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Grimma Rewe-Markt in Grimma: Vielleicht schon im September Baustart
Region Grimma Rewe-Markt in Grimma: Vielleicht schon im September Baustart
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16:05 13.06.2017
Noch wird hier im Jahnstadion Fußball gespielt, doch eventuell schon im September rollen die Bagger für den Rewe-Markt an. Quelle: Frank Prenzel
Grimma

Nach einem baulichen Kompliment klang das erstmal nicht. Karsten Schrempel (Bürger für Grimma) und Johannes Heine (Freie Wähler) nahmen das Wort „Kiste“ in den Mund, als der Technische Ausschuss des Grimmaer Stadtrates Montagabend dem Bauantrag des künftigen Super- und Drogeriefachmarktes auf dem Gelände des jetzigen Jahnstadions zustimmen sollte. An verschiedenen Ecken gebe es doch Gestaltungsmöglichkeiten, mit Grün zum Beispiel, regte Schrempel an, darüber mit Planer und Investor zu reden. „Es wird also eine ganz normale Kiste, wie sie überall steht“, umschrieb Heine die Planzeichnungen aus seiner Sicht. Es gebe die Idee, brachte Oberbürgermeister Matthias Berger (parteilos) in die kurze Debatte ein, auf der Rückseite eine moderne Werbung für die Innenstadt zu machen. So wie am Londoner Piccadilly Circus, formulierte er einen gewagten Vergleich.

Letztlich war die Zustimmung zum Bauantrag Formsache. Bis auf Jörg Diecke (Linke), der mit Nein votierte, hoben alle Ausschussmitglieder die Hand. Mit dem Markt am nördlichen Rand der Innenstadt erhoffen sich die Stadtväter einen Besucherimpuls für die City.

Ende März hatte der Investor den Bauantrag im Landratsamt zur Genehmigung eingereicht. In diesem Prozess ist auch die Stadt Grimma zur Stellungnahme aufgefordert. Weil nach der städtischen Hauptsatzung bei einem Bauvorhaben von über 500 000 Euro der Technische Ausschuss einzubeziehen ist, hatten dessen Mitglieder das letzte Wort. Allein die Rohbaukosten für Super- und Drogeriemarkt werden nach Angaben von Jochen Lischke, Leiter des Grimmaer Stadtentwicklungsamtes, 1,45 Millionen Euro betragen.

Mit einem Bebauungsplan für das Areal an der Wurzener Straße hat Grimma die Voraussetzungen für die Errichtung der Märkte geschaffen. Der Stadtrat beschloss den Plan im März, im Mai reichte ihn die Stadt beim Landratsamt zur Genehmigung ein. Die Behörde in Borna hat nun drei Monate Zeit. Die im Bebauungsplan für die Märkte formulierten Rahmenbedingungen seien im Bauantrag eingehalten worden, erläuterte Lischke. Das betreffe die Verkaufsfläche ebenso wie die Höhe der Gebäude. Dabei haben die Planer die maximalen Zahlen ausgereizt, wie Stefan Martin vom Borsdorfer Ingenieurbüro Martin auf LVZ-Anfrage verdeutlicht. Der Lebensmittelmarkt wird eine Verkaufsfläche von 1850 Quadratmeter haben, der Drogeriefachmarkt von 700. Beide Gebäude ragen sieben Meter in die Höhe. Das Borsdorfer Büro arbeitet im Auftrag von Klaus Landau aus Kleinmachnow, der als Großinvestor auftritt. Martin spricht von einem Bauvolumen in Grimma von knapp vier Millionen Euro. Auch die Rewe-Märkte in Naunhof und Wurzen hat Landau finanziert. Zu seinen Partnern in der Region gehört Sven Röh, Geschäftsführer der Umwelt 2000 GmbH. Martin bestätigt, dass Rewe und die Drogeriekette dm als Mieter für die Märkte in Grimma gebunden sind. Wenn es optimal läuft, könne im September Baustart sein. Es sei mit einer Bauzeit von acht bis neun Monaten zu rechnen.

Martin betont, dass die Märkte nach den Normen der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen errichtet werden. „Es ist ein goldzertifizierter Markt.“ Sämtliche Materalien könnten später einmal nachhaltig entsorgt werden. Das Tageslicht werde optimal genutzt und natürlich energetisch umweltfreundlich gebaut. 95 Prozent aller Flächen seien behindertengerecht erreichbar.

Der Vertrag zum Verkauf der Fläche ist übrigens längst notariell beurkundet. 1,6 Millionen Euro soll die Stadt erhalten. Er wird wirksam, so Amtsleiter Lischke, wenn die Baugenehmigung vorliegt.

Von Frank Prenzel

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