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Regen beschädigt Grethener Exponate

Regen beschädigt Grethener Exponate

Muskelkraft ist zurzeit im Verein des Feuerwehrmuseums Grethen gefragt. Die Exponate, die im obersten Geschoss gezeigt wurden, müssen die Mitglieder mehrmals umräumen.

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Schweißtreibende Arbeit: Gerd Winkler räumt eine Hakenleiter in einen anderen Gebäudeteil. Alle Exponate müssen aus dem Ausstellungsraum raus.

Quelle: Andreas Röse

Parthenstein/Grethen. Das Dach soll saniert werden - noch in diesem Jahr. Und dafür brauchen die Handwerker Platz.

Vor zwei Jahren zum Museumsfest war es, als Bürgermeister Jürgen Kretschel (parteilos) bemerkte: Das Dach sieht schlecht aus. Der Verein sollte einen Kostenvoranschlag erarbeiten lassen, um es in Schuss zu bringen; er selbst wollte sich um die langfristige Planung kümmern. Die lange Frist verkürzte sich jedoch, als jetzt erste Dachsteine in den Hof fielen. Gefahr war in Verzug, weil nicht nur Exponate litten, als es begann hereinzuregnen, sondern auch Menschen und Autos von den Steinen hätten getroffen werden können. "Voraussichtlich noch im August", so Kretschel, "wollen wir die Dachdeckerarbeiten im Gemeinderat vergeben."

Wie Gerd Winkler, Vorsitzender des Museumsvereins, erklärt, wird das Vorhaben umfangreicher ausfallen als ursprünglich geplant. "Bevor das Dach neu eingedeckt wird, kommt eine Schalung drauf", freut er sich. "Doch damit nicht genug. Im Veranstaltungsraum wird die Decke aus Hartfaserplatten durch eine richtige ersetzt, und der Sonderausstellungsraum erhält überhaupt erst eine Decke."

Das Problem sei nur während der Arbeiten: Wohin mit den Exponaten? Sie müssen erst von der einen Seite des Gebäudes zur anderen gebracht werden, womit bereits begonnen wurde. Ist die erste Dachhälfte eingedeckt, wird alles unter dieser zwischengelagert. Hat auch die zweite Seite ihre Decken, werden alle Exponate ein zweites Mal dort gestapelt, um die erste Seite malern zu können. Erst dann kann diese endgültig eingeräumt werden. "Wir wollen dort eine völlig neue Ausstellung gestalten", blickt Winker voraus. Mit der Eröffnung sei aber erst 2016 zu rechnen, da die Wände wegen der Temperaturen nicht über den Winter hinweg gemalert werden könnten. Beklagen will sich der Vereinschef dennoch nicht. "Wir freuen uns, dass diese Grundsanierung im Dachgeschoss möglich wird. So eine Chance bekommen wir nicht wieder", sagt er, wohlwissend, dass die zehn aktiven Mitstreiter, die in dem 30 Mitglieder zählenden Verein noch kräftig zupacken können, mehr als alle Hände voll zu tun haben werden. Die Treffs an jedem Mittwoch dürften für die Rackerei nicht ausreichen. Winkler: "Wir werden auch ab und zu an einem Sonnabend einen Arbeitseinsatz ansetzen müssen."

Und das bei laufendem Betrieb, der ebenfalls abzudecken ist. Denn das Museum wird nicht geschlossen, will seinem Bildungsauftrag nachkommen. Zwar ist der obere Bereich für die Öffentlichkeit unzugänglich, doch die Großtechnikausstellung im Erdgeschoss soll - wie bisher - von Mai bis September an jedem ersten, dritten und fünften Sonnabend im Monat 14 bis 17 Uhr zu sehen sein. "Auch Sonderzeiten lassen sich vereinbaren. Gruppen, wie zum Beispiel vom Naturfreundehaus Grethen, führen wir nach Voranmeldung durch diesen Teil des Museums", so Winkler.

Dem Erdgeschoss mit seiner Großtechnik, darunter Fahrzeugen und Spritzenwagen, ist die frühere Nutzung noch anzusehen. Dort befand sich ein Schweinestall der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft, die den damaligen Vierseitenhof bis in die 1980er-Jahre bewirtschaftete. Nach und nach brach das Ensemble zusammen. Das letzte noch einigermaßen intakte Gebäude baute sich die örtliche Feuerwehr bereits zu DDR-Zeiten zum Gerätehaus aus und richtete oben einen Schulungsraum ein.

Die restlichen Räume bezog nach dem Mauerfall der Museumsverein, der sich am 26. März 1990 gründete. Sein Bestand war aus Winklers Privatsammlung hervorgegangen, die er ab 1982 in der alten Gärtnerei zwischen Grethen und Beiersdorf ausgestellt hatte. Als 2004 die Feuerwehr ins neue Gerätehaus nach nebenan umzog, konnte der Verein das gesamte alte Landwirtschaftsgebäude in Beschlag nehmen. Es gehört weiterhin der Gemeinde, die es mietfrei zur Verfügung stellt und Strom- sowie Wasserkosten als ihren Zuschuss zum Erhalt bezahlt.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.08.2014
Pfeifer, Frank

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