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Grimma Rektorenzimmer wird wie vor 126 Jahren in Grimma originalgetreu saniert
Region Grimma Rektorenzimmer wird wie vor 126 Jahren in Grimma originalgetreu saniert
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00:18 29.06.2017
Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Sparkasse Muldental fördern Restaurierung ehemaliger Rektorenwohnung im Grimmaer Gymnasium St. Augustin: Verwaltungsratsvorsitzender Henry Graichen sowie die beiden Sparkassenvorstände Holger Knispel und Steffen Müller betrachten mit Klaus Dieter Tschiche , den langjährigen Schuldirektor und jetzigen Vorsitzenden des Augustiner-Vereins sowie dem Vorstandsmitglied Karsten Schrempel ein Rektorenzimmer. Quelle: Foto:
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Grimma

Frohe Botschaft für den Augustinerverein: Vor dem Standbild von König Albert im Innenhof des Gymnasiums St. Augustins in Grimma erhielt sein Chef, Klaus-Dieter Tschiche einen Scheck vom Verwaltungsratsvorsitzenden der Sparkasse und Landrat Henry Graichen.

König Albrecht weihte 1891 das jetzige Schulhaus ein. Die Ostdeutsche Sparkassenstiftung und Sparkasse Muldental wollen – nun nach 126 Jahren – die Restaurierung der ehemaligen Rektorenwohnung im Gymnasium fördern. Rund 50 000 Euro werden für das Zimmer benötigt. Ein Teil davon stellt die Sparkasse zur Verfügung.

Die einstige Rektorenwohnung im zweiten Obergeschoss war 470 Quadratmeter groß. „Das Ausmaß der Wohnung spiegelte den gesellschaftlichen Rang des damaligen Schulleiters in der Muldestadt wider“, so Tschiche. Ein Zimmer, in dem bis zum Umzug ins Alte Seminar die Fürstenschüler-Stiftung ihren Sitz hatte, soll nun denkmalgerecht saniert werden. Das historische Ambiente von 1891 in Form von Türen, Erkerverkleidung und Fenstern ist noch zu erkennen. „Wir haben noch originale Tapetenreste gefunden“, schwärmt Tschiche, der selbst in den 50er-Jahren das Gymnasium besuchte und von 1991 bis 2006 dessen Schulleiter war. Ins Schwärmen kam auch der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Muldental, Holger Knispel, als er hörte, dass die Tapete nach dem historischen Muster in der Schweiz oder in Deutschland hergestellt werden soll. Knispel legte im St. Augustin sein Abitur ab und kannte vor dem Antrag zur Förderung den Raum nicht. Das soll sich nun ändern. „In dem Zimmer sollen die künftigen Fünftklässler mit der Geschichte ihrer Schule vertraut gemacht werden. Denn 400 Jahre lang war das Gymnasium eine Säule in der Reformation. Viele Lenker und Denker in Staat, Religion und Gesellschaft legten hier ihr Abitur ab, unter anderem der Dichter Paul Gerhardt, die Moderatorin Carmen Nebel, Landrat a.D. Gerhard Gey und Staatsministerin für Gleichstellung und Integration Petra Köpping.

Auch Schulleiter Wolf-Dieter Goecke freut sich über den künftigen repräsentativen Raum. „Hier hat man auch einen tollen Blick auf die Mulde, den man gern Gästen zeigen kann“, meinte er. Der Schulleitung soll es zum Zwecke der Repräsentation dienen. Der Augustiner-Verein selbst will hier Vorstandssitzungen abhalten. Doch bis dahin wird noch viel Wasser die Mulde herabfließen. „Wir wollen in diesem Jahr die Ausschreibung durchführen. Doch unsere Voranfragen zeigten, dass unsere Handwerker gut zu tun haben“, so Tschiche. Auch Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) teilte die Freude des Augustiner Vereins, denn die Förderung stelle einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Geschichte dieser traditionsreichen Schule dar, die fast vier Jahrhunderte voruniversitäre Lehranstalt für den Beamten- und Theologennachwuchs in Kursachsen und Mitteldeutschland war. Gegenwärtig ist das St. Augustin wieder auf den Weg, ein wichtiges Zentrum zur Begabtenförderung im Freistaat zu werden.

Von Cornelia Braun

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