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Grimma Premiere in Grimma: Leichtathleten feiern nach Jahrzehnten ein Wiedersehen
Region Grimma Premiere in Grimma: Leichtathleten feiern nach Jahrzehnten ein Wiedersehen
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00:21 10.09.2017
Michael Krafczyk hält die Einladung und die Fäden für eine Premiere in der Hand: Das erste Treffen ehemaliger Grimmaer Leichtathleten. Quelle: Frank Prenzel
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Grimma

Das wird Michael Krafczyk sein Lebtag nicht vergessen. Der Grimmaer war im Juli 1987 beim internationalen Leichtathletik-Meeting zum DDR-Sportfest in Leipzig als Kampfrichter eingesetzt. Beim Speerwurf der Frauen. Plötzlich segelte und segelte der Speer von Petra Felke auf sagenhafte 78,90 Meter. Krafczyk, damals 47, zog das Wurfgerät aus dem Rasen und sah es an der Anzeigetafel: Weltrekord!

Beim Treffen der einstigen Grimmaer Leichtathleten am 16. September dürften bei Fotos viele Erinnerungen wach werden.

Noch heute bekommt der jetzt 77-Jährige Gänsehaut, wenn er an dem Moment denkt. Diese Geschichte wird wohl ganz sicher aufgewärmt, wenn am 16. September in Grimma eine außergewöhnliche Premiere ins Haus steht. Dann treffen sich erstmals einstige Leichtathleten der Muldestadt, die von 1962 bis 1975 das Licht der Welt erblickten und somit in den 1970er und 1980er Jahren bei der BSG Einheit Grimma (heute TSV) das Geschehen auf den Laufbahnen und an den Sprung- und Wurfanlagen bestimmten. Krafczyk gehört zu den Organisatoren des Treffens – und kann sich rühmen, nach wie vor zwei Grimmaer Kreisrekorde zu halten. 1964 und 1966 lief er die 100 Meter in 11,2 Sekunden. Und im Dreisprung landete er im Jahr 1965 bei 13,43 Meter.

Krafczyk wird übrigens eine aktuelle Kreisrekordliste beim 15 Uhr beginnenden Treffen im Sportlerheim des Stadions der Freundschaft aushängen. Und er freut sich riesig, einstige Weggefährten, die er viele Jahre nicht sah, zu Gesicht zu bekommen und zu erfahren, was aus ihnen geworden ist. Die Idee für das Treffen der Leichtathleten wurde übrigens im fernen Ostwestfalen geboren. Dort lebt seit der Wende Erhart Kurth in einer Gemeinde namens Herzebrock-Clarholz. Der ehemalige Übungsleiter der BSG-Sektion Leichtathletik und des Trainingszentrums im Kreis Grimma hat in seiner neuen Heimat so eine Begegnung ins Leben gerufen – und will den Erfolg jetzt nach Grimma tragen. In Krafczyk fand er sofort einen rührigen Mitstreiter. Seit Februar bereiten beide die Zusammenkunft vor.

„Wir haben 117 Namen ehemaliger Leichtathleten ermittelt“, erzählt der Grimmaer. Nur bei zehn fand sich keine Adresse. Wie groß das Interesse an dem Treffen ist, beweisen die Zusagen: 83 der damaligen Leichtathleten wollen kommen. Darunter Simone Thust (jetzt Brinkschulte), die vor dem Mauerfall in Kanada bei der Junioren-WM der Geher Bronze holte und damit die wohl erfolgreichste Sportlerin der eingeladenen Jahrgänge ist. Sie lebt heute in Nordrhein-Westfalen. Komplett zugesagt hat die erfolgreiche 4x100-Meter-Staffel der Bezirksmeisterschaft von 1980. Alle vier Frauen des damaligen Vizemeisters rücken an. Eine weite Anreise hat auch Thomas Bartholomé, der inzwischen in Hannover wohnt und noch heute als Läufer aktiv ist. Jener Mann, den es von Grimma aus am weitesten verschlagen hat, bleibt aber fern. Aus verständlichen Gründen: Frank Engel lebt in Australien.

Krafczyk lässt übrigens extra Namensschilder anfertigen, damit man sich beim Wiedersehen auch erkennt. In den lockeren Gesprächen am 16. September werden ganz sicher auch die Erlebnisse beim 8. DDR-Turn- und Sportfest in Leipzig vor 30 Jahren in Erinnerung gerufen. Sie waren verbunden mit der 11. Kinder- und Jugendspartakiade, bei der auch etliche Grimmaer dieser Jahrgänge an den Start gingen. „Alle freuen sich auf das Wiedersehen“, so der Organisator. Eingeladen seien auch Mitstreiter, die damals in Verantwortung standen.

Krafczyk selbst hat übrigens eine lange Laufbahn in der 1950 gegründeten Betriebssportgemeinschaft Einheit Grimma hinter sich, aus der zur Wendezeit der Turn- und Sportverein hervor ging. Mit 17 fand er zur Leichtathletik und wurde 28-jährig in der BSG zum Sektionsleiter gewählt. Mit seiner Mannschaft wurde Krafczyk von 1969 bis 1971 jeweils Bezirkspokalsieger. Bis 2003 arbeitete der engagierte Mann als Abteilungsleier der Leichtathleten und war darüber hinaus 24 Jahre Schatzmeister des Vereins. Auch als Übungsleiter und Kampfrichter war der gelernte Fachverkäufer ständig in der Spur.

Beim Treffen am 16. September wird er auch eine CD mit Fotos von der damaligen Zeit abspielen. Und es wird wohl das ein oder andere Album die Runde machen. Vor allem aber werden die Sportler von damals ihre Köpfe zusammenstecken und ihre damaligen Erfolge Revue passieren lassen.

Von Frank Prenzel

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