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Grimma Pläne für Breitbandausbau in Altenhain sorgen bei Einwohnern für Unmut
Region Grimma Pläne für Breitbandausbau in Altenhain sorgen bei Einwohnern für Unmut
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00:35 02.03.2018
Moderner Computer, lahmes Internet. Steffen Erfurth aus Altenhain (57) wünscht sich eine schnellere Leitung. Was ihm die Stadt bietet, befriedigt ihn aber nicht. Quelle: Frank Schmidt
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Trebsen/Altenhain

Endlich schnelles Internet, davon träumt Steffen Erfurth (57) aus Altenhain. Der Inhaber einer Kraftfahrzeug-Werkstatt surft nach wie vor wie viele im Ort mit Modem-Geschwindigkeit. Die miserable Lage soll sich nach den Plänen der Stadt Trebsen dieses Jahr verbessern. Doch so rechte Freude will bei vielen Einwohnern nicht aufkommen.

Ohne Internet kein Geschäft

„Nachts, 3 Uhr, habe ich vielleicht mal ein Megabit anliegen“, beschreibt Erfurth seine Situation. „Am Tage warte ich zwei Stunden, bis sich manche Seiten aufbauen.“ Für sein Geschäft schädlich, laufen doch Ersatzteilbestellungen, Unfallkalkulationen, Korrespondenzen mit Finanzamt und Krankenkasse sowie Überweisungen übers Internet. Eine Funklösung kommt wegen der Tallage nicht in Frage.

Die Drahtlos-DSL GmbH mit Sitz in Grimma soll es nun richten. „Wir beginnen in Kürze den Breitbandausbau“, sagte Geschäftsführer Carsten Weigel am Montagabend zur gut besuchten Stadtratssitzung in der Trebsener Kulturstätte. Vom Ortseingang aus Richtung Stadt werde ein Glasfaserkabel in der Trebsener Landstraße über die Hauptstraße bis in die Ammelshainer Straße verlegt. Wer möchte, kann dort direkt angeschlossen werden mit der Option, einmal superschnelles Internet zu erhalten. Für den Rest des Ortes bietet das Unternehmen Anschlüsse mit bis zu 100 Megabit über die bisherigen Telefonleitungen an.

Ungleichbehandlung gegenüber anderen Ortsteilen

Die Bürger, die im Stadtrat mitdiskutieren durften, überzeugte das nicht. Sie warfen Drahtlos-DSL überteuerte Preise angesichts einer Monopolstellung vor. Außerdem werde veraltete Technik verbaut, und Außenbereiche würden durch die Firma überhaupt nicht erschlossen. Insgesamt sei das eine Ungleichbehandlung gegenüber anderen Ortsteilen.

Weigel bestätigte, dass seine Firma im Vergleich zu Mitbewerbern „leicht erhöhte Gebühren“ verlangt. Diese würden aber im Sommer geändert. Den Vorwurf der Monopolstellung wies er zurück, denn jeder könne bei Telekom und Co. bleiben und weiter mit einem Megabit surfen. Auch von veralteter Technik könne keine Rede sein, denn was neu verlegt wird, sei ausschließlich Glasfaserkabel.

Fördermittelantrag läuft

Laut Bürgermeister Stefan Müller (CDU) ist Drahtlos-DSL das einzige Unternehmen, das willens ist, den Breitbandausbau fördermittelfrei zu stemmen. Deshalb habe ihm die Bundesnetzagentur den Zuschlag erteilt. Um auch die Randgebiete von Altenhain versorgen zu können, laufe ein Fördermittelantrag, der noch einmal konkretisiert werden müsse. Der Auftrag werde dann öffentlich ausgeschrieben und vergeben.

Bis spätestens August will Drahtlos-DSL den Breitbandausbau abgeschlossen haben, notfalls auch, so Weigelt, wenn sich kein Haushalt anschließt. Unternehmer Erfurth sieht für sich keine Wechseloption. „Ich habe einen Vertrag mit einem anderen Anbieter, da komme ich nicht so einfach raus“, argumentiert er.

Von Frank Pfeifer

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