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Rocker aus Elbflorenz sagen Adein Grimmaer Klosterkirche

Rocker aus Elbflorenz sagen Adein Grimmaer Klosterkirche

"Wir sind alt geworden - ihr aber auch": Mit diesem Bonmot hatte Stephan Trepte am Sonnabend die Lacher in der gut gefüllten Grimmaer Klosterkirche auf seiner Seite.

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Aufhören, wenn es am Schönsten ist: Sänger Stefan Trepte mit Gitarrist Eckhard Lipske in vollem Einsatz für die Fans.

Quelle: Thomas Kube

Grimma. Dabei war diese Feststellung des langjährigen Sängers der DDR-Rockband Electra nichts anderes als eine Anspielung darauf, warum sich die Dresdner Formation seit dem Frühjahr des vergangenen Jahres auf Abschiedtour befindet.

Eben weil seit ihrer Gründung mittlerweile 45 Jahre vergangenen sind und die Männer um Vokalist, Flötist und Saxophonist Bernd Aust offensichtlich dem Motto folgen, wonach man aufhören soll, wenn es am Schönsten ist. Oder wie es der 70-Jährige Electra-Mitbegründer formulierte, "solange man noch im Vollbesitz seiner Kräfte ist". Dies sind die Rocker aus Elbflorenz ganz offensichtlich, ließen sie doch am vorgestrigen Abend in dem historischen Sakralbau einen ihrer betagten Hits auf den anderen folgen. Wobei allerdings der Hörgenuss, insbesondere der vokalen Bestandteile mit zunehmender Entfernung zur Bühne abnahm, woran auch der große Einsatz der Electra-Techniker im Vorfeld nichts zu ändern vermochte.

Immerhin hatten die Aust'schen Soli nichts an ihrer Strahlkraft eingebüßt, wenngleich das Gründungsmitglied gestand, dass gerade bei Blasmusikern die auch noch so lange Erfahrung das Alter ab einem bestimmten Punkt nicht mehr zu kompensieren in der Lage ist. "Gut die Hälfte unserer Bandmitglieder ist mittlerweile sehr betagt, und eine Band ist nun einmal nur so gut wie ihr schlechtester Musiker", so Aust, der von einem "erfüllten Musikerleben" spricht.

Eines, das mit dem Fall der Mauer eine jähe Wendung nahm. Denn nicht nur der Eiserne Vorhang zerfiel zu Staub, sondern unmittelbar darauf die DDR-Plattenfirma Amiga. "Dass die Leute in den ersten Jahren nach der Wiedervereinigung die Musik live hören wollten, die sie zuvor nur von Schallplatte und Kassette kannten, war eine folgerichtige und nachvollziehbare Reaktion", so Aust, der dies ohne Verbitterung trotz der Tatsache sagt, dass seine Band nach 1990 keinen Anschluss an eine Plattenfirma fand. Immerhin: Die letzte Electra-Platte, die im Wendejahr nicht mehr zur Veröffentlichung kam, erschien vor sechs Jahren mit dem Titel "Der aufrechte Gang". "1989 hätte sie vermutlich niemand gekauft", mutmaßt Bernd Aust.

Ganz sicher nicht Joachim Schneider, der vorgestern dem Abschiedkonzert beiwohnte. "Abgesehen von Karat, Renft und City hatte ich für DDR-Rockmusik keinen Sinn", so der 63-jährige Grimmaer. "Erst nach 1990 habe ich ihre Wertigkeit erkannt." Diese Erkenntnis hat Evelyn Eichholz, die mit ihren 31 Jahren zu den jüngsten Konzertbesuchern gehörte, quasi mit der Muttermilch aufgesogen. "Ich bin mit dieser Musik groß geworden, und selbst wenn ich nicht zu jedem Konzert der einstigen DDR-Bands gehe, so muss es doch mindestens einmal im Jahr Ostrock sein", so die Bad Lausickerin.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 13.07.2015
Roger Dietze

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