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Queen trifft Mister Schmiedel: Colditzer Bürgermeister freut sich königlich

Queen trifft Mister Schmiedel: Colditzer Bürgermeister freut sich königlich

Nicht schlecht staunten kürzlich die Colditzer, als zur 750-Jahrfeier ihrer Stadt auf einmal doch die Queen vorbeischaute: Ob in Badergasse, Modehaus oder Lidl - die adrett gekleidete, nett winkende Dame mit Hut zog die verdutzten Blicke auf sich.

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Stolzer Colditzer: Ortschef Matthias Schmiedel hatte dieser Tage die Einladung zur Queen in der Post.

Quelle: Andreas Döring

Colditz/London. Schnell jedoch war klar: Alles nur Theater. Hinter dem Queen-Double steckte Tausendsassa Elfi Wenzel, Postbotin aus Erlbach.

Vielleicht war sie es ja auch, die dem Colditzer Rathaus dieser Tage die vielleicht brisanteste Depeche aller Zeiten zustellte. Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos) mit stolz geschwellter Brust: "Mit meiner Ehefrau Sybille bin ich am 25. Juni zum Empfang Ihrer Majestät geladen."

Wie berichtet, kommen die britische Königin Elizabeth II. und ihr Mann Prinz Philip, Duke of Edinburgh, zum ersten Mal seit zehn Jahren wieder zu einem Staatsbesuch nach Deutschland. Die 89-jährige Monarchin und ihr 93-jähriger Mann folgen der Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck. Auf einem Empfang im Garten der Grunewalder Privatresidenz des britischen Botschafters Sir Simon McDonald wird der Colditzer Bürgermeister als einer der exklusiv geladenen Gäste die Chance haben, der "Ma'am" die Hand zu reichen und ein paar Worte an sie zu richten. Gewissermaßen als Handreichung bekamen "Mister Schmiedel and Partner" neben der offiziellen Einladung auch noch ein paar nützliche Tipps, wie "Your Majesty" vorschriftsmäßig zu begegnen ist: "Herren verbeugen sich. Damen machen einen kleinen Knicks oder neigen wie die Herren leicht den Kopf."

Dem mit Spannung erwarteten Smalltalk ist eine Neverending Story vorausgegangen. "Aus Anlass unserer 750-Jahrfeier und des 70. Jahrestages des Kriegsendes hatten wir die Queen nach Colditz eingeladen", sagt Tino Stenzel vom Festkomitee. Allein dieses Prozedere glich einer Staatsaktion: Der in Sermuth ansässige, in England geborene und aufgewachsene Muttersprachler Alexander Kalinowski, Sohn eines Polen und einer Slowenin, übersetzte zunächst den hoch offiziösen Text. Danach gestalteten die Colditzer die beinahe einen Meter lange Einladung als Schriftrolle, die mit sächsischem und Colditzer Wappen versiegelt an die Deutsche Botschaft nach London versandt wurde. Dort lag und lag und lag sie. Irgendwann erreichte sie dann doch den Privatsekretär der Queen, Sir Christopher Geidt. Der wiederum sagte gegenüber dem britischen Botschafter in Berlin aus terminlichen Gründen ab. Das Königshaus sei schon für zwei Jahre im Voraus ausgebucht, hieß es. Sir Simon McDonald übermittelte das den Colditzern und kündigte an, persönlich an den Colditzer Feierlichkeiten teilzunehmen.

Sein Besuch vor etwa einem Monat mit Fünf-Uhr-Tee, Festakt und Schlossführung wurde zu einem vollen Erfolg. "Es war ihm ein Herzensbedürfnis, das spürte man. Der Herr Botschafter erinnerte sich, wie er als kleiner Junge begeistert beim Brettspiel ,Escape from Colditz' (Flucht aus Colditz) würfelte", sagt Tino Stenzel vom Festkomitee.

Das Kriegsgefangenenlager für alliierte Offiziere auf Schloss Colditz kennt in Großbritannien noch heute jedes Kind, weiß Cornelia Hippe-Kasten, Geschäftsführerin der Gesellschaft Schloss Colditz: "Jährlich besuchen rund 15 000 englischsprachige Touristen unsere Stadt." Kein Wunder: Im Castle waren Viscount Lascelles, der Neffe von King George VI., sowie Captain John, the Master of Elphinstone, Neffe von Queen Mum, eingesperrt. In Colditz saßen auch Max de Hamel, Neffe Winston Churchills, sowie Giles Romilly, der Neffe von Churchills Frau, ein. Auch Lord Hopetoun, Sohn des früheren indischen Vizekönigs, Michael Alexander, Neffe von Feldmarschall Alexander, und Earl Haig, Sohn des Feldmarschalls Haig, gehörten zu den Gefangenen. Royale Geschichte pur.

Sir Simon McDonald und seine Gattin Olivia standen offenbar noch ganz unter dem Eindruck ihrer Colditz-Visite, als sie den Colditzer Bürgermeister als einen der ersten zehn Ehrengäste auf die Teilnehmerliste des königlichen Empfanges setzten. Schmiedel wertet das nicht etwa als Ehrenbezeugung ihm gegenüber, sondern als "Hommage" an alle Colditzer: "Auf dem Rasen der Berliner Privatresidenz von Sir Simon werde ich der Queen versichern, dass das Königshaus in Colditz jederzeit willkommen ist."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 23.05.2015
Haig Latchinian

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