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Grimma Reh von Wolf angefallen? Grimmaer will Klarheit über ein verendetes Wild
Region Grimma Reh von Wolf angefallen? Grimmaer will Klarheit über ein verendetes Wild
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12:05 27.07.2016
Sorge um ein gerissenes Reh: Gerhard Lotzen mutmaßt, ein Wolf hätte sein Unwesen getrieben und hat den Kadaver wie zum Beweis fotografiert. Quelle: dpa
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Grimma

Gerhard Lotzen in Grimma steht mit Reh, Fuchs und Co. vor seiner Haustür auf Du und Du. Kein Wunder, sein Wohnsitz in der Bahrener Straße befindet sich inmitten eines idyllisch gelegenen Waldstückes nordöstlich der Muldestadt. „Na klar, das Wild vor meiner Haustür kann ich sogar im Dunkeln voneinander unterscheiden, das kennt man halt“, bekräftigt der 67-Jährige. Deshalb sorgt er sich um das Schicksal eines Rehes, welches er tot und übel zugerichtet vor seinem Gartenzaun gefunden hat. „Nachdem ich vom Zustellen zurückgekommen, ich trage ja hier die LVZ aus, hörte ich den Hund, der etwa unruhig schien und bellte. Aber zunächst konnte ich nichts feststellen. Erst etwas später habe ich den Kadaver, nur zwei Meter vom Gartentor entfernt, gefunden.

Man konnte genau erkennen, dass das Reh am Zaun gerissen und dann die zwei Meter weggeschleift wurde.“ Obwohl Lotzen kein Jäger ist, glaubt er sich sicher zu sein, dass hier ein Wolf zugeschlagen haben könnte. Zumindest lasse das Erscheinungsbild der Verletzungen diesen Schluss zu. Und nachdem er Vertreter der zuständigen Behörden im Landratsamt (LRA) informiert hat, sollte sich sein Verdacht erhärten. „Kehlbiss, so hat auch der vom Amt geschickte zuständige Jäger gemutmaßt, das könnte ein Wolf sein“, erzählt Lotzen weiter. Und auch im LRA sei man geneigt, diese Möglichkeit in Betracht zu ziehen, weshalb der Fall untersucht werden müsse.

Dass ein Hund dem Reh den Garaus gemacht haben könnte, widerspricht Lotzen vehement. „Wir wohnen schon viele Jahre hier, aber noch nie ist Wild von Hunden gerissen worden. Deshalb geht es mir darum, dass festgestellt wird, war es nun ein Wolf, der hier das Gelände durchstreift hat, denn die sind ja auf Wanderschaft.“ Nein Angst sei das nicht, vielmehr Sorge. „Ich bin als Zeitungszusteller viel im Dunkeln unterwegs, da ist es einfach unangenehm, wenn man nicht weiß, wer oder was hinter mir herläuft. Deshalb bin ich derzeit etwa schneller am Auto als sonst“, macht Lotzen aus seinem Unbehagen keinen Hehl. „Ich habe nichts gegen das Wild, egal was es ist. Aber ich erwarte von den Behörden, dass das geklärt wird“, sagte Lotzen mit einem gewissen Unterton, der das untermauert, was er dann doch noch ausspricht. „Ich will vermeiden, dass die Behörden den Vorfall unter den Tisch fallen lassen.“

Aber das sei nicht so, bestätigte auf Anfrage Brigitte Laux im Landratsamt. „Besteht der Verdacht, dass ein Wolf im Spiel ist, informiert der zuständige Jagdpächter, der das alleinige Aneignungsrecht hat und tot aufgefundene Wildtiere in Besitz nehmen kann, die Jagdbehörde und möglicherweise auch das Umweltamt“, erklärt die Behördensprecherin. Um unterscheiden zu können, ob Wildtiere von Hund, Fuchs oder auch Wolf gerissen wurde, würden die Jäger sogenannte „Riss-Schulungen“ absolvieren, betont Laux ergänzend und untermauert damit die Kompetenz der Fachleute. „Im vorliegenden Fall ist der Jagdpächter informiert worden. Obwohl er nicht sofort nach Bekanntwerden handeln konnte, was er auch nicht muss, hat er das Tier an sich genommen. Eine Rückmeldung, dass ein Verdacht auf einen Wolfsriss besteht, gab es aber nicht“, erklärte Laux abschließend.

Von Frank Schmidt

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