Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Grimma Retten, bauen, veranstalten – Altenhainer Heimatverein feiert seinen 15. Geburtstag
Region Grimma Retten, bauen, veranstalten – Altenhainer Heimatverein feiert seinen 15. Geburtstag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:31 09.04.2018
Sie und alle anderen Mitglieder heißen die Gäste zum 15. Geburtstag des Altenhainer Heimatvereins willkommen: Volker Killisch, Lutz Engler, Isabel Schneider und Marion Pause (v. li.). Quelle: Thomas Kube
Trebsen/Altenhain

Er war gegründet worden, um die Sporthalle im Ort zu retten. Dieses Ziel hat er längst erreicht. Und noch viel mehr. Am Sonntag blickt der Altenhainer Heimatverein auf seine 15-jährige Erfolgsgeschichte zurück – mit allen, die Lust auf Geselligkeit haben.

Feste soll man feiern, wie sie fallen, besagt ein Sprichwort. Die Altenhainer dürfen es dank eines glücklichen Umstands wortwörtlich nehmen, denn die Gründung ihres Vereins liegt am Sonntag auf den Tag genau 15 Jahre zurück. „Wir werden also ein richtiges Frühlings- und Geburtstagsfest gestalten“, kündigt die Vorsitzende, Marion Pause (38), an. Alle Altenhainer und Freunde Altenhains seien dazu ab 14 Uhr am Heimathaus neben dem Sportplatz willkommen.

Aufspielen werden die Trebsener Blasmusikanten. Im Gebäude sind ein historisches Schulzimmer, die Heimatstube und eine Ausstellung der Altenhainer Kindertagessstätte „Die Dorfspatzen“ zu sehen. Die jüngsten Besucher dürfen in die Spielzeugkiste greifen. Und nicht zuletzt rekapituliert der Verein mit einer Fotostrecke seine eigene Historie.

Mitglieder vom Heimatverein Altenhain um Volker Killisch (2.v.li.) an der nicht funktionstüchtigen Wasserpumpe vorm Vereinssitz Quelle: kube_t

„Alles begann damit, dass in der Stadt Trebsen laut über den Abriss unserer Turnhalle nachgedacht wurde“, erinnert Urgestein Volker Killisch (52), der die Arbeitsgemeinschaft Dorfgeschichte leitet. „Die Halle war von Altenhainern gebaut und 1962 eingeweiht worden, ein Gebäude, das rege genutzt war.“

So bildete sich eine Initiative zur Rettung, aus der am 8. April 2003 der Förderverein Altenhain entstand. „Der war aber nicht gemeinnützig, alles gesammelte Geld hätten wir der Stadt übergeben müssen“, schildert Lutz Engler (64), Vorsitzender von der Gründung bis 2012. „Deshalb haben wir uns wenig später in Altenhainer Heimatverein umbenannt. Unser Ziel war es, die Interessen Altenhains zu vertreten und das kulturelle Leben zu fördern.“

Den 160 Mitgliedern gelang es gemeinsam mit der SG Blau-Weiß Altenhain, die Beseitigung der Turnhalle zu verhindern. Die Sportler pachteten sie 2008, nächstes Jahr soll sie saniert werden.

2004 übernahm der Heimatverein die alte Schule, die ebenfalls auf der Abrissliste stand, per Pachtvertrag. Mit Unterstützung der Kommune entkernte er das Erdgeschoss und erneuerte die Bausubstanz. Als Heimathaus bildet das Gebäude seit 2008 eine Plattform für das kulturelle und soziale Leben im Trebsener Ortsteil.

Diese Möglichkeit der Begegnung weiß Isabel Schneider zu schätzen, die 2014 nach Altenhain zog. „Indem ich Mitglied im Heimatverein geworden bin, ist unsere Familie viel schneller hier heimisch geworden“, sagt die 37-Jährige. „Wir haben zügig Menschen aller Generationen kennengelernt, was ansonsten wohl nicht geschehen wäre.“

Ein Beispiel, wie das Überwinden von Schwellenängsten zu Gemeinschaft führen kann. Marion Pause macht Mut, es Isabel Schneider gleichzutun und den jetzt 70 Mitglieder zählenden Verein personell zu stärken. „Wir wollen offen sein für alle möglichen Interessengruppen“, sagt die Vorsitzende.

Für einen Jahresbeitrag von 20 Euro gehe kein Mitglied eine Verpflichtung ein, genieße aber Vorteile. Man könne Biertischgarnituren und das neue Festzelt, das am Sonntag eingeweiht werden soll, ausleihen und die Vereinsstube für private Feiern günstiger mieten.

Hauptzweck sei es allerdings, das Heimathaus und das ganze Dorf weiter mit Leben zu erfüllen. Waldfegen im Frühjahr, Flohmärkte mit der Kita, Kaffeeklatschrunden, Spieleabende, Kulturfahrten, Adventsfenstersuche und Adventskonzert in der Kirche zählen längst zu den Aktionen des Vereins, die eine Tradition geworden sind. Nächstes Jahr soll ein musikalisches Mittsommerfest auf die Beine gestellt werden. Und damit muss nicht Schluss sein. „Wer weitere Ideen hat, darf zu uns kommen und sie umsetzen“, verspricht Marion Pause.

Von Frank Pfeifer

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Alle 2017 gebauten Windkrafträder an einem Tag aufsuchen? „In Sachsen ist das möglich“, schüttelt der Grünen-Landtagsabgeordnete Gerd Lippold den Kopf. Denn es sind nur 16 Stück. Lippold setzte sich ins Auto, um die Anlagen abzufahren und machte auch im Grimmaer Ortsteil Großbardau Station. Dort sollen zwei weitere Anlagen entstehen. Doch es gibt Probleme.

06.04.2018

In historischen Mauern, aber auch häufig im Freien bieten sich 2018 etliche Gelegenheiten, Konzerten im Sächsischen Burgenland zu lauschen. Die neue Veranstaltungsreihe BurgenLandKlänge vereint Hörerlebnisse an besonderen Orten.

05.04.2018

Die Volks- und Raiffeisenbank Muldental mit Sitz in Grimma schätzt ihre 2017er Bilanz als „sehr gut“ ein. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen wuchs die Bilanzsumme auf 468 Millionen Euro. Die demografische Entwicklung und die neue digitale Welt zwingen wie andere Faktoren zum Umdenken. Auch Filialen wurden geschlossen.

08.04.2018