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Grimma Politischer Druck für Tempo-30-Zone
Region Grimma Politischer Druck für Tempo-30-Zone
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15:58 11.10.2018
Mit Schildern und Piktogrammen wird vor der Kindertagesstätte "Dorfspatzen" in Altenhain auf die Einrichtung hingewiesen. Eltern und Erzieherinnen fordern zusätzlich die Ausweisung einer allgemeinen Tempo-30-Zone. Quelle: Frank Pfeifer
Trebsen/Altenhain

Nicht mehr nur Eltern, Erzieherinnen und Kinder machen sich stark für die Einrichtung einer allgemeinen Tempo-30-Zone vor der Altenhainer Kita „Dorfspatzen“. Jetzt kommt politischer Druck hinzu. Ute Kniesche, Fraktionsvorsitzende der Unabhängigen Wählervereinigung im Kreistag, stellte sich am Donnerstag hinter das Anliegen.

Ich war entsetzt, als ich in der Zeitung von dem Problem las“, sagt sie. Umgehend verfasste sie einen Brief an Landrat Henry Graichen (CDU). „Ich hoffe sehr, dass der Landkreis mit sich reden lässt und bald eine gute Lösung gefunden wird.“

Tempolimit gilt nur für Lastwagen

Die Kita liegt in einer Zone, in der nur für Lastwagen die Maximalgeschwindigkeit auf 30 Kilometer pro Stunde begrenzt ist – alle anderen Motorisierten dürfen mit 50 Sachen unterwegs sein. Allerdings stehen beiderseits vor der Einrichtung „Achtung-Kinder“-Schilder, die zu besonderer Vorsicht mahnen.

Altenhainer protestieren seit einem Jahr

Weil das vielen Altenhainern, die mehrfach Nachbesserungen forderten, nicht ausreichte, begannen sie vor einem Jahr öffentlich zu protestieren. Ihr Ziel: Das Tempolimit soll für jedes Fahrzeug gelten. Die Stadt reagierte, indem sie einen Apparat aufstellte, der elektronisch mit Smileys anzeigt, ob jemand zu schnell oder vorschriftsmäßig unterwegs ist. Diesen Sommer zog das Landratsamt als Straßenbaulastträger nach und ließ „Vorsicht-Kinder“-Piktogramme auf die Fahrbahn aufbringen.

Die Realität zeigt aber, dass sich maximal jeder zweite Kraftfahrer an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält. Spitzenreiter der vergangenen zwei Wochen war ein Fahrzeug mit 111 Kilometern pro Stunde. Für Erzieherinnen und Eltern ein inakzeptabler Zustand.

Einfache Lösung

Ute Kniesche hält es nun für die einfachste Lösung, unter der „30“ das Zusatzschild „Nur für Lastwagen“ zu entfernen. Damit würde auf unbürokratische Weise die 30er-Zone für alle gelten, wie es die Altenhainer fordern. Den Landrat fragt sie, warum die Kombination aus Tempolimit sowie Schildern und Piktogrammen, die auf Kinder hinweisen, für Altenhain nicht genehmigt wird, obwohl sie zum Beispiel vor der Kinderstube Brandis in dieser Form an einer Kreisstraße existiert.

„Die Altenhainer Kita sollte die gleichen Rechte erhalten wie andere Kitas“, fordert Kniesche. „Und wenn diese Lösung immer noch nicht ausreicht, muss das Landratsamt eben ab und zu die Geschwindigkeit messen!“

Die Kreisbehörde lehnt bislang eine Tempo-30-Zone für alle Autos ab. Begründung: Solche Schilder würden suggerieren, dass jeder Tempo 30 fahren darf, obwohl das schon zu schnell sein kann, wenn sich Kinder an oder auf der Straße aufhalten. Die „Vorsicht-Kinder“-Hinweise seien der höherwertige Schutz.

Von Frank Pfeifer

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