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Grimma Probleme bei Erweiterung der Grundschule
Region Grimma Probleme bei Erweiterung der Grundschule
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00:45 28.04.2018
Der Schillerpark an der Naunhofer Grundschule. Die Kirchgemeinde als Eigentümer möchte ihn entweder gegen anderes Land eintauschen oder von der Stadt eine höhere Pachtsumme. Quelle: Frank Pfeifer
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Naunhof

Die Zeit läuft Naunhof davon. Im Grunde müsste die Grundschule bis zum Sommer erweitert worden sein, um allen Kindern Platz zu bieten. Doch weiterhin wird über viel Grundsätzliches diskutiert. Ein Gipfelgespräch soll Klärung bringen, aber der Termin steht noch nicht fest. So werden bald einige Kinder im Container unterrichtet.

Als Architekt Marco Stelzel im Juni vergangenen Jahres seine Pläne für einen Anbau vorstellte, äußerten mehrere Stadträte Skepsis angesichts der futuristisch anmutenden Konstruktion aus viel Beton und Glas – sie wollten mehrere Wahlmöglichkeiten vorgelegt bekommen. Deshalb schlug der Fachmann vor, einen Arbeitskreis zu bilden, in dem auch Eltern und Lehrer Ideen für die Gestaltung einbringen können.

Diesen Entwurf legte Architekt Marco Stelzel im Juni vergangenen Jahres dem Stadtrat vor. Er sah einen modernen Anbau an das Hauptgebäude der Grundschule vor. Quelle: S.ai GmbH Stelzel Architekten & Ingenieure

Das ist passiert. Laut Bauamtsleiter Thomas Hertel steht nun das neue Konzept, nachdem es der Stadtrat in nichtöffentlicher Sitzung vorgelegt bekommen hat. „Der Bauantrag wurde inzwischen im Landratsamt eingereicht“, sagt er und räumt ein: „Wir werden allerdings frühestens 2019 beginnen können, den Anbau zu errichten.“

Der erste Entwurf von der Bismarckstraße her gesehen. Laut Stadtverwaltung hat der Arbeitskreis, dem auch Eltern und Pädagogen angehören, eigene Ideen entwickelt. Quelle: S.ai GmbH Stelzel Architekten & Ingenieure

Entsteht ein neues Gebäude für mehr Kinder, muss laut Gesetz der Schulhof erweitert werden. Auch in diesem Punkt läuft das Prozedere alles andere als reibungslos. Die Idee von Bürgermeister Volker Zocher (parteilos), den Schulgarten als Hof zu nutzen und stattdessen woanders einen Garten anzulegen, stößt in der Nachbarschaft auf wenig Gegenliebe.

„Der jetzige Schulgarten ist eine schlauchartige Fläche und vom Zuschnitt her nicht als Hof geeignet“, sagt die ehemalige Naunhofer Kinderärztin Carola Fischer im Namen von rund 20 Bürgern aus dem angrenzenden Wohngebiet. Ihr Vorschlag: „Die preiswerteste Lösung wäre es, die Bismarckstraße zu sperren und dem Schulhof für die Pausengestaltung zuzuschlagen.“ Die Hortkinder hingegen könnten den Schillerpark nutzen, der dem Hauptgebäude gegenüber liegt.

Während Zocher mit dem ersten Vorschlag mitgehen kann, sieht er beim zweiten Probleme. Denn zwischen Schule und Schillerpark liegt die Schulstraße, die nach seinen Worten offen bleiben muss. Für Fischer kein wirkliches Gegenargument, denn die Hortnerinnen würden schon jetzt die Kinder zum Spielplatz im Schillerpark führen. „Das wäre doch auch in Zukunft möglich“, meint sie.

Um den Schillerpark entfachte sich außerdem ein Streit. Die 2981 Quadratmeter große Fläche gehört der evangelisch-lutherischen Kirchgemeinde, die sie der Kommune seit Urzeiten für 1,50 Euro pro Jahr verpachtet hatte. „Wir verfolgten keine kommerziellen Absichten“, erklärt Pfarrer Norbert George die niedrige Summe. Doch selbst diesen Obolus habe Naunhof ab 2015 nicht mehr gezahlt.

Das Kraut machte fett, als die Kommune, so George, „mit unserem Grundstück verfuhr, als wäre es ihr eigenes.“ Vor rund anderthalb Jahren ließ sie im Park große Linden fällen, ohne die Kirchgemeinde zu informieren, woraufhin diese den Pachtvertrag zum 31. Mai diesen Jahres kündigte. „Die bis dahin verbleibende Zeit ermöglicht die Erstellung eines neuen Vertrags zu zeitgemäßen Konditionen oder einen Flächentausch“, so George. „Aus unseren Erfahrungen mit der Stadt heraus lehnten wir den Gutachter ab, den sie vorschlug, und bestellten uns einen eigenen. Sobald dessen Ergebnis vorliegt, wenden wir uns ans Rathaus.“

Noch im April sollte es nach Zochers Worten einen Schulgipfel geben, bestehend ausschließlich aus Stadträten, die hinter verschlossenen Türen reden, um Lösungen herbeizuführen. Doch laut Stadtsprecherin Lohn wurde bislang kein Termin vereinbart. „Wir brauchen vorher Zuarbeiten von Behörden“, begründet Hertel. „Auf dem Schulgipfel soll es nicht nur um die jetzige Erweiterung gehen, sondern auch um eine spätere. Brauchen wir noch einen Anbau oder gar eine weitere Grundschule?“

Solange der erste Anbau nicht steht, bleibt nichts weiter übrig, als zum Beginn des neuen Schuljahrs zwei Container in Betrieb zu nehmen. Einer soll, so Lohn, als Klassenraum vor dem Eingang der Grundschule Platz finden, ein weiterer als Erweiterung der Mensa im Schulhof. Im Sommer kommenden Jahres folge ein weiterer Schulklassencontainer. Welche Kinder darin unterrichtet werden, organisiere die Grundschule selbst.

Von Frank Pfeifer

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