschluss feiert er mit seiner Klasse sogar im Pfarrhof. Henriette, die Zweitälteste, beginnt nun die elfte Klasse. Zwar haben wir alle viele Freunde im Muldental gefunden, aber wann sollten wir wieder in die alte Heimat zurück gehen, wenn nicht jetzt?" Nein, die Brücken zu jenen liebenswerten Sachsen, die Arno Leye im Jahr 2001 engagierten – zu einer Zeit, als in Brandenburg die Pfarrstellen knapp waren, würden nicht etwa abgebaut: „Im Gegenteil. Unsere älteste Tochter Theresa studiert in Leipzig und will auch in Sachsen bleiben."

Voller Dankbarkeit blickt Leye auf seine Jahre in ,Nersche offm Bersche in der Kersche‘ zurück: „Als nach der Flut 2002 in Grimma alles kaputt war, hatten wir intakte Strukturen, konnten von hier aus die Hilfe organisieren." Unvergessen auch das mit der Jungen Gemeinde bereits zum dritten Mal organisierte Liederfestival im Schlosshof Döben oder das Schülerprojekt „Geschichte taucht auf". Leye weiß: „Kirche bedeutet den Menschen viel. Egal ob sie an Gott glauben oder nicht – für sie ist die Kirche ein Ort, der zeitlos ist, der das Dorf oder die Stadt prägt, ja, der heilig ist." Wie zum Beweis führt der Pfarrer die sanierten Kirchen in Döben, Hohnstädt oder Höfgen an. „Als die neuen Glocken für die Nerchauer Kirche gegossen wurden, reisten die Einwohner voller Vorfreude sogar ins Werk nach Lauchhammer." Zusammen mit Elektriker Peter Kessenich stieg Pfarrer Leye zur Adventszeit stets in luftige Höhen, um auf dem Kirchturm das Kreuz mit all den Glühbirnen anzubringen. Schon von Weitem wies das leuchtende Kreuz immer den Weg zum Pfarrhofadvent, dem etwas anderen Weihnachtsmarkt, einem „Lieblingskind" von Arno Leye.

Gern würde er sich von seinen Freunden persönlich verabschieden, lädt deshalb am 10. Juli nach dem Gottesdienst zu Kaffee und Kuchen ein. „Meine jüngste Tochter Charlotte, die den Namen meiner Mutter trägt, wurde im Nerchauer Pfarrhaus geboren. In derselben Zeit verstarben meine Eltern im Brandenburgischen. Meine Schwiegereltern wohnen im Oderbruch. Sie freuen sich schon sehr auf uns."

Haig Latchinian

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