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Polizei rät zu Vorsicht bei E-Mail-Anhängen

Polizei rät zu Vorsicht bei E-Mail-Anhängen

Die polizeilichen Ermittlungen im Fall des Internet-Betrugs, dem Lutz Kadyk aus Ammelshain zum Opfer gefallen ist, werden sich voraussichtlich schwer gestalten. Wie Andreas Loepki, Leiter des Direktionsbüros der Polizeidirektion Leipzig, auf Anfrage mitteilte, verschleiern die Täter normalerweise ihr Agieren im Internet, die Überweisungen der Geldbeträge laufe zumeist über mehrere Konten.

Naunhof/Ammelshain. "Beide Faktoren, deren Spuren nicht selten ins Ausland führen, stellen für die Verfolgung der Straftat nicht zu unterschätzende Hindernisse dar. Ein Täter zum vorliegenden Fall konnte noch nicht ermittelt werden", so Loepki.

Wie am Sonnabend berichtet, hatte Kadyk eine Telekom-Rechnung per E-Mail erhalten, die täuschend echt aussah. Es handelte sich aber um eine Fälschen, mit der ein Trojaner auf seinen Computer gelangte. Über diesen Virus bekamten die Täter Zugriff aufs Online-Banking und hoben vom Konto des 48-Jährigen 15 000 Euro ab.

Laut Polizei nutzen Kriminelle vermehrt fingierte E-Mails, die den Eindruck erwecken sollen, einer prinzipiell vertrauenswürdigen Institution zu entstammen, zum Beispiel Banken, Behörden, dem Internet-Auktionshaus Ebay und der Telekom. Das Design sei nahezu perfekt an das Original angepasst. "Markant ist, dass die E-Mail als solche in der Regel nicht den Schaden auslöst, sondern die enthaltene Anlage (PDF-Dateien, Bilder, Videos). Folglich raten wir, derartige Anlagen nicht zu öffnen", erklärte Loepki.

Wer dennoch Opfer einer derartigen Betrugshandlung geworden ist, solle umgehend seine Hausbank informieren. Diese könne unter Umständen die Transaktion noch aufhalten oder eine Rückbuchung möglich machen. Im Falle Kadyks war das geschehen, die Volks- und Raiffeisenbank Muldental holte die 15 000 Euro zurück. Außerdem, so Loepki, solle der Geschädigte Strafanzeige bei der Polizei stellen.

Wer die Masche mit gefälschten Telekom-Rechnungen, die online verschickt werden, umgehen will, kann weiterhin auf Rechnungen in Papierform bestehen, die per Post ins Haus flattern. Im Mobilfunk wird dafür laut Dirk Wende, Sprecher der Deutschen Telekom, keine Gebühr verlangt; die Dokumente können darüber hinaus kostenlos im Kundencenter eingesehen werden. Etwas anders sieht das im Festnetz aus. Auch hier ist die Rechnung, so Wende, kostenfrei im Kundencenter abrufbar. Die Papierrechnung sei nur bei Sprachtarifen gratis, bei allen Call-und-Surf- und Entertain-Tarifen betrage der Preis für eine Rechnung per Post 2,35 Euro.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 17.06.2014
Pfeifer, Frank

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