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Polizeistatistik: Zahl der Diebstähle steigt in Bad Lausick

Stadtrat Polizeistatistik: Zahl der Diebstähle steigt in Bad Lausick

Mehr Diebstähle, weniger Körperverletzungen: Das sind zwei Fakten, die die Kriminalitätslage in Bad Lausick beschreiben. Zwei Fakten, die eine Aufnahme des vergangenen Jahres sind. Vor allem aber gilt das: Die Zahl der Straftaten stieg in der Kurstadt – obwohl sie im Landkreis dagegen deutlich sank.

Deutlich gestiegen ist in Bad Lausick die Zahl der Fahrraddiebstähle.

Quelle: Foto: Moras

Bad Lausick. Dass Bad Lausick eine beschauliche Stadt ist, darf getrost weitergelten nach dem Bericht zur Kriminalitätslage, die Polizeirat Falk Donner am Donnerstag im Stadtrat gab. Allerdings machte der Leiter des Revieres deutlich: Anders als im Bereich der Polizeidirektion und dem Landkreis Leipzig, anders auch als in den meisten Kommunen, die von Grimma aus betreut werden, kam es im vergangenen Jahr in der Kurstadt zu deutlich mehr Straftaten. Vor allem die Zahl der in der Stadt registrierten Diebstähle nahm zu. Bei Körperverletzungen gab es einen leichten Rückgang. Im Muldentaler Ranking, festgemacht an der Zahl der Straftaten pro 100 000 Einwohner – der sogenannten Häufigkeitszahl – rückt Bad Lausick nach Grimma und Wurzen auf Platz drei, den zuletzt Brandis innehatte.

„Bad Lausick weist einen entgegengesetzten Trend zum Landkreis auf“, sagte Donner, gestützt auf die Zahlen von 2015, in seinem jährlichen Lagebericht. Die Zahl der Delikte, die in Bad Lausick samt Ortsteilen angezeigt wurden, stieg binnen zwölf Monaten von 457 auf 519, ein Zuwachs von 62 Straftaten oder 14 Prozent. Eine solch deutliche Zunahme habe es außerdem nur in der Stadt Grimma gegeben. Im Landkreis Leipzig dagegen sei die Zahl der Straftaten um 8,4 Prozent gesunken auf 15 847 Delikte. „Der niedrigste Wert der letzten fünf Jahre, aber es ist eine Wellenbewegung.“ Gesunken sei dort aber erneut die Aufklärungsquote – auf 51,3 Prozent. Im Polizeirevier Grimma sei diese Quote mit 62,6 Prozent deutlich freundlicher, Tendenz sogar steigend.

Das wurde im vergangenen Jahr in Bad Lausick registriert: 188 Diebstähle (2014: 133), 37 Körperverletzungen und andere Rohheitsdelikte (42), 131 Fälle von Betrug (119), 72 Sachbeschädigungen (69, anno 2013 sogar 96). Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz rangieren mit fünf Feststellungen (sechs) weit hinten. Hier gebe es allerdings ein erhebliches Dunkelfeld, so der Revierleiter: „Das spiegelt nur, was wir bei Kontrollen feststellen können.“ Die anderen Delikte würden ja durch Geschädigte angezeigt. Deutlich gestiegen seien in der Kurstadt Fahrraddiebstähle (binnen zweier Jahre von 13 auf 29) und Einbrüche in Böden und Keller (von fünf auf zehn). „Wir haben es sehr häufig mit lokalen Tätern zu tun“, sagte Donner. Fasse man einen oder eine Gruppe, wirke sich das meist spürbar auf die Zahlen aus. Bandenkriminalität spiele hier keine Rolle.

Ist der Bad Lausicker Bahnhof ein Schwerpunkt des Fahrrad-Diebstahls, wollte Peter Claußnitzer (CDU) wissen. Donner verneinte das; die Zahl der Vorkommnisse verteile sich auf das Stadtgebiet. Manfred Hönig (SPD) erkundigte sich nach dem Einfluss von Flüchtlingen auf die Statistik. „Das bewegt die Bürger vielerorts“, sagte Falk Donner. Signifikante Auswirkungen gebe es nicht. Aber es liege auf der Hand, dass, wenn die Größe dieser Personengruppe steige, auch ihr Anteil an Tatverdächtigen wachse. André Trautner (CDU) würdigte die Streifentätigkeit der Polizei: „Ich wünsche mir, dass das so bleibt.“ In Steinbach aber sollten die Beamten einmal prüfen, wie es um die Geschwindigkeitsverstöße durch LKW, die der Ortschaftsrat und Einwohner beklagten, tatsächlich stehe. Diesen Wunsch untermauerte Ortsvorsteher Andreas Dathe: „Das würden wir sehr begrüßen. Darum kämpfen wir schon seit langer Zeit.“

Seit einem guten Jahr ist Carina Hartmann als Bürgerpolizistin in Bad Lausick vor Ort. Sie ist das Gesicht der Polizei in der Kurstadt, ist Ansprechpartner für die Bürger, für die Unternehmen, für die Stadtverwaltung. „Das Feedback, das ich bekomme, ist positiv“, so der Revierleiter. Ihr Büro hat sie im ursprünglichen Polizeiposten in der August-Bebel-Straße im Stadtzentrum. Ist sie dort nicht erreichbar, wird der Hilfesuchende per Wechselsprechanlage automatisch mit dem rund um die Uhr besetzten Revier Grimma verbunden.

Von Ekkehard Schulreich

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