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Regen macht Pilzsammlern Mut – Ausbeute bisher durchschnittlich

Landkreis Leipzig Regen macht Pilzsammlern Mut – Ausbeute bisher durchschnittlich

Sie wachsen doch: Nach dem Regen der zurückliegenden Tage sprießen in den Wäldern und auf Kippen des Landkreises die Pilze. Pilzberater hatten noch vor Wochen prognostiziert, dass die Pilzsaison wegen der Trockenheit im Sommer ausfallen wird. Am Sonnabend präsentieren sie die eigenen Ausbeute und bestimmen die Sammelerfolge der Laien.

Pilzsammler wie Arnd-Michael Friedrich wissen genau, wo sie beispielsweise im Thümmlitzwald ihre Pilzkörbe voll bekommen.
 

Quelle: Frank Schmidt

Landkreis Leipzig.  Da schlägt das Sammlerherz des Naturfreundes höher. Obwohl die Experten eine so gut wie fruchtlose Pilzsaison vorausgesagt hatten, startet Arnd-Michael Friedrich zur Pilzsuche in den Thümmlitzwald. Der Regen, der vor knapp zwei Wochen eingesetzt hat, macht dem Grimmaer Mut. Echte Sammler wie Friedrich wissen natürlich genau, wo sich die fündigen Plätze im Thümmlitzwald befinden. „Birkenpilze, Steinpilze, sehr viele Braunkappen, aber auch Butterpilze habe ich nach nur einer halben Stunde im Korb“, präsentiert der 64-Jährigen die Ernte. „Aber ich bin nicht der absolute Pilzkenner, deshalb nehme ich nur mit, was ich ganz sicher kenne“, gibt er anderen Sammlern mit auf den Weg.

Günther Brunkahle hat noch eine Alternative auf Lager. Der Pilzberater schaut in den Korb unkundiger Sammler und garantiert eine stressfreie Pilzmahlzeit. Seit ungefähr zehn Tagen trauen sich die Pilze aus der Erde, erzählt der Bornaer. „Ich hab dieses Jahr nicht erwartet, dass es noch so gut wird“, sagt er. Der trockene Herbst hatte alle Hoffnungen zerstört. Jetzt die Trendwende. Steinpilze, Birkenpilze, Rotkappen, Maronen und Sandröhrling landen in den Körben der Sammler, die jetzt verstärkt den Rat des Experten suchen. Während es zu Beginn der Pilzsaison ziemlich ruhig blieb, klingeln jetzt wieder verstärkt Sammler mit ihrer Ausbeute bei dem Pilzberater. Die durchschnittliche Zahl an 60 Beratungen wird er jedoch nicht erreichen. „So richtig voll sind die Körbe nicht“, schränkt Brunkahle ein. Lediglich jene Sammler, die den Weg auf die Regiser Kippe nehmen, haben schnell eine Mahlzeit zusammen. „Hier hat sich eine Vielfalt entwickelt, die uns Liebhaber große Freude macht“, so Brunkahle. Er erinnert an die Anfänge, als die Kippe aufgeforstet worden ist. Da steckten lediglich Butterpilze die Köpfe aus der Erde. „Die Leute haben von dem schwer verdaulichen Pilz soviel gegessen, dass die Verdauung verrückt spielte“, so der Fachmann. Aber mit der Entwicklung der Vegetation auf der Kippe seien inzwischen Birkenpilze, Maronen, Holzfußröhrling, Sandröhrling und sogar Edel-Reizker zu finden. Der Edel-Reizker sei Bruhnkahle zufolge ein hervorragender Speisepilz. „Er wird aber wegen seiner Farbe – Orange mit Grünspan – oft stehen gelassen“, so der Pilzberater. Weil viele Sammler glaubten, er sei giftig.

Noch bis Ende Oktober hofft Brunkahle auf Pilzwetter und eine erfolgreiche Suche auch im Glastener, Colditzer und Kammerforst.Im Wermsdorfer Forst, so hat Pilzberater Rainer Schmidt beobachtet, sind bereits Sammler unterwegs. „Aber üppig ist es nicht“, sagt der Mutzschener. Da der Wald sehr dicht sei, würden lediglich auf Lichtungen und an Wegesrändern vereinzelt Maronen, Lärchenröhrlinge und Maronen in die Höhe wachsen. „Wenn wir nachts mal zehn bis fünfzehn Grad hätten, könnte sich noch etwas entwickeln“, prognostiziert er. Dagegen kommt der mit dem Champignon zum Verwechseln ähnliche Karbolegerling mit dem momentanen Klima gut zurecht. „Er wird viel mitgenommen, obwohl er giftig ist“, erklärt Schmidt. Mann erkenne den Fehlgriff daran, dass der Pilz sich chromgelb färbt, wenn man ihn an der Kappe oder am Stiel anschneidet. Außerdem würde der Pilz dann auch einen widerlichen Geruch nach Karbolgas verströmen. Bei Schmidt, der in der zurückliegenden Woche rund 20 Sammler beraten hat, hätten sich die Funde gehäuft.

Ausstellung mit Pilzberatern in Wurzen

Die alten und neuen Pilzberater des Muldentals zeigen im Schweizer Garten in Wurzen am Sonnabend ab 10 Uhr die Ausbeute der diesjährigen Pilzsaison. Es werden einheimische Pilzfunde in einer Ausstellung präsentiert. Besucher können ihre mitgebrachten Funde von den sachkundigen Pilzberatern bestimmen lassen. Auch Pilzlektüre kann käuflich erworben werden. Die Pilzberater freuen sich, neugierige Fragen zu beantworten und hoffen, alle Pilz- Ungereimtheiten beseitigen zu können. Die Pilzberater helfen gern, die richtigen Pilze im Körbchen zu belassen und sorgen damit für eine leckere, gesunde Mahlzeit in Ihrer Pfanne. Unterstützt wird die Ausstellung durch den Kulturbetrieb der Stadt Wurzen.

Obwohl die Saison weiter durchwachsen bleibt, hoffen die Pilzsammler in den nächsten Tagen auf eine gute Ausbeute. Denn am Sonnabend ist in Wurzen eine Pilzausstellung geplant, in der die Pilze der Saison vorgestellt und Sammler beraten werden. „Wir lassen uns überraschen, was wir finden“, sagt Schmidt, der mit etwa zehn Helfern ausschwärmen wird. Wenn die Ernte nicht so üppig ausfallen wird, dann vertrösten die Experten auf die kommenden Wochen. Vielleicht zeigen sich ja dann Austernpilze, Samtfussruebling und Frostschneckling den Sammlern. „Solange nur kurze Nachtfröste herrschen, können Pilze wachsen“, ist Schmidt überzeugt.

Von Birgit Schöppenthau

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