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Grimma Prügelei bei Bennewitz: Mitglied der Terror Crew Muldental freigesprochen
Region Grimma Prügelei bei Bennewitz: Mitglied der Terror Crew Muldental freigesprochen
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15:04 21.09.2016
Carsten P. aus Trebsen konnte eine Beteiligung an der Schlägerei zu Himmelfahrt 2013 nicht nachgewiesen werden.  Quelle: Frank Schmidt
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Grimma

 Der Männertagausflug am 9. Mai 2013 endete für Carsten P. aus Trebsen auf der Anklagebank im Amtsgericht Grimma. Dem 26-jährigen mutmaßlichen Täter aus dem Dunstkreis der rechten „Terror Crew Muldental“ sollte wegen Körperverletzung der Prozess gemacht werden. Die Staatsanwaltschaft warf ihm vor, am besagten Vatertag auf dem Waldweg zum Forsthof Waidmannsheil bei Bennewitz mit anderen jedoch nicht weiter ermittelten Personen aus einer Gruppe heraus junge Männer einer anderen Gruppe tätlich angegriffen zu haben. Zuvor, so verlas der Staatsanwalt die Anklageschrift, „kam es zwischen einzelnen Personen aus beiden Gruppierungen aus nicht wieder feststellbarem Grund zur verbalen Auseinandersetzung“, die in Handgreiflichkeiten übergegangen seien. Der Angeklagte habe sich daraufhin einvernehmlich mit anderen aus seiner Gruppe in Trupps von mindestens drei Personen auf jeweils ein Opfer gestürzt, um auf diese einzuschlagen, sie zu würgen und zu zerren, bis sie zu Boden gingen. Der Angeklagte sei Anführer der Angreifer gewesen und habe einem Opfer einen Faustschlag auf die Nase versetzt, ein zweites am Boden liegendes Opfer getreten und sich an Tätlichkeiten gegen ein drittes Opfer beteiligt. Im weiteren Verlauf verlas der Staatsanwalt die verschiedenen Verletzungen. Von Schürfwunden, Schwellungen und Prellungen über Platzwunde am Auge bis hin zur Fraktur eines Nasenbeines bei insgesamt vier Personen war die Rede.

Die Geschädigten waren als Zeugen geladen und wurden vom Strafrichter belehrt, die Wahrheit zu sagen. Wohl wissend, dass die Tat dreieinhalb Jahre zurückliegt und die Erinnerungen daran schwach sein könnte. Einzeln in den Zeugenstand gerufen, gaben alle vier Zeugen zu Protokoll, sich an den Vorfall nicht erinnern zu können. Daraufhin konfrontierte der Staatsanwalt die Zeugen mit Aussagen, die sie nur wenige Tage nach der Tat gemacht und unterschrieben haben. Manche Aussagen seien so konkret gewesen, dass es zur Anklage gegen das Trebsener Mitglied der Terror Crew Muldental überhaupt kommen konnte.

Aber in der gestrigen Verhandlung waren alle Erinnerungen an den Vorfall offenbar gelöscht. Ebenso die Schmerzen der teils heftigen Verletzungen und die späteren Vernehmungen bei der Polizei waren vermutlich aus dem Gedächtnis gelöscht. Keiner der Beteiligten will Carsten P. vor dem Prozess jemals gesehen haben. Für das Gericht und die Staatsanwaltschaft war es daher keine Überraschung, das ein weiterer Zeuge Handyfotos vorlegte, die beweisen sollten, dass der Angeklagte zur fraglichen Zeit gar nicht am Tatort gewesen sein soll. Folglich, so das Gericht, sei der Angeklagte aufgrund der bestehenden Zweifel an der Täterschaft freizusprechen, konstatierte der Strafrichter. Auch der Staatsanwalt machte in seinem Plädoyer klar, wie „wenig glaubhaft“ es sei, dass die vier Verletzten keinerlei Erinnerungen mehr hätten. Er habe den Eindruck, dass diese Angst hätten, vor Gericht auszusagen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Von Frank Schmidt

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