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Grimma Rewe und dm eröffnen ihre Märkte in Grimma
Region Grimma Rewe und dm eröffnen ihre Märkte in Grimma
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05:56 03.11.2018
Der 30-jährige Florian Schill startet erstmalig für Rewe als Filialleiter. Er stammt aus Thüringen, wohnt in Leipzig und betreibt den neuen Markt nahe der Grimmaer Altstadt. Quelle: Thomas Kube
Grimma

Luftballons schweben in der Luft, ein rotes Herz umspannt die Eingangstür, Musik füllt den Verkaufsraum, und am Abend steigen Feuerwerkskörper in den Himmel – mit einladenden Gesten ist am Freitag der neue Rewe-Einkaufsmarkt in Grimma eröffnet worden. Schon tags zuvor knallten die Eröffnungskorken im benachbartem dm-Drogeriemarkt auf dem Gelände, wo noch vor einem Jahr das Jahnstadion stand und es nur wenige Schritte bis zur Altstadt sind.

30-Jähriger ist der Rewe-Mann in Grimma

Den Rewe-Markt führt Florian Schill als Franchisenehmer. Der selbstständige Kaufmann hat eine steile Karriere hinter sich. Im Jahr 2005 begann er beim Lebensmittelhändler Rewe seine Lehre und stieg danach rasch auf. Nun führt der Leipziger, gerade mal 30 Jahre alt, seinen eigenen Markt und weiß 31 Mitarbeiter um sich. Mehr als 15 000 Artikel hat der Vollsortimenter in Grimma in den Regalen. Während Schill Fleischtheke und Salatbar selbst betreibt, hat sich im Backshop die Stangengrün Mühlen Bäckerei eingemietet.

Green Building in guter Lage

Schill bezieht die Ware von Rewe und darf auch keine Entscheidungen ohne den Handelsriesen treffen. Und er wünscht sich, „dass wir die Nr. 1 bei der Lebensmittelversorgung in Grimma werden“. In Kombination mit dem Drogeriemarkt und von der Lage her sei es ein guter Standort, nennt er Argumente für seinen Optimismus. Der Supermarkt zählt übrigens als Green Building (grünes Gebäude). Verwendet wird grüner Strom, die Abwärme der Klimaanlage kommt der Heizung zugute.

Am 1. November 2018 hat die dm-Drogerie auf dem Areal des früheren Kunstrasenplatzes eröffnet. Im Laufe des Tages strömten bereits Hunderte in den neuen Einkaufstempel. Im Foto die Filialleiterin (re.) und ihre Stellvertreterin. Quelle: Thomas Kube

Sehr modern auch das Gesicht im Drogeriemarkt. Schon am ersten Tag habe es gebrummt, berichtet Filialleiterin Linda Klinkenberg. „Wir haben ohne Ende Luftballons aufgeblasen.“ Die 28-jährige Leipzigerin arbeitet mit 14 Kolleginnen zusammen (Durchschnittsalter 26,8), und die Käufer erwartet ein Sortiment von 12 500 Artikel.

Hohnstädterin regt Bushaltestelle am Standort an

Die ersten beiden Rewe-Kunden werden punkt 7 Uhr mit Blumen begrüßt. Keine zwei Stunden nach der Eröffnung kommt auch Monika Siewert nebst Schwiegersohn mit einem vollen Korb aus dem Markt. „Wir haben uns schon lange auf den Rewe gefreut“, erzählt die Hohnstädterin. „Der fehlte bislang in Grimma.“ Und Konkurrenz belebe das Geschäft, meint sie mit Blick auf den bislang einzigen Drogeriemarkt im Pep. Die Lage hier sei zentral und stadtnah, „eine Bushaltestelle wäre ideal“, wünscht sich Monika Siewert. Sie glaubt schon, das vom neuen Einkaufsareal aus täglich mehrere Leute das Zentrum ansteuern und hofft auf eine Erholung der Innenstadt.

An einen Effekt für die Altstadthändler glaubt auch Klaus Rabe. Vielleicht wachse so der Betrieb in der Innenstadt, „man muss ja auch an die kleinen Läden denken“. Dass es jetzt den Rewe gibt und sich Aldi im Zentrum neu aufstellen möchte, findet der Döbener gut und freut sich, dass für ihn und viele andere jetzt „der längere Weg nach oben“, sprich zu Lidl, Edeka und den Pep, entfällt“.

Voll des Lobes ist Nancy Malz. Die junge Grimmaerin findet den neuen Supermarkt „sehr erfrischend und modern eingerichtet“ und die Kombination mit dem Drogeriemarkt gut. Mehr Einkaufsstätten brauche Grimma aber nicht, sagt sie. Eine Belebung der Innenstadt könne funktionieren, „weil man vom Parkplatz hier ja nur über die Straße muss“.

Kritiker befürchten negative Auswirkungen auf City-Händler

Während am neuen Einkaufstempel ein voller Korb nach dem anderen zu den Fahrzeugen geschoben wird, verlieren sich Freitagvormittag rund um den Grimmaer Markt wenige Menschen. Am Fuße des Rathauses bieten ein Socken- und ein Schuhverkäufer ebenso ihre Waren feil wie drei Textilhändler. Nur wenige Leute steuern ihre Stände an. Ulrike Hennig, gerade im Zentrum unterwegs, findet es vor allem für ältere Leute, „die hier unten wohnen“, gut, dass am nördlichen Altstadtrand ein Super- und Drogeriemarkt entstanden sind. Zu Roßmann kämen die nicht, und Schlecker sei weg, sagt sie. Das neue Einkaufsareal sei eine Bereicherung für Grimma, so Ulrike Hennig, die aber auch glaubt, dass dadurch bei zwei, drei Läden in der Altstadt über kurz oder lang das Licht ausgehen könnte.

Eine Meinung, mit der sie nicht allein da steht. Auch andere Passanten, die jedoch ihren Namen nicht preisgeben wollen, befürchten negative Auswirkungen auf die Innenstadt-Händler. Der junge Rewe-Marktleiter kennt die Diskussion zur Belebung der Grimmaer City. Er wolle nicht, dass Läden im Zentrum unter seinem Markt leiden und werde das Thema mit dem Oberbürgermeister besprechen, sagt Florian Schill.

Von Frank Prenzel

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