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Grimma Rittergut Trebsen will Magnetwirkung ausbauen
Region Grimma Rittergut Trebsen will Magnetwirkung ausbauen
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00:31 03.06.2018
Fünftklässler der Oberschule Trebsen modellieren und bemalen Tonreliefs in der Erlebniswerkstatt. Die Kooperation des Vereins mit der Bildungsstätte funktioniert bestens. Quelle: Frank Schmidt
Trebsen

Über die engere Region hinaus will der Förderverein Rittergut Trebsen das Besucherinteresse wecken. Erreichen möchte er das mit Angeboten, die hauptsächlich auf Kinder abzielen, aber Erwachsene nicht außenvorlassen. Das Fundament dafür schuf er mit enormen Investitionen.

Öffnungszeiten am Wochenende geplant

„Perspektivisch werden wir auch an Wochenenden feste Öffnungszeiten einführen“, kündigt Vereinschef Uwe Bielefeld an. „Dann können Besucher in unser Geo-Erlebniswerkstatt Edelsteine schleifen und Gesteinskästen bauen. Denn nur eine gute Nutzung der Immobilie sichert unseren Bestand.“

Zusammenarbeit mit Bildungsstätten außerhalb der Stadt

Ein weiteres Ziel sei es, an den Werktagen zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit Bildungsstätten außerhalb der Stadt zu kommen. Bislang kooperiert die Trebsener Oberschule mit dem Rittergut. Jeden Freitagnachmittag, so Bielefeld, kommen Mädchen und Jungen in die Einrichtung an der Mulde, wo sie an die Natur und Umwelt herangeführt werden.

Sie bauen aus Kies des Flusses Instrumente, gestalten aus Gasbeton Figuren und bearbeiten Rochlitzer Porphyrtuff. „Wir leben in einem der größten ehemaligen Vulkankessel Europas, durch Kristallisationsprozesse bildeten sich Edelsteine“, erläutert Bielefeld, dessen Verein 2016 Mitglied im Geopark Porphyrland geworden ist. „Die Mulde bringt Amethyste mit, die wir mit Geo-Rangern der Volkshochschule suchen.“ Nun soll eine Steinschneidemaschine angeschafft werden, um diese präsentieren zu können.

Schätze in Porphyr

Schränke und Vitrinen für eine Ausstellung schaffte der Verein mit finanzieller Unterstützung der Stadt Trebsen an. „Wir wollen der Freiberger Terra Mineralia keine Konkurrenz machen, sondern – mit Kindern gemeinsam gestaltet – Schätze in Porphyr zeigen“, erläutert Bielefeld. Für die weitere Ausstattung habe der Verein in Zusammenarbeit mit der Universität Leipzig einen Förderantrag beim europäischen Leader-Programm gestellt.

Hohe Investitionen im Gebäude

Das alles wäre kaum möglich, hätte der Förderverein nicht kräftig in das Ensemble investiert, das zu DDR-Zeiten der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft gehörte und entsprechend verkam. „330 000 Euro haben wir in den Erhalt und die Ertüchtigung aller Gebäude gesteckt“, berichtet Bielefeld. „Allein 80 000 Euro zusätzlich mussten wir ausgeben, um die aktuellen Brandschutzvorschriften im ehemaligen Kuhstall einzuhalten.“ Nur auf dieser Grundlage wurde eine weitere Nutzungserlaubnis gegeben.

Entstanden ist in dem Haus aber nicht nur die Geo-Erlebniswerkstatt. Der Eingangsbereich wurde per Rampe barrierefrei gestaltet, es existiert eine separate Behindertentoilette. Im Obergeschoss bietet ein Veranstaltungsraum bis zu 100 Personen Platz bei den regelmäßigen Konzerten und bei privaten Feiern.

Wer danach nicht nach Hause fahren will, dem bietet die Herberge mit ihren zwölf Betten im ehemaligen Inspektorenhaus ein Nachtlager. Auch hier musste der Verein viel Kraft aufbringen. „In langen Verhandlungen haben wir Kompromisse beim Brandschutz gefunden“, blickt Bielefeld zurück.

Verein möchte Ochsenstall sanieren

Gern würde der Verein auch den ehemaligen Ochsenstall sanieren. Doch die dafür veranschlagten 500 000 Euro kann er bei weitem nicht aufbringen, zumal immer noch die Rückzahlung des Kredits Kopfzerbrechen bereitet, mit dem er das Rittergut einst gekauft hatte. In dem Stallgebäude fertigen Kinder momentan Lehmziegel und setzten Fachwerke aus.

Brennerei soll ertüchtigt werden

Als nächstes soll die Brennerei ertüchtigt werden. Dann, so Bielefeld, ist die ehemalige Scheune an der Reihe, in der er die Beteiligten der Highland Games beköstigen will. Dieser Höhepunkt im Veranstaltungskalender bringt dem Förderverein den Großteils des Kapitals, mit dem er übers Jahr wirtschaften kann.

Ehrenamtliche Helfer gesucht

Ohne Menschen wäre das Ganze aber wenig wert. Die fünf hauptamtlichen Mitarbeiter und ihre Helfer können nicht alles stemmen, was zu tun ist. „Mit Ein-Euro-Jobbern haben wir viele schlechte Erfahrungen gemacht, Stichwort Alkohol- und Drogenprobleme“, sagt Bielefeld. „Deshalb versuchen wir, Einwohner von Trebsen ehrenamtlich einzubinden.“ Es gehe darum, gute Arbeit zu leisten, dann sei der Erfolg des Vereins gesichert.

Von Frank Pfeifer

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