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Grimma Powwow auf Grimmas Bison-Farm
Region Grimma Powwow auf Grimmas Bison-Farm
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05:00 20.05.2010
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. Das vom Verein „Freunde der Crow-Agency" initiierte Indianerspektakel findet erstmals an zwei Tagen statt – Samstag und Sonntag jeweils ab 14 Uhr. Grund ist das Kommen von Gojko Mitic als Powwow-Ehrengast an beiden Tagen.

Doch neben dem beliebten jugoslawischen Leinwandhelden, dem die Rolle des „DDR-Chefindianers" buchstäblich auf seinen athletischen Leib geschrieben wurde, besucht auch Rudolf Welskopf am Sonntag das Powwow. Der 62-Jährige ist der Sohn von Liselotte Welskopf-Henrich (1901-1979), die sich unter anderem einen Namen machte als Autorin von Indianergeschichten. Und genau die, allem voran der Indianer-Romanzyklus „Die Söhne der Großen Bärin", bildeten die Drehbuchvorlagen für die Defa-Indianerfilme in den 60-er und 70-er Jahren. Quasi als Antwort auf die Karl-May-Filme im Westen, weiß Diecke, in denen die Indianer zumeist als die Bösewichte verdammt worden sind. Völlig zu Unrecht, meinte auch Liselotte Welskopf-Henrich und ergriff autobiografisch Partei für die Indianer.

Auch hat sie ihre Geschichten nicht etwa 1895 abgeschlossen. „Es gibt von ihr Bände, die in der Jetztzeit spielen," sagte Diecke als Vereinsvorsitzender der „Freunde der Crow-Agency". Für ihn als Powwow-Veranstalter ist es ein besonderes Bedürfnis, das Andenken der Indianistikfreundin zu ehren. Und so erleben die Besucher an beiden Powwow-Tagen neben indianischer Gastronomie sowie einer Handwerker- und Händlerstraße vor allem interessante Indianertänze. Die nicht nur zum Mitmachen animieren, sondern ausdrücklich dafür offen sind, versichert Diecke. Doch am Sonntag wolle er mit einem „Liselotte-Welskopf-Henrich-Special" die Erinnerungen an die indianistische Buchautorin wach halten. „Und zwar mit einem extra Tanzwettbewerb, für den ebenso ein extra Preis ausgelobt wurde, der von Rudolf Welskopf und Gojko Mitic überreicht wird", ließ Diecke wissen.

Willkommen sind alle Freunde der Indianistik sowie Neugierige, denen sich die einmalige Gelegenheit bietet, mit der Kultur nordamerikanischer Indianer auf Augenhöhe Tuchfühlung aufzunehmen. Doch Diecke warnt vor falschen Illusionen, wenn er von „zeitgenössischen indianischen Tänzen" spricht. Natürlich lebt das Powwow von seiner Farbenpracht in Form der imposanten Indianerkleidung. Aber eben auch von seiner sich mit der Zeit gewandelten authentischen Darstellung. Es sei „unangemessen und ungerecht", wenn man einen Indianer nur als solchen in der bekannten Tracht respektiere. Diecke wörtlich: „Ich trage doch auch nicht mehr die Unterhosen meines Großvaters von 1820. Trotzdem stamme ich von ihm ab."

Purer Stolz, den der Verein „Freunde der Crow-Agency" dann auch zum Powwow in Neuneunitz mit seinem Banner hochhalten will. Beginnend mit dem „Grand Entry", dem großen Einmarsch, der in diesem Jahr von Gojko Mitic angeführt wird. Und offenbar hat der DDR-Indianer im Ruhestand, der am Samstag eine Autogrammstunde gibt, gar mit Petrus die Friedenspfeife geraucht, denn die Sonne will sich über Pfingsten dominant am Grimmaer Präriehimmel zeigen.

Frank Schmidt

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