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Proteste ohne Erfolg: Grimma behält Ferdinand-Walther-Straße

Proteste ohne Erfolg: Grimma behält Ferdinand-Walther-Straße


Grimma. Es bleibt dabei: Die ehemalige Bergstraße in Grimma behält den seit 1. Januar gültigen Namen Ferdinand-Walther-Straße.

. Der Protest zahlreicher Bewohner, der sich gegen die Umbenennung an sich und speziell gegen den Namen des einstigen Fabrikanten richtete, bleibt erfolglos.

Eigentlich wollte die Verwaltung die Stadträte lediglich über den Stand der Dinge nach einer Bürgerversammlung Ende Februar informieren. Dort war deutlich geworden, dass ein großer Teil der Ex-Bergstraßenbewohner überhaupt keine Umbenennung möchte. Die Verwaltung hatte aber mehrfach deutlich gemacht und das auch jetzt wieder unterstrichen, dass sie von dem einmal gewählten Prinzip bei den Umbenennungen keine Ausnahme zulassen will: Umbenannt wird dort, wo weniger Menschen wohnen. Diese Haltung unterstützten jetzt auch mehrere Stadträte, etwa Hans-Jörg Dossin (BfG), der sagte: „Wir können nicht anfangen, das Prinzip jetzt wieder aufzulösen." Ähnlich sah das Wolfgang Bludau (Linke), der aber riet, die Bewohner wegen eines alternativen Namens noch mal zu befragen.

Eine Vorgehensweise, die auch Oberbürgermeister Matthias Berger ins Auge gefasst hatte, nachdem eine erste Befragung ein Ergebnis gebracht hatte, das unterschiedliche Deutungen zuließ. Bei 63 abgegebenen Stimmen, rechnete Carla Richter von der Stadtverwaltung vor, war 21-mal der Name Ferdinand Walther akzeptiert worden, wurden 18 andere Vorschläge unterbreitet, sprachen sich 17 für den Erhalt des alten Straßennamens aus, wollten fünf den alten Namen behalten, machten aber zugleich andere Vorschläge.

Offenbar war aber eine Mehrheit der Stadträte nicht gewillt, die Debatte um einen bereits per Stadtratsbeschluss festgelegten Straßennamen überhaupt fortzuführen. Am meisten zugespitzt formulierte das Tobias Burdukat von den Bürgern für Grimma, der sagte: „Wir reden seit 25 Minuten über eine Straße, obwohl wir eine klare Regelung haben. Wem das nicht gefällt, der muss wegziehen." Berger rief daraufhin – eine reguläre Beschlussfassung war nicht vorgesehen – zu einer informellen Abstimmung auf. Nur zwei Stadträte waren für eine nochmalige Befragung der Bewohner, 21 plädierten dafür, es bei Ferdinand-Walther-Straße zu belassen, die restlichen enthielten sich der Stimme. Das Für und Wider zur Person Ferdinand Walther wurde nicht diskutiert. Georg Dornig (Grimmaer), sagte lediglich: „Wird etwas nach Personen benannt, ist das nachträglicher Personenkult." Und auch Oberbürgermeister Berger überlegte laut: „Man sollte wohl besser keine Personen für Straßennamen nehmen."

An der Ferdinand-Walther-Straße ändert diese Sicht nichts. Christina Böhme, die den Protest in der ehemaligen Bergstraße organisiert und befördert hatte, durfte sich am Schluss der Debatte kurz vor dem Stadtrat äußern. Sie warnte vor der Wirkung, die eine nach einem Nationalsozialisten benannte Straße haben kann im Zusammenhang mit der gerade angebahnten Städtepartnerschaft mit einer Stadt in Israel.

André Neumann

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