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Grimma Rohrbach muss weiter auf Glasfaserkabel warten
Region Grimma Rohrbach muss weiter auf Glasfaserkabel warten
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00:24 17.04.2018
So fing alles in Belgershain an: Sebastian Kirscher(li.) und Carsten Weigel, die Geschäftsführer von Drahtlos-DSL aus Grimma, 2013 am ersten Verteilerkasten in der Gemeinde. Quelle: Andreas Röse
Belgershain

Seit Jahren liegen Leerrohre in Straßen des Belgershainer Ortsteils Rohrbach, doch wie der Name schon sagt: Sie sind leer. Der Traum, sie mit Glasfaserkabeln fürs superschnelle Internet zu füllen, blieb bislang unerfüllt. Und niemand kann sagen, wann er wahr wird. Im Rest der Gemeinde sieht die Versorgung deutlich besser aus.

Rainer Heinig aus der Angerstraße hat relatives Glück. Mit einem speziellen Anschluss der Telekom, bei dem LTE-Funk und Kabel kombiniert werden, bringt es der Rohrbacher auf 14 Megabit pro Sekunde im Download, wenn durchschnittlich viele Menschen ins Netz gehen. Bei Hochbetrieb an den Wochenenden nimmt die Geschwindigkeit der Datenübertragung etwas ab.

„Andere kriegen in Rohrbach nur zwei bis drei Megabit zusammen, einige haben sogar zu tun, auf ein Megabit zu kommen“, schildert der 57-Jährige. Alles hänge von der Lage im Ort und vom Anbieter ab, schon 100 Meter von seinem Haus entfernt sei der Empfang viel schlechter. Heinig