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Präsident des FC Grimma verteidigt Neubau der Sportplätze auf Kasernengelände

Fußball Präsident des FC Grimma verteidigt Neubau der Sportplätze auf Kasernengelände

Die Meinungen jener, die den Neubau der Fußballplätze an der Lausicker Straße in Grimma kritisch sehen, bringen den Präsidenten des FC Grimma, Egon Pape, zur Rage. Der Verein habe schon Ende 2014 beschlossen, seine Spielstätte an einen flutsicheren Ort zu verlagern. Auf dem Kasernengelände verkleinere sich der Verein räumlich und in der Fläche.

Die Nähe zur Mulde ist das Verhängnis für den Kunstrasenplatz und das Fußballstadion in Grimma. Ein Ersatzneubau ist im Gespräch.

Quelle: Andreas Röse

Grimma. Immer wieder heben sich warnende Stimmen in Grimma. Zuletzt Stadträte wie Jörg Diecke (Linke) und Klaus-Dietscher Tschieche (SPD), dann in den LVZ-Leserbriefspalten Wolfgang Jahn, Ex-Vorstandsmitglied des FC Grimma, und Horst Knoof, einst Chef des Kreisfachverbandes Leichtathletik. Sie alle hegen Bedenken zur Verlagerung der Fußballplätze an die Lausicker Straße und dem Schleifen des Stadions der Freundschaft an der Mulde. Meinungen, bei denen Egon Pape der Hut hochgeht. „Dass die Gegner des Rewe-Marktes über den Fußball wieder Fahrt aufnehmen, ärgert uns sehr“, schimpft der Präsident des FC Grimma.

Dabei ist alles beschlossene Sache, auch der Rewe auf dem jetzigen Kunstrasenplatz. „Zum Stadion-Neubau haben wir uns nach der zweiten Überschwemmung durch die Mulde viele Gedanken gemacht, das ist keine Über-Nacht-Entscheidung“, verdeutlicht der 65-jährige Präsident. Nach einer unmissverständlichen Empfehlung in Dresden von Wiederaufbau-Chef Fritz Jaeckel (CDU), intensiven Gesprächen und einer aufgezeigten Lösung hatte die Mitgliederversammlung des Fußballvereins Ende 2014 einstimmig dafür votiert, ihre Sportstätte an einen flutsicheren Ort zu verlegen. Weil Geld aus der Sportförderung nicht verwendet werden darf, will die Kommune den ersten Abschnitt des Sportzentrums Husarenkaserne aus dem Dresdner Fluthilfe-Topf und dem Grundstückserlös des Rewe-Marktes, der 1,6 Millionen Euro beträgt, finanzieren. Insgesamt sind 4,2 Millionen Euro für den Rasenplatz, den gleich großen Kunstrasenplatz, das Funktionsgebäude und etwa 200 Parkplätze veranschlagt.

Der Fußball in Grimma werde deshalb nicht bevorzugt, will Pape den Kritikern den Wind aus den Segeln nehmen. „Wir verkleinern uns in der Fläche und bei den Räumlichkeiten.“ Das neue Stadion werde 500 Sitzplätze und 500 bis 600 Stehplätze haben, während das Stadion der Freundschaft für 8000 Zuschauer zugelassen sei. „Wir wollen ein kleines, beschauliches Stadion, Luftschlösser bauen geht nicht“, betont der FC-Präsident. Die Größe, die jetzt geplant sei, werde funktionieren. Pape führt ebenfalls ins Feld, dass der 300 Mitglieder zählende Fußballclub wie die anderen Vereine auch den Kürzungen der städtischen Zuschüsse unterliege und viel in die Nachwuchsarbeit investiere. Nicht zuletzt habe der Fußball einen höheren Zuspruch als andere Sportarten.

Die FC-Pläne am Kasernenstandort reichen aber weiter. Parallel plant der Verein, auf eigene Kappe ein Kunstrasen-Kleinspielfeld für seinen Nachwuchs zu errichten. „Wir haben von Sponsoren Fluthilfe bekommen, sie soll die Eigenmittel decken“, erläutert Pape. Denn die Sächsische Aufbaubank (SAB) habe signalisiert, dass der Platz förderfähig sei. Die Hälfte der geschätzten 80 000 Euro erhofft sich der FC deshalb aus der Sportförderung des Freistaates. Baubeginn soll im Sommer oder Herbst dieses Jahres sein. Zudem schwebt eine Vision im Raum. Pape: „Wir wollen neben dem Kleinfeld gedanklich den Willi-Schmidt-Sportplatz bauen.“ Nach den ersten Plänen wollte der FC im Stadion der Freundschaft auch künftig seine Nachwuchskicker trainieren und spielen lassen. Das aber untersagte die SAB mit dem Förderbescheid für das neue Sportzentrum. Doch auch der Schmidt-Platz, wo die 18 Nachwuchsteams derzeit überwiegend spielen, sei hinfällig, so Pape. Deshalb gehen die Zukunftspläne dahin, an der neuen FC-Stätte den gesamten Fußball zu konzentrieren. Auch der vierte Platz wäre förderfähig und mit Eigenkapital des Vereins und Sponsoren finanzierbar, erklärt Pape. Geschätzte Kosten bei Bauvergabe: 150 000 Euro. Vor 2020 sei aber nicht an eine Umsetzung zu denken. Mit den vier Plätzen und der von der Stadt avisierten Sporthalle entstünde ein „richtiges Sportzentrum“, ist Pape zuversichtlich.

Seit der Flut 2013 leben die Fußballer mit einem Provisorium an der Mulde. „Meine Devise ist, hier keinen Steuercent zu investieren“, verdeutlicht der FC-Chef. Alles, was notdürftig hergerichtet wurde, sei aus eigener Kraft geschehen.„Der Zustand ist eine Zumutung für die Kinder und Spieler“, schaut Pape zum Beispiel auf den putzlosen Umkleide- und Sanitärtrakt. Die Drainage des Hauptplatzes sei durch den Schlamm der zweiten Flut zugesetzt, auch der Kunstrasen im Friedrich-Ludwig Jahn Stadion „ist komplett kaputt“. Das Hochwasser vor vier Jahren habe an beiden Stadien Schäden in Höhe von 3,3 Millionen Euro hinterlassen.

Laut Förderbescheid darf das Stadion der Freundschaft künftig nur noch für den Schulsport und als Leichtathletik-Stätte genutzt werden. Die Tribüne mit ihren 500 Sitzplätzen müsse zurück gebaut werden. Ein Passus, der Grimmas Leichtathleten gegen den Strich geht. Pape steht da auf deren Seite. „Bei Events werden die Sitzplätze dringend gebraucht.“ Er unterstütze deshalb die Stadt, diese SAB-Forderung abzuwenden.

Indes ist auf dem Kasernengelände auch mit Altlasten zu rechnen. So ist bereits nachgewiesen, dass Grundwasserleiter mit Schadstoffen belastet sind. „Die Wassergeschichte ist tatsächlich nicht geklärt“, merkt der FC-Präsident an. „Zur Bewässerung sind wir in der Pflicht, mit der Stadt ein Konzept zu erstellen.“

Von Frank Prenzel

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Bundesland: Sachsen

Landkreis: Leipzig

Fläche: 218,32 km²

Einwohner: 28.480 Einwohner (31.12.15)

Bevölkerungsdichte: 130 Einwohner je km²

Postleitzahl: 04668

Ortsvorwahlen: 03437,034382, 034384, 034386

Stadtverwaltung: Markt 16/17, 04668 Grimma

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