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Grimma Rewe-Markt in Grimma:Alle stehen Gewehr bei Fuß
Region Grimma Rewe-Markt in Grimma:Alle stehen Gewehr bei Fuß
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00:17 24.10.2017
Noch kann im Grimmaer Jahnstadion trainiert und gespielt werden. Doch vermutlich rollen im November die Bagger für den Rewe-Markt an. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Alle stehen Gewehr bei Fuß. Doch solange Investor Klaus Landau der Stadt Grimma nicht die vertraglich vereinbarten 1,6 Millionen Euro überwiesen hat, dreht sich für den Rewe-Supermarkt kein Baggerrad. Die Stadt rechnet täglich mit dem Eingang des Geldes für den Verkauf des Friedrich-Ludwig-Jahn-Stadions, am Freitag lag es noch nicht auf ihrem Konto.

Ursprünglich sah der Fahrplan für den Vollsortimenter nebst Drogeriemarkt auf dem jetzigen Kunstrasenplatz den September als Baustart vor. Inzwischen rechnet Stefan Martin vom Ingenieurbüro Ludwig Martin, dass die Bagger im November anrollen. Die Borsdorfer Firma plante den Markt mit insgesamt 2550 Quadratmeter Verkaufsfläche und wird auch den Generalunternehmer überwachen. Den Auftrag, das neue Einkaufsareal am Rande der Innenstadt zu errichten, erhielt die Schneider Systembau GmbH aus Radeburg.

Die Abwägung und Genehmigung des Bebauungsplanes habe länger gedauert als gedacht, nennt Architekt Martin den Grund für die Verzögerung. Der B-Plan trat mit der Bekanntmachung im Amtsblatt am 14. Oktober in Kraft, nachdem das Landratsamt ihn mit Schreiben vom 30. August genehmigt hatte. Die Baugenehmigung hatte die Kreisbehörde am 17. August zugestellt. Nach dem Ablauf der Einspruchsfrist erlangte sie laut Martin Ende September Rechtskraft. „Alle Zeichen stehen jetzt auf Grün“, betont er.

„In den nächsten ein bis zwei Wochen erfolgt die Feinabstimmung“, informiert der Architekt. Die Genehmigung für den Baustellenverkehr habe er am Donnerstag erhalten, auch die Abstimmung mit den Archäologen sei erledigt. Martin hofft, dass noch vor einem möglichen Wintereinbruch die Gründungsarbeiten über die Bühne gebracht sind. Je nach Witterung werde über die kalte Jahreszeit hinweg am Markt gebaut. Er rechnet mit einer Fertigstellung im Herbst 2018.

Ehe die Bauarbeiter anrücken können, müssen die Fußballer des FC Grimma ein paar Tage vom Trainings- in den Arbeitsrhythmus wechseln. Der Verein, für den an der Lausicker Straße flutsichere Fußballplätze errichtet werden, demontiert im Jahnstadion alles Wiederverwendbare und lagert es zunächst ein. Dazu werden laut Präsident Egon Pape die Fußballmänner Hand anlegen. Der Masterplan für den Rückbau stehe seit sieben Wochen, „wir brauchen drei bis vier Tage“, erläutert Pape. Zaun, Pfähle, Eingangstor, Fußballtore, Lautsprecher – all das wird abgebaut und zwischengelagert. Der Kunstrasen jedoch sei hinüber, so der Präsident.

Aus dem Gebäude holt der Verein Bänke und Garderoben, parallel dazu baut der Bauhof die Heizanlage zur Wiedernutzung aus. Auch die sechs 24 Meter hohen Flutlichtmasten wollte der Verein demontieren und am neuen Standort wieder aufbauen. Eine Kostenrechnung ließen Pape & Co aber umschwenken. Der Aufwand wäre so hoch, dass sich auf Vereinskosten die Anschaffung eines neuen Flutlichtes mit Strom sparenden LED-Lampen lohnt. Die Altmasten werde der Bauherr entsorgen, berichtet Pape. Ebenso alles andere, was im Jahnstadion verbleibt.

Der Verein nutzt den Platz bis zur letzten Sekunde für Training und Spiele. Das sei mit Bauherr Sven Röh vereinbart, erläutert der FC-Chef. Danach brechen allerdings schwierige Zeiten an, denn der von Montag bis Sonntag belegte Kunstrasenplatz mit Flutlicht ist gerade in der dunklen Jahreszeit wichtig – nicht nur für den FC – und wird fehlen. Für die Übergangszeit wurde mit Hilfe benachbarter Vereine ein Plan erstellt. Ausweichplätze sind Großbothen, Großbardau und Kössern. Für die erste Männermannschaft sind laut Pape Trainingszeiten auf dem Kunstrasen in Naunhof vereinbart worden. „Wir werden unseren Trainings- und Spielbetrieb notdürftig aufrecht erhalten“, gibt der Präsident klar zu verstehen. Nach der Flut 2002 und 2013 habe es aber auch gehen müssen.

Von Frank Prenzel

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