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Grimma Prinzessinnenglück im Doppelpack
Region Grimma Prinzessinnenglück im Doppelpack
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00:31 24.05.2015
Keine leichte Aufgabe für Prinzessin: Sie muss sich gleich um zwei Bullenkälbchen kümmern. Quelle: Thomas Kube
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Grimma/Neu-Neunitz

Dass die vier Jahre alte Bisonkuh "Prinzessin" auf der Bisonfarm tragend war, ließ sich aufgrund ihrer Leibesfülle in den letzten Wochen nicht mehr verheimlichen. Mit Zwillingen hatte Diecke allerdings nicht gerechnet.

"Prinzessin" kümmert sich liebevoll um den doppelten Nachwuchs und wird dabei vom Rest der Bisonherde unterstützt. "Allerdings hat sie noch Probleme, gleich zwei Kälbchen zu betreuen. Wir müssen ihr noch hin und wieder zeigen, dass das andere noch im Gras liegt", erzählt Evy Scholz (47), die die Tiere mitbetreut. Der Vater der Zwillinge ist der fünfjährige Leitbulle. "Zwillingsgeburten bei Bisons sind extrem selten", sagt Diecke, der seit zwölf Jahren Bisons züchtet. Die Wahrscheinlichkeit einer Zwillingsgeburt würde in der Literatur mit unter einem Prozent angegeben. Beim Nachwuchs handelt es sich um Bullen. "Da kann es zu Rivalitäten kommen. Allerdings sind die Bullen erst nach drei Jahren geschlechtsreif", sagt er. "Wir rechnen in diesem Jahr noch mit zwei Geburten. Bisher haben wir 15 Kälber erfolgreich großgezogen. Allerdings kennt man den Geburtstermin erst dann, wenn das Kälbchen vor einem liegt", erzählt Evy Scholz. "Als ich am Sonntag zur Herde kam, suchte ich verzweifelt Prinzessin. Als ich sie dann fand, sah ich nur ein Kälbchen. Doch plötzlich regte sich ein zweites im Gras", berichtet sie. "Mit der Flasche Bisons großzuziehen, ist schwer. Wir haben dies schon dreimal versucht. Doch ohne Erfolg. Deshalb hoffen wir, dass die Mutter es schafft, ihre Zwillinge allein zu ernähren", sagt Diecke. Dass die Bisons keine Kuscheltiere sind, musste er vor neun Jahren erfahren, als ihn ein Bulle auf die Hörner spießte. "Ich habe daraus gelernt", sagt er. Deshalb näherte er sich nur mit Hilfe von Evy Scholz, die die anderen Tiere fütterte, dem einen Neugeborenen, das nicht so schnell der Mutter hinterher laufen konnte. "Es sind und bleiben Wildtiere", erklärt der in Leipzig geborene Züchter.

Sehen kann man all die Tiere zum traditionellen Powwow, das zu Pfingsten am 23. und 24. Mai stattfindet. Denn Diecke ist Vorsitzender der Indianistik-Gruppe Freunde der Crow Agency. "Großes Interesse für Indianer habe ich schon seit meiner Kindheit", erzählt er. Zu dem großen Spektakel auf der Bisonfarm kommt auch der indianische Künstler und Schauspieler Robert Alan Packard, der einen Einblick in die Herstellung der berühmten Catlinit-Pfeifen geben wird. Die Catlinit-Pfeifen, die oft fälschlicherweise als Friedenspfeife bezeichnet werden, besitzen für die nordamerikanischen Ureinwohner eine sehr große Bedeutung. Alan Packard spielte unter anderem in den Filmen "Der Schuh des Manitu" und "Sonnenallee" mit. Der Angehörige der Yankton-Dakota-Indianer wird an beiden Tagen des Powwows eine Autogrammstunde abhalten. Neben Tanz und Musik sind indianische Gastronomie, eine kleine Handwerker- und Händlerstraße sowie die Fütterung der Bisons zu erleben. Willkommen sind Neugierige, denen sich die einmalige Gelegenheit bietet, mit der Kultur nordamerikanischer Indianer Tuchfühlung aufzunehmen.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 22.05.2015
Cornelia Braun

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