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Post vom Landratsamt löst Wut in der Bahrener Loreley aus

Post vom Landratsamt löst Wut in der Bahrener Loreley aus

Helle Aufregung in der Loreleystraße vom Grimmaer Ortsteil Bahren. Einige Bürger sollen ihre Häuser verlassen. Das Landratsamt Landkreis Leipzig hatte Schreiben an Häuslebauer verschickt, die nach Ansicht des Amtes ihre Wochenendgrundstücke seit Jahren als Wohnhäuser nutzen, ohne dies der Behörde angezeigt zu haben.

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Verzweifelt: Erika Karich (76,r.) und ihre Schwiegertochter Silvia Sierk (56) wollen um den Alterswohnsitz in Bahrener Loreleystraße kämpfen.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Die Betroffenen müssen sich bis zum 17. Juli dazu äußern. Gleichzeitig wurde den Häuslebauern ein kostenpflichtiger Bescheid und eine Geldbuße bis zu 500 000 Euro angedroht, wenn sie vom Recht der Anhörung nicht Gebrauch machen.

 

 

"Meine Eltern haben das Grundstück 1956 gekauft. In den 80- bis 90-er Jahren nutzten wir es als Wochenendgrundstück", erzählt Barbara Gartner (76). Seit 1991 wohnen wir hier. Darüber informierten wir die damalige Gemeindeverwaltung Golzern. "Wir beantragten keine Baugenehmigung, da wir keine äußerlichen Veränderungen an dem Haus vorgenommen haben", so Berthold Gartner (76). Allerdings erhielten sie ein behördliches Schreiben, dass sie eine biologische Kläranlage bauen müssen, was sie auch taten. "Wir verstehen die Welt nicht mehr, dass wir nach 24 Jahren uns einen neuen Alterswohnsitz suchen sollen", sagt Barbara Gartner. "Die Familie meiner Frau wurde aus Schlesien und meine aus dem Sudetenland vertrieben. Wir hofften, so etwas nicht wieder erleben zu müssen", sagt verzweifelt das Ehepaar.

 

 

Auch ihre Nachbarin Erika Karich (76) ist betroffen. "Ich bin in Bahren geboren. Erst haben wir das Grundstück als Wochenendgrundstück genutzt. Doch dann wurde mein Sohn Vater. Die Wohnung in Leipzig reichte nicht mehr aus", erzählt die zweifache Witwe. "Aus diesem Grunde entschlossen wir uns, 1981 das Wochenendgrundstück als Wohnhaus zu nutzen. Das zeigten wir auch der Gemeinde an", erinnert sich Erika Karich, die erst 2011 ihren Sohn beerdigen musste und deren einziger Halt der Garten ist. Gestern weilte ihre Schwiegertochter Silvia Sierk (56) bei ihr, um ein Schreiben an das Amt aufzusetzen. "Wir hoffen noch immer, dass die Behörden Einsicht zeigen", sagt die Schwiegertochter. Nicht betroffen ist dagegen Vera Mühe (85), die Stiefmutter von dem Schauspieler Ulrich Mühe. "Seit 1971 nutzen wir das Wochenendgrundstück. Ich verstehe nicht, warum jetzt nach so vielen Jahren die Menschen ihre Häuser verlassen sollen", sagt sie. Unverständnis dafür zeigte auch Frank Altstädt (61), der sein Grundstück nur am Wochenende nutzt.

 

 

"Illegale Wohnnutzung in Wochenendsiedlungen ist ein Dauerthema im Landkreis", entgegnet Brigitte Laux, Pressesprecherin beim Landratsamt. Es sei nicht möglich, in einem Falle "alle Augen zuzudrücken" und in anderen Fällen, die Nutzungsuntersagung durchzusetzen, auch wenn dies aus menschlichen Gründen nachvollziehbar wäre. Es geht um 14 Grundstücke (betroffen sind 20 Personen darunter sechs Ehepaare). Die Häuser könnten weiterhin als Wochenendgrundstücke genutzt werden. Die Siedlung befinde sich im Außenbereich, ist Landschaftsschutzgebiet und Überschwemmungsgebiet der Mulde. Eine Legalisierung wäre evtl. über einen Flächennutzungsplan der Stadt Grimma möglich.

 

 

Ins Rollen ist das Verfahren gekommen, da ein Bauantrag gestellt wurde. Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) will sich für die betroffenen Bürger stark machen. "Es gibt in den 65 Ortsteilen von Grimma nicht überall Bebauungspläne. Mittlerweile ist die Loreley ein Ortsteil von Bahren geworden", drückt er sein Unverständnis aus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.07.2015
Cornelia Braun

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