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Grimma Reit- und Fahrverein Grimma kann Rittergut kaufen
Region Grimma Reit- und Fahrverein Grimma kann Rittergut kaufen
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16:54 27.09.2018
Der Vorsitzender des Reit- und Fahrvereins Grimma, Freimut Zuhl, und seine Tocher Daniela Drese, hier mit Vereinspferd Goja, dürften am Ziel ihrer Wünsche sein. Der Verein kann die Bahrener Straße 3-5 kaufen. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Im Konflikt um das einstige Rittergut in Hohnstädt hat sich die Waage auf die Seite des Reit- und Fahrvereins Grimma geneigt. Einstimmig beschloss jetzt der Stadtrat, die Bahrener Straße 3 bis 5 an den Verein zu veräußern. Für die zwei Grundstücke mit einer Größe von exakt 4431 Quadratmeter muss der Verein – entsprechend eines Verkehrswertgutachtens – 23 150 Euro hinlegen und eine Investitionsverpflichtung eingehen. Bislang pachtete er die Gebäude für seine Vereinszwecke.

Stadt suchte finanzkräftigen Investor

Wie berichtet, hatte die Stadt Grimma die Bahrener Straße 5 und damit das Türmchenhaus des einstigen Rittergutes im vorigen Jahr ausgeschrieben, um durch den Verkauf an einen finanzkräftigen Interessenten den Verfall zu stoppen. Ein Betriebswirt bewarb sich um die Immobilie und galt schon als sicherer Käufer. Doch der Reitverein, der im Haus unter anderem Stallungen, Haferquetsche und Futterlager untergebracht hat, fühlte sich überrollt und geriet mit dem potenziellen Investor in Konflikt. Schlussendlich fürchtete der Verein sogar um seine Zukunft.

Pachtvertrag für Flächen wird angepasst

Schließlich ging die Kommune auf die Intention der Reitfreunde um Vereinschef Freimut Zuhl ein, forderte aber ein Sanierungskonzept ab. Nach langwierigen Gesprächen und Verhandlungen dürften die Vereinsmitglieder mit dem Stadtratsbeschluss nun am Ziel ihrer Wünsche sein. Neben der Bahrener Straße 3 erwirbt der Verein auch das ebenfalls von ihm genutzte Nachbargebäude. Für weitere Flächen wird der Pachtvertrag angepasst und zunächst bis Ende 2029 verlängert.

Der Verein möchte mit dem Kauf beider Grundstücke seine Zukunft sichern und die Angebote ausbauen. Neben dem Reiterhof sollen hier Ferienprojekte, Flohmärkte und Feste etabliert werden. Und er geht eine hohe Verpflichtung ein. „Der Reit- und Fahrverein Grimma strebt eine bauliche Sicherung der Gebäude binnen zwölf Monaten an“, heißt es in der Beschlussvorlage. Er geht „eine konstruktive Investitionsverpflichtung für das Dach und die Fassade als baulich gebotene denkmalgerechte Instandhaltung ein“. Innerhalb der nächsten zwei Jahre soll der Verein 200 000 Euro in den Erhalt der Gebäude stecken. Schafft er das nicht, hat die Stadt ein Rücktrittsrecht ohne Wertausgleich.

Stadtrat schnürt Paket

Der Verein sollte in seinem Konzept darlegen, wie er die Sanierung stemmen will. Unter anderem baut er auf Fördergeld.

„In der letzten Woche haben wir noch einmal zusammen gesessen und ein Paket geschnürt“, sagte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) zur Stadtratssitzung. Denn es hänge ja auch die Fläche dran. Der Stadtchef betonte noch einmal, dass die Kommune eine zeitnahe Sanierung wünsche. „Wir drücken euch die Daumen, macht was draus“, wandte er sich an Vereinschef Zuhl, der in den Besucherreihen saß. „Es war nicht einfach, aber wir haben euch das Vertrauen gegeben.“

Der Reit- und Fahrverein zählt derzeit knapp 100 Mitglieder zwischen vier und 90 Jahren und möchte auch Familien mit kleinem Geldbeutel das Reiten ermöglichen. Er besitzt eigene Pferde und kümmert sich auch um Einstaller. Zu den Gebäuden gehört ein 8,5-Hektar-Areal mit Reithalle und -platz, Turnierplatz, Paddocks und Koppeln.

Von Frank Prenzel

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