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Grimma Regionalbus Leipzig plant Erweiterung am Hauptsitz in Deuben
Region Grimma Regionalbus Leipzig plant Erweiterung am Hauptsitz in Deuben
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12:00 17.06.2016
Die Regionalbus Leipzig GmbH will ihren Standort in Deuben bei Wurzen erweitern. Hier ein Blick in die Werkstatt. Quelle: Thomas Kube
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Bennewitz/Deuben

Wenn Andreas Kultscher, der Geschäftsführer der Regionalbus Leipzig GmbH, aus seinem Arbeitszimmerfenster am Hauptsitz in Deuben schaut, sieht er eine blühende Zukunft für den Standort. Das Unternehmen, das dem Landkreis gehört, will sein rund 13.500 Quadratmeter großes Betriebsgelände um die benachbarte grüne Wiese im Gewerbegebiet erweitern und damit nahezu verdoppeln. Der Gemeinderat Bennewitz hat dem Verkauf von 12.000 Quadratmetern für 276.0000Euro bereits zugestimmt.

Regionalbus-Geschäftsführer Andreas Kultscher. Quelle: Thomas Kube

Als Standort für den Busbetrieb hat das Areal an der Bundesstraße 6 zwischen Ortsausgang Deuben und den Teichkurven eine lange Geschichte. „Der VEB Kraftverkehr hatte seinen Sitz zu DDR-Zeiten in Wurzen und umfasste Gütertransport, Taxen und Busse. Aber als mit dem Bau der Autobahn Dresden–Leipzig Anfang der 1970er der Kippersektor aufgestockt wurde, um die Baustelle mit Material zu versorgen, wurde es eng an der Dresdener Straße“, blickt Prokurist Joachim Klas zurück. Der Kraftverkehr zog auf das ehemalige Ziegeleigelände in Deuben. 1992 wurde der Personenverkehr aus dem Kraftverkehr Grimma herausgelöst, die Personenverkehrsgesellschaft Muldental (PVM) nahm ihren Hauptsitz in Deuben. Zehn Jahre später wurde das Gelände völlig umgebaut und dabei auch „bedarfsgerecht verkleinert“, so Klas. Dabei wurden die 45 Meter hohe Ziegelei-Esse im Mai 2002 gesprengt, wenige Tage später auch der Brennofen abgerissen. Auf dem Areal wurden Tankstelle, Werkstatt und Waschanlage sowie zwei Unterstellhallen für Busse errichtet. Das einzige verbliebene Gebäude, nach Klas’ Erinnerungen ein Lehrlingsobjekt aus den 1970ern, wurde entkernt und zum Verwaltungsgebäude ausgebaut. 2004 erfolgte der Beitritt zum Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV). 2014 übernahm PVM bis auf wenige Ausnahmen die Linienkonzessionen für den regionalen Busverkehr für das Bediengebiet Zwenkau von den Leipziger Verkehrsbetrieben und damit den Betriebshof Zwenkau, 37 Omnibusse und circa 60 Mitarbeiter. Durch die Übernahme konzentriert das Unternehmen fast den kompletten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) auf den Straßen um Leipzig und im Muldental auf sich; die Region um Borna/Geithain wird von der Thüsac befahren.

Und langsam wird es auf dem Betriebshof eng. Einige der 35 von Deuben aus fahrenden Busse – an allen Standorten (Deuben, Grimma, Colditz, Zwenkau) zusammen hat Regionalbus etwa 140 Fahrzeuge und 200 Fahrer im Einsatz – stehen bereits im Freien. „Das geht, ist aber nicht optimal“, sagt Kultscher und ist froh, dass im Gewerbegebiet noch freie Flächen zur Verfügung standen. Ansonsten hätte anderswo Gelände angemietet oder gekauft werden müssen. „Es war aber nie angedacht, den Standort in Frage zu stellen“, betont der Geschäftsführer. „Für uns ist es in diesem Fall die beste Lösung, den vorhandenen Betriebshof zu erweitern.“

