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Pfarrer muss Pomßen, Belgershain und Köhra verlassen

Pfarrer muss Pomßen, Belgershain und Köhra verlassen

Eine kleine Ära geht zu Ende in der Kirchgemeinde Pomßen-Belgershain und der Schwesterkirchgemeinde Köhra. Nach knapp zwölf Jahren kehrt am 31. Mai Pfarrer Michael Günz dem Muldental den Rücken und zurück in seine alte Heimat Leipzig.

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Abschied wider Willen: Pfarrer Michael Günz geht wegen der Trennung von seiner Frau und lässt weitgehend sanierte Kirchen wie die in Pomßen zurück.

Quelle: Roger Dietze

Parthenstein/Belgershain. Verabschiedet wird er am morgigen Sonntag ab 14 Uhr in der Belgershainer Kirche.

Er geht nicht ganz freiwillig. Denn seine Frau verlässt, wie es der Pfarrer ausdrückt, das Pfarrhaus, und die sächsische Landeskirche leitet in einem solchen Fall ein so genanntes "Amtszuchtverfahren" ein. Es hat zur Folge, dass auch der Pfarrer ausziehen und sich eine neue Kirchgemeinde suchen muss. "Ich möchte diese Regelung nicht kommentieren und überlasse dies den Gemeindegliedern", so Günz, der schon eine neue Anstellung gefunden hat. Er wird ab dem 1. Juni eine von zwei Pfarrstellen in der Auferstehungs-Gemeinde Möckern betreuen, der rund 5500 Mitglieder angehören.

Eines erwartet den 50-Jährigen am neuen Dienstort nicht: Pionierarbeit in puncto Kirchensanierung, mit der er sich bei seinem Dienstantritt 2001 in und um Pomßen konfrontiert sah. "Bis auf Köhra befanden sich alle Gotteshäuser in einem schlechten bis sehr schlechten Zustand, in den knapp zwölf Jahren haben wir einige Millionen in sie investiert", blickt der gelernte Maurer auf das vergangene Jahrzehnt zurück.

Ein Rückblick, der nicht nur im Bereich der Kirchen- und Pfarrhaussanierung positiv ausfällt, sondern auch in dem des Zwischenmenschlichen. "Abgesehen von kleineren Zwisten sind wir, sprich die rund 1000 Gemeindeglieder und ich, gut miteinander ausgekommen", sagt Günz. Seinem Nachfolger hinterlässt er nach eigenem Bekunden ein gut bestelltes Feld. "Arbeit gibt es aber trotz des Erreichten genügend, mein Nachfolger kann sich austoben", so der gebürtige Connewitzer, der während seines Studiums in den 1990er-Jahren als Gefangenenseelsorger in Leipzig wirkte. Und der gesteht, nicht vorgehabt zu haben, der Gemeinde von sich aus in absehbarer Zeit den Rücken zu kehren. "Die Wiese war noch nicht abgemäht, ich hätte mir beispielsweise vorstellen können, mich nach dem Abschluss der Sanierungsarbeiten intensiver der Familienarbeit zu widmen", sagt er und bedankt sich bei den Kirchvorstehern, den Mitarbeitern der Kirchenverwaltung und den Pfarrerkollegen der Nachbargemeinden für die Zusammenarbeit. "Meinem Nachfolger wünsche ich, dass er schnell einen Draht zur Gemeinde findet und sich damit die Grundlage für ein gutes Arbeiten schafft."

Derweil wünscht sich der Kirchenvorstand in Person seines stellvertretenden Vorsitzenden Christoph Weisbricht, dass schnell ein Nachfolger für den scheidenden Pfarrer gefunden wird. "Ich habe schon einige Vakanzen durchgemacht und kann gern auf eine weitere verzichten", erklärt er. Deshalb habe man der Landeskirche signalisiert, im Interesse einer schnellen Lösung prinzipiell offen für einen Absolventen zu sein.

"Wir haben Vertrauen in den, der da kommt", sagt der Belgershainer Weisbricht, der gleichwohl nicht verschweigt, dass Günz große Fußstapfen hinterlassen wird. "Er ist zwar nicht ganz ohne Ecken und Kanten, aber er hat zweifellos mehr bewegt als viele seiner Vorgänger. Und neben seinem Engagement für die Kirchen war es seine volkstümliche Art, mit der er auch bei der Jugend gut angekommen ist, sowie seine lebendigen Predigen, die ihn ausgezeichnet und zu einer idealen Besetzung für die Pfarrstelle gemacht haben."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.05.2013

Dietze, Roger

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