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Rätselhaft hoher Bierausschank in Köhra

Rätselhaft hoher Bierausschank in Köhra

Wenn der Köhraer Gasthof Goldene Krone Anfang September sein 500-jähriges Bestehen feiert, dann soll auch auf die noch längere Geschichte des Dorfes zurückgeblickt werden, das heute zu Belgershain gehört.

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Stellen aus dem vielfältigen Material die Ausstellung zusammen: Ilona und Walter Wippich sowie ihre Tochter Jana Schneider.

Quelle: Frank Pfeifer

Belgershain/Köhra. Einwohner gestalten gegenwärtig eine Ausstellung, die dann aus gegebenem Anlass gezeigt werden soll.

"Im Jahr 1200 wurde erstmals ein Corun erwähnt. Ob es sich dabei um Köhra handelte, ist unklar", sagt Jana Schneider, die sich intensiv mit der Historie befasst hat. 1330 tauchte nach ihren Worten in einem Dokument schon der Name Köhra auf. Der Gasthof sei 1514 erstmals genannt worden. "Er gehörte damals zu den vier umsatzstärksten Gasthofen im Amt Grimma mit einem Jahresverbrauch von 49 Vierteln", weiß die 46-Jährige und lässt mit dem Umrechnungsfaktor aufhorchen: "Ein Viertel entspricht 140,25 Litern." Ein enormer Verbrauch, denn 1529 lebten in Köhra nur sieben Pferdner und neun Gärtner mit ihren Familien. "Entweder hatten sie damals viel Durst, oder das Bier hat sehr gut geschmeckt", scherzt Schneiders Vater Walter Wippich, der mit seiner Frau Ilona dem Verein Belgershain - Heimat und Geschichte angehört.

Das Dreierteam hat die Historie ganz nüchtern aufgearbeitet. Herangezogen werden konnte die Ortschornik von Rudolf Hänel, die bis in die 1970er-Jahre reichte und die der Heimatverein bis 2012 fortgeschrieben hat. Die Wippichs besuchten die Alteingesessenen, um von ihnen in Erfahrung zu bringen, was sie aus längst vergangenen Tagen noch wissen. Und in der Hoffnung, dabei auf Dokumente und Fotos zu stoßen, die für die Ausstellung von Wert sein könnten. Jana Schneider recherchierte derweil unter anderem im Stadtgeschichtlichen Museum Leipzig und im Kreisarchiv Grimma. Aus all dem zusammengetragenen Material entwarf sie schließlich am Computer 15 Tafel für die Ausstellung.

Näher eingegangen wird unter anderem auf die Bockwindmühle, die 1719 errichtet wurde, bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg ihren Dienst versah und Anfang der 70er-Jahre so baufällig war, dass nur noch der Abriss blieb. Es geht um die 1868 gebaute Schule, aus der etliche Klassenfotos vorliegen. "Vielleicht können sich die Köhraer beim Betrachten noch an den einen oder anderen Namen der Abgebildeten erinnern", hofft Ilona Wippich. Die meisten hat sie schon herausgefunden. Ob Männergesangsverein, Rittergut, das im Zuge der Bodenreform nach 1945 enteignet wurde, oder die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft im damaligen Kreis Grimma, die Besucher der Ausstellung werden auf ein breites Spektrum an Geschichte und Geschichten stoßen.

Und auf die vermutliche Erklärung für den rätselhaft hohen Bierverbrauch im Gasthof. Denn das Haus lag von Anfang an direkt an der wichtigen Route von Grimma nach Leipzig. Es verfügte über eine Ausspanne, in der die Pferde versorgt wurden. Ihre Besitzer konnten derweil in den Gästezimmern übernachten. Und weil das Reisen seinerzeit in der Regel anstrengende Arbeit war, lechzten die Kehlen wohl regelrecht nach der Labsal. Heute gehört wieder ein Hotelbetrieb zum Gasthof.

Das Jubiläum wird am 6. September, 14 bis 23 Uhr, kräftig gefeiert, unter anderem mit dem Männerchor Köhra, den Lauterbacher Blasmusikanten und den Crazy Doctors. Die Ausstellung soll dann erstmals zu sehen sein. Danach findet sie ihren endgültigen Platz in der Heimatstube im Belgershainer Rathaus.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 29.08.2014
Pfeifer, Frank

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