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Grimma Richard Stachon aus Ammelshain erfolgreich im Motorsport
Region Grimma Richard Stachon aus Ammelshain erfolgreich im Motorsport
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14:55 19.05.2015
Der Fahrer und seine Maschine: Richard Stachon aus Ammelshain, hier auf einem im Herbst entstandenen Foto, absolvierte mit der Honda eine erfolgreiche Saison. Nun will er in eine höhere Klasse aufsteigen. Quelle: Andreas Röse

Kommendes Jahr, also in der nächsten Saison, will er auf eine höhere Klasse umsteigen.

Als die Eltern sein Interesse für schnelle Zweiräder erkannten, schenkten sie ihm ein Pocket-Bike, mit dem er im Alter von fünf Jahren durchs Gelände crossen konnte. Später kam eine ähnlich kleine Straßenmaschine hinzu. Der Junge war hin und weg. Und sein Vater Thomas Stachon, der selber eine 900er Honda Fireblade in der Garage stehen hat, gewährte ihm jegliche Unterstützung.

Entscheidende Weiche

Dass er 2009 Richard mit zur Motorradmesse nach Leipzig nahm, stellte eine Weiche. Dort lernte der Sohnemann Gunter Scherübl vom Ersten Sächsischen Minibike-Club in Lichtenstein kennen, der ihn zu sich einlud. "Er stellte mir Kleidung und ein Motorrad zur Verfügung, und so konnte ich die ersten Schritte bei ihm auf dem Sachsenring lernen", sagt Richard rückblickend. Die Honda NSR von damals haben ihm die Eltern ein Jahr später gekauft. Von da an konnte er unabhängiger trainieren.

Schon bei seinem ersten Rennen auf dem Erzgebirgsring in Lichtenberg belegte er den zweiten Platz mit der 50-Kubik-Maschine. Vizeweltmeister Ralf Waldmann überreichte ihm den Pokal. "Den kannte ich nur aus der Zeitung, und dann gratulierte er mir hautnah. Ein Wahnsinn", zeigt sich der Ammelshainer immer noch tief beeindruckt. In der gleichen Saison wurde er sächsischer Vize-Meister. Weil er nun aber zu alt war für die Deutsche Meisterschaft im Minibike-Cup, fand er ab 2011 im Simson GP seine neue Heimat. Der Grand Prix wird deutschlandweit und in Tschechien ausgetragen. Dieses Jahr belegte Richard den achten Platz in der Klasse Open 50.

Fahrtechnik an erster Stelle

Und das, ohne an seinem 7,6 PS starken Bike zu basteln. "Er soll lernen, mit unterlegenem Material ins Rennen zu gehen, damit er einen Anreiz hat und wirklich kämpft", sagt der Vater. Und der Sohn nimmt ihm das nicht übel. Im Gegenteil, er nimmt die Herausforderung an: "Wenn ich weiß, dass ich an den Anderen dank meines getunten Motorrades auf der nächsten Geraden sowieso heranziehen kann, dann muss ich nicht so viel Wert auf meine Fahrtechnik legen."

Dass er Zweiräder gut beherrscht, bescheinigt ihm nicht nur jeder Rennleiter, sondern auch die Fahrschule Taubert in Brandis. Dort bestand Richard diesen Sommer nach lediglich vier Praxisstunden die Mopedprüfung. "Nur für die Theorie, da musste ich schon lernen", gesteht er. "Der Straßenverkehr ist eben etwas anderes als eine Rennstrecke, und schließlich will ich niemanden gefährden."

Tischtennis als Ausgleich

Gefährden darf er auch nicht seine schulische Ausbildung. "Wenn da der Zensuren-Durchschnitt nicht hinhaut, ist alles weg", sagen seine Eltern. Dann wäre Schluss mit Motorsport. Bleiben würde Richard vielleicht noch das Tischtennis, wo er schon sechsfacher Vereinsmeister im Ammelshainer TTV geworden ist. "Das ist für mich ein Ausgleich, gut für die Konzentration."

Die braucht er auch, wenn er in der nächsten Saison in die Klasse Open 85 aufsteigen will. Jan Schäffer aus Zwickau bastelt schon an einer Honda NS 1, einer 80-Kubik-Maschine. "Wenn wir noch höher reingehen wollten, bräuchten wir Sponsoren", sagt er. "Beim ADAC-Juniorcup by KTM kosten Bike und Startgebühr schon 10 000 Euro. Da hat man aber noch keine Reifen. Anfahrt und vieles mehr sind auch noch nicht mit drin." Vater Thomas Stachon bedauert deshalb, dass seiner Meinung nach der Motorsport in Deutschland so schlecht gefördert würde. "In Spanien und Italien ist das besser", sagt er. Mutter Gesine Stachon nickt zustimmend.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.12.2013
Pfeifer, Frank

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