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Regine Zinner verlässt Belgershainer Grundschule

Abschied mit weinendem Auge Regine Zinner verlässt Belgershainer Grundschule

„Ich gehe ungern, denn die 17 Jahre verbinden“, sagt Regine Zinner. Am Freitag hört die Leiterin der Grundschule Belgershain zum letzten Mal die Kinder beim Pausenklingeln durch die Flure toben. Von ihnen nimmt sie Abschied, auch wenn noch einige Pflichten rufen, bevor sie die Bildungsstätte endgültig verlassen kann.

Auf der Rentnerbank saß Regine Zinner in der Sporthalle schon mal Probe. Endgültig kann sie darauf aber erst nach dem Sabbatjahr Platz nehmen.

Quelle: Thomas Kube

Belgershain. „Ich gehe ungern, denn die 17 Jahre verbinden“, sagt Regine Zinner. Am Freitag hört die Leiterin der Grundschule Belgershain zum letzten Mal die Kinder beim Pausenklingeln durch die Flure toben. Von ihnen nimmt sie Abschied, auch wenn noch einige Pflichten rufen, bevor sie die Bildungsstätte endgültig verlassen kann.

Wie schwer es Kollegen und Schülern fällt, sie ziehen zu lassen, zeigten sie der 63-Jährigen kürzlich. Für Zinner völlig unerwartet, standen die 142 Mädchen und Jungen plötzlich auf dem Hof und tanzten für sie. Als die Leiterin aus dem Gebäude trat, bildeten sie ein Spalier. Und in der Turnhalle, wo ihre Stellvertreterin Christine Gräfe eine Rede hielt, führten sie ein Programm für die scheidende Pädagogin auf. Nicht zuletzt schenkte ihr das Team eine Rentnerbank.

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Mit einem Überraschungsprogramm verabschiedeten Kollegen und Kinder die langjährige Leiterin der Grundschule Belgershain in der Turnhalle.

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Zinner wartet noch eine Weile, bis sie darauf Platz nimmt, denn sie hat sich Zeit gekauft. „Ich arbeitete zwei Jahre voll ohne volles Gehalt, um im dritten Jahr zu Hause bleiben zu können“, erklärt sie. In diesem Sabbatjahr kann sie all das machen, wozu sie bisher kaum kam. Mit ihrem Mann reist sie gerne, jetzt darf es auch mal weiter weg sein. Sie will sich um die Enkel kümmern, im Juli wird das dritte erwartet. Lesen will sie viel, und weiter im Frauenchor Polenz mitsingen.

Die erste und die vorletzte Sommerferienwoche gehören aber noch einmal der Grundschule. „Dann räume ich in Ruhe mein Büro aus. Und ich muss das neue Schuljahr planen“, sagt Regine Zinner, die bislang noch nicht sicher weiß, wer ihr Nachfolger wird.

Abschied nimmt sie nicht zum ersten Mal. „Im Sommer 1999 machte ich das Licht aus in der Grimmaer Grundschule, die geschlossen wurde, weil sich das Seume-Gymnasium erweitern wollte“, blickt sie wehmütig zurück. Es handelte sich um die Bildungsstätte, die Polytechnische Oberschule „Egon Schultz“ hieß, als sie 1974 ihren Dienst begann. Nach der Wiedervereinigung wurde sie aufgelöst, aus ihr entstand 1992 die Grundschule, deren Leitung Zinner übernahm. „An ihr hing mein Herz, wir hatten ein nettes Kollegium“, bekennt die Pädagogin, die Mathematik und Sport unterrichtete. „Die Schließung nahm mich persönlich mit.“ Sie bewarb sich für den Leitungsposten in einer anderen Schule, die Bildungsagentur bot ihr jene von Belgershain an.

„Ich kam aufs Dorf, es tickt ein bisschen anders“, sagt Regine Zinner und meint damit, dass ihr der Wechsel zu schaffen machte. „Ich brauchte eine Weile, mich daran zu gewöhnen.“ Anfangs befand sich die Bildungseinrichtung noch im Schloss. Aus Sicht der Leiterin zwar sehr hübsch, aber nicht wirklich ideal für einen Schulbetrieb. „Es gab etwas Ärger mit dem Gemeinderat“, bekennt sie schmunzelnd. Als die Mittelschule im DDR-Plattenbau geschlossen wurde, zog die Grundschule dort ein.

„Die Kollegen hatten mich ganz toll aufgenommen, und das änderte sich über all die Zeit hinweg nicht“, resümiert Zinner, die in Großbardau wohnt. „Auch wenn ich mich auf die kommende Zeit freue, die Belgershainer Schule verlasse ich mit einem weinenden Auge.“

Von Frank Pfeifer

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