Die Regionalbus Leipzig GmbH will ihren Standort in Deuben bei Wurzen erweitern. Auf dieser angrenzenden Wiese soll das Vorhaben realisiert werden. Quelle: Thomas Kube

Auf dem neuen Areal, zu dem an der Grenze zur Firma Sonnenschutz Bennewitz bereits ein zweiter Straßenanschluss vorhanden ist, sollen weitere Hallen entstehen, wo die Fahrzeuge nicht nur geschützt sind. Im Winter könnten so auch Kaltstarts vermieden werden, was sich positiv auf den Kraftstoffverbrauch auswirke. Außerdem sollen die Werkstatt vergrößert, Sozialräume angepasst und die Bauarbeiten genutzt werden, um Verwaltungsfunktionen von Zwenkau nach Deuben zu verlagern. Im Moment befindet sich das Vorhaben noch in der Planungsphase. Kultscher geht von einer Investitionssumme von circa vier Millionen Euro, inklusive Geländekauf, und einer 75-prozentigen Förderung aus; die Zulage soll bis Herbst beantragt werden. Er hofft auf die erforderlichen Genehmigungen im nächsten Jahr, sodass die Erweiterung bis 2019 abgeschlossen sein könnte. Das Vorhaben sei zwar umfangreich, so der Geschäftsführer. „Aber wir investieren regelmäßig, 2015 zum Beispiel 3,5 Millionen Euro in Fahrzeuge. Das Vorhaben bewegt sich also in einem normalen Rahmen.“

Die Regionalbus Leipzig GmbH will ihren Standort in Deuben bei Wurzen erweitern. Hier ein Blick in die Werkstatt des Personennahverkehrunternehmens. Quelle: Thomas Kube

Kultscher hofft, dass bis zum Baubeginn die von der Gemeinde Bennewitz geplante Anbindung des Gewerbegebietes an die B 6 realisiert ist, damit nicht zwei Baustellen aufeinandertreffen, zumal Regionalbus der Gemeinde gestattet, die Baustraße über sein Betriebsgelände zu führen. Vor Deuben sollen die Zu- und Auffahrt von und zur B 6 beidseitig erweitert und aus Richtung Machern um eine Rechts- beziehungsweise von Wurzen aus um eine Linksabbiegespur ergänzt werden. Der Firmenchef begrüßt das ausdrücklich. „Dadurch ergibt sich auch für unsere Busse eine bessere Ein- und Ausfahrsituation.“

Nicht zuletzt ist die Betriebshoferweiterung im Zusammenhang mit dem neuen Nahverkehrskonzept des MDV im Muldentaldreieck zu sehen (die LVZ berichtete). Das zielt auf mehr Knotenpunkte zum Umsteigen, besser abgestimmte Fahrzeiten, Kleinbusse und „Rendezvous-Haltestellen“ ab und soll damit über den Schülerverkehr hinaus eine breitere Bevölkerungsschicht zum Umsteigen auf den ÖPNV animieren. „In dem Zusammenhang wird es auch neue Linien geben und zusätzliche Fahrzeuge“, sagt Kultscher. „Und je nachdem, in welcher Ausprägung das neue Nahverkehrskonzept umgesetzt wird, werden sicher auch weitere Mitarbeiter benötigt“, fügt er hinzu.

Die Partner MDV, Regionalbus und Landkreis reagieren damit auf ein geändertes Mobilitätsbedürfnis. „Junge Leute kaufen heute viel seltener gleich ein Auto, das Umweltbewusstsein steigt, und im Zuge des demografischen Wandels wächst die Gruppe der Älteren“, sagt Andreas Kultscher und sieht einen deutlichen Trend zum öffentlichen Nahverkehr und seinen modernen Fahrzeugen. PlusBus beispielsweise, vor zweieinhalb Jahren gestartet, verzeichne Wachstumsraten von zehn Prozent. „Letztlich ist die Erweiterung in Deuben Ausdruck der positiven Entwicklung, die der ÖPNV genommen hat“, meint Kultscher. „Und es spricht einiges dafür, dass es so weitergeht. Die Investition ist deshalb gut angelegt.“

Von Ines Alekowa

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