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Grimma Radweg Grimma - Borna ausgebremst?
Region Grimma Radweg Grimma - Borna ausgebremst?
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11:44 13.03.2018
Betriebshof Zwenkau Quelle: LVZArchiv

Eine solche Vereinbarung wäre denkbar, könnte man sich über die Planungskosten einigen. Die nämlich sind nicht förderfähig. Bad Lausick, für den größten Wegebau-Abschnitt verantwortlich, müsste 130000 Euro für diese Planung zahlen. Im dortigen Rathaus hebt man die Hände.

Dass ein asphaltierter Radweg, der die Kreisstadt Borna mit der Muldestadt Grimma verbindet und durch attraktive Landschaften führt, für den Tourismus erhebliche Bedeutung hat - für Landrat Gerhard Gey (CDU) steht das außer Frage. Seit mehreren Jahren wird an einer solchen Trasse, die vorhandene Wege nutzt, aber auch neue erfordert, getüftelt. Inzwischen besteht darüber grundsätzlich Einigung: Sie zweigt von Grimma kommend in Kleinbothen vom Muldenradweg ab, nutzt zwischen Großbothen und Glasten die alte, durch den Wald führende Chaussee, bis Bad Lausick und zum Fürstenholz den Querbahn-Damm, knickt nach Kitzscher ab und verläuft dann über Dittmannsdorf und Bockwitz vor allem auf neu zu bauenden, straßenbegleitenden Wegen nach Borna. Schlössen sich die beteiligten Kommunen - Frohburg ist für den Flößberger Abschnitt mit im Boot - zusammen und realisierten das Projekt gemeinsam, können sie mit 90 Prozent Förderung der Baukosten rechnen. Das habe das Landesamt für Straßenbau und Verkehr signalisiert, sagt Gey. Andererseits aber müssten die Planungen aus eigener Tasche bezahlt werden. Bad Lausick hätte dabei die größte Summe zu stemmen: 130000 Euro.

"Ich unterschreibe keine solche Vereinbarung, wenn die Gesamtfinanzierung nicht geklärt ist", stellt der Bad Lausicker Bürgermeister Josef Eisenmann (CDU) klar. Den genannten Planungskosten-Anteil zu tragen, sei völlig illusorisch. Und selbst die reinen Baukosten seien trotz 90-prozentiger Förderung happig. Die Aussage kann bei der Betrachtung der Gesamtkosten nicht verwundern: Bad Lausick 850000 Euro, Grimma 300000 Euro, Borna 100000 Euro, Kitzscher 264000 Euro, Frohburg 71000 Euro. Ein Zehntel Eigenmittel bedeuteten für die Kurstadt noch immer satte 85000 Euro - plus Planung.

Der Landrat appelliert an das Solidaritätsgefühl der Kommunen, wenn er vorschlägt, die Planungskosten durch alle zu teilen, unabhängig von der individuellen Streckenlänge. Damit läuft er in den Rathäusern aber keineswegs offene Türen ein. Kitzschers Stadtoberhaupt Maik Schramm (CDU) ließ wissen, er fände es akzeptabel, wenn jeder seine Planungskosten trage. Ähnlich sieht das Frohburg. "Der Stadtrat wird am 16. Mai entscheiden, wie es weitergeht", meint Bauamtsmitarbeiter Joachim Welz. Finde das "Solidarprinzip" keine Zustimmung, so Gey, "wollen wir uns um einen Ausgleich für Bad Lausick bemühen. Aber das wird schwer."

"Der Knackpunkt sind die Planungskosten", fasst Frank Stengel die Lage zusammen. Der Bornaer Bau-Bürgermeister koordiniert das Vorhaben von Beginn an und könnte sich vorstellen, das auch für den gemeinsamen Bau zu tun. Herrsche Einigkeit über die Kostenverteilung, könne die Förderung beantragt und dann gebaut werden. Die Grundstücksfragen seien vorgeklärt. "Es wäre also realistisch, im nächsten Jahr mit dem Bau zu beginnen, wenn..." Zwischen Kleinbothen und Kitzscher seien die Arbeiten so aufwendig nicht. Das Asphaltband werde im Schnitt 2,50 Meter breit, im Glastener Forst sogar so breit wie die alte Landstraße. Die Weiterführung über Bockwitz nach Borna ist indes mit dem Landesamt abzustimmen, denn die erfolgt parallel zum Ausbau der Fahrbahn und zur Neugestaltung des Dittmannsdorfer Kreuzes an der B176 als Kreisverkehr.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 15.05.2013

Ekkehard Schulreich

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