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Risse und Nässe: Kameraden wundern sich über Schäden am neuen Gerätehaus

Großbardau Risse und Nässe: Kameraden wundern sich über Schäden am neuen Gerätehaus

Mit großem Tatütata wurde im Juli vorigen Jahres das neue Feuerwehrgerätehaus in Großbardau seiner Bestimmung übergeben. Für die Kameraden des Grimmaer Ortsteils ging damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Ihre Freude mischt sich aber längst mit Sorgen. Denn am neuen Gebäude sind einige Baumängel nicht zu übersehen. Im Stadtrat kochte das Problem jetzt hoch.

Am neuen Feuerwehrgerätehaus in Großbardau sind Baumängel aufgetreten. Erste Schäden werden beseitigt.

Quelle: Frank Prenzel

Grimma/Grossbardau. Mit großem Tatütata wurde im Juli 2016 das neue Feuerwehrgerätehaus in Großbardau seiner Bestimmung übergeben. Für die Kameraden des Grimmaer Ortsteils ging damit ein lang gehegter Wunsch in Erfüllung. Ihre Freude mischt sich aber längst mit Sorgen. Denn am neuen Gebäude sind einige Baumängel nicht zu übersehen. Vermutlich arbeitet der Ringanker, so dass sich an drei Seiten unterhalb des Daches Risse auftun. In der Fahrzeughalle schlägt an einer Stelle Nässe durchs Mauerwerk, außerdem läuft das von den Fahrzeugen abtropfende Wasser nicht in die dafür vorgesehene Abflussrinne, sondern durch Spalten unter die Fliesen. Die 130 Mitglieder des Feuerwehr-Fördervereins wundern sich gelinde gesagt über solche Mängel an einem 1,2 Millionen Euro schweren Neubau.

Das Problem kochte jetzt zur Stadtratssitzung hoch, als Thomas Zeidler (Bürger für Grimma) sozusagen Alarm schlug. Dem Amt seien die Mängel bekannt, bis jetzt gebe es aber keine Reaktion, ob sie innerhalb der Gewährleistungsfrist abgestellt werden. Manche Schäden ließen sich sicher nicht sofort korrigieren, ergänzte sein Fraktionskollege Christian Donner. Der Mangel am Wasserablauf könne aber schnell behoben werden, um größeren Schaden abzuwenden. Donner gehört der Wehr in Großbardau an und kennt die Details aus erster Hand.

Den Vorwurf, das Hochbauamt würde untätig sein, weist Amtsleiterin Ute Hoppe entschieden zurück. „Wir haben unseren Job gemacht und machen ihn weiter“, sagte sie auf LVZ-Anfrage. Seit Auftreten der ersten Mängel würden sich die Mitarbeiter kümmern. Hoppe redet von Missverständnissen, die sie am Montag im Technischen Ausschuss ausräumen möchte. Eingeladen ist auch der Planer. Allerdings wird hinter verschlossenen Türen informiert, um Firmen, die eventuell für Mängel gerade stehen müssen, nicht an den Pranger zu stellen.

Was in Großbardau passiert, sei völlig normal, gibt die Amtschefin zu verstehen. Nahezu an jedem Neubau gebe es Mängel „durch nicht fachgerechte Ausführung“. Nach Kontrollen würden die im Rahmen der Gewährleistung beseitigt. Das verspricht sie auch für den Neubau in Großbardau, wo schon in dieser Woche die Risse mit Panzergewebe und -mörtel überdeckt wurden. Allerdings sei nicht immer auf den ersten Blick zu sehen, wer für den Mangel verantwortlich ist, erklärt Hoppe. Deshalb müsse nach der Ursache geforscht werden, gebe es Rück- und Absprachen, bringt sie den Zeitfaktor ins Spiel. An so einem Feuerwehrbau seien immerhin um die 50 Firmen mehrerer Gewerke beteiligt. Auch die Jahreszeit spiele bei der Mängelbeseitigung eine Rolle. Im Winter gehe vieles nicht.

Allerdings haben die Großbardauer Feuerwehrleute das Beispiel Grimma vor Augen, wo die Kameraden im 2005 eingeweihten Gerätehaus über Risse an den Wänden klagen. Hoppe betont indes, dass diese nicht im Rahmen der Gewährleistung auftraten. Das sei mit den Kameraden auch besprochen worden. Zudem verweist sie auf Rissbildungen, die nach Bauvorschrift zulässig sind, also in der Toleranz liegen. „Die sind zwar ein optischer Mangel, der Auftraggeber ist aber nicht verpflichtet, sie zu beseitigen.“ Das sei zum Teil auch in Grimma so.

„Das, was hier passiert, darf nicht passieren“, machte sich im Stadtrat der Fraktionschef der Bürger für Grimma, Hans-Jörg Dossin, Luft. Er wolle wissen, welche Schäden aufgetreten sind und wer für den Pfusch verantwortlich sei. Dossin stellte auch die Frage nach der Bauüberwachung. Die Stadt mache Millionenprojekte und sollte ein eigenes Kontrollsystem einführen, gab er zu verstehen.

Von Frank Prenzel

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