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Rekordpraktikanten tingeln durch 44 Betriebe und machen Station in Trebsen

Imagekampagne des Handwerks Rekordpraktikanten tingeln durch 44 Betriebe und machen Station in Trebsen

Sie tingeln durch Deutschland, schnuppern rein in Werkstätten, Backstuben, Salons. Der Deutsche Handwerkskammertag nennt Charlotte Stanke (20) und Marvin Möller (19) Rekordpraktikanten. Die Erfahrungen, die sie unterwegs sammeln, zum Beispiel in Trebsen, sollen nicht nur ihnen helfen, die Vielfalt der Berufswelt zu erkennen, sondern auch anderen Schulabgängern.

Einblicke in die Polsterei: Lutz Kolbert zeigt Marvin Möller, wie ein Stuhlsitz ausgemessen wird.

Quelle: Hagen Reißmann

Trebsen. Sie tingeln durch Deutschland, schnuppern rein in Werkstätten, Backstuben, Salons. Der Deutsche Handwerkskammertag nennt Charlotte Stanke (20) und Marvin Möller (19) Rekordpraktikanten. Die Erfahrungen, die sie unterwegs sammeln, diese Woche zum Beispiel in Trebsen, sollen nicht nur ihnen helfen, die Vielfalt der Berufswelt zu erkennen, sondern auch anderen Schulabgängern. Eine ausgeklügelte Imageaktion.

Nach dem Abitur wussten Stanke und Möller nicht, wie es weiter gehen sollte. Was sie einte, war die Lust sich auszuprobieren. Da kam der Aufruf gerade recht, ein Serienpraktikum mit 44 Stationen in der gesamten Bundesrepublik zu absolvieren. Sie bewarben sich und erhielten unter 100 Interessenten den Zuschlag.

Die Hälfte der Unternehmen hatten sie gerade hinter sich, als sie jetzt das Kolbert Raumstudio in Trebsen mit seiner neuen Werkstatt kennenlernten. „Wir haben sie in der Polsterei und Näherei eingesetzt, mehr ging in der kurzen Zeit leider nicht“, sagt Geschäftsführer Lutz Kolbert. „Gern hätte ich ihnen auch gezeigt, wie Fußböden verlegt werden, wie die Arbeit beim Kunden abläuft.“

Aber die Regel der Handwerkskammern will nun mal, dass die Rekordpraktikanten nur zwei Tage bleiben und dann weiterziehen. „Es war toll, und ich weiß jetzt, wie enorm vielseitig der Beruf ist“, resümiert Charlotte Stanke, die aus Flensburg stammt. „Man kann einerseits historische Möbel restaurieren, aber auch an modernen Sachen wie der Optik von Geschäften und Heimkinos mitwirken.“ Zusammen mit Marvin Möller aus Hamburg erlebte sie den Erneuerungsprozess hochwertiger Möbel mit, vom Abziehen der alten Stuhlpolsterung über das Abschleifen der Lackierung bis zum Zuschneiden der neuen Polster. Die Beiden prüften wertvolle Stoffbahnen für die Vorhänge eines Schlosses auf Webfehler und nähten Muster für eine Ausstellung. „Zwei junge aufgeschlossene Menschen mit einer guten Auffassungsgabe“, urteilt der 49-jährige Firmenchef.

Für ihn handelt es sich um eine sinnvolle Aktion, denn nicht nur die zwei Auserwählten sammeln eine Menge Wissen über die verschiedenen Berufe des Handwerks. Ihre Erfahrungen teilen sie übers Internet in sozialen Medien allen mit, die sich dafür interessieren. „Dort erzählen sie aus der Praxis, auch im Nachhinein“, berichtet Lutz Kolbert.

Auf diese Weise gelingt es vielleicht, Jugendliche neugierig zu machen, die sich mit dem Thema noch nicht befasst haben. „Vielen ist unbekannt, welche große Bandbreite an Berufen sich bietet“, sagt Hagen Reißmann, Pressesprecher der Handwerkskammer zu Leipzig. „Etwa 50 Prozent der Schulabgänger konzentrieren sich auf rund 20 Berufe. Darunter befinden sich zwar auch handwerkliche, wie der Kraftfahrzeug-Mechatroniker und der Friseur. Aber unsere Palette gestaltet sich weitaus größer."

Mit der bundesweiten Imagekampagne soll den Jugendlichen auf eine authentische Weise vermittelt werden, wie toll Berufe des Handwerks sein können. „Und wir wollen sie animieren, sich zu testen, bevor sie sich für einen entscheiden“, so Reißmann. „Wenn ein Betrieb einen Lehrling einstellt, der nach einem halben Jahr merkt, dass der Beruf nichts Richtiges für ihn ist, bedeutet das für beide Seiten eine Katastrohe.“ Auf den Internet-Seiten handwerk.de und lehrstellen-radar.de würden Firmen deshalb Praktikumsangebote unterbreiten, das soll die richtige Wahl erleichtern.

Letztlich geht es um die Nachwuchsgewinnung, denn zahlreiche Handwerksunternehmen können mittlerweile ihre Lehrstellen nicht mehr besetzen. In einer glücklichen Lage sieht sich da der Trebsener Raumausstatter Kolbert. „Bei uns stellen sich stets genügend Bewerber vor“, sagt er. „Und wir bilden immer einen Lehrling aus, zurzeit einen neuen seit September. In der Regel behalten wir sie alle.“

Erfahrungen der Rekordpraktikanten auf facebook.com/dierekordpraktikanten und instagram.com/dierekordpraktikanten

Von Frank Pfeifer

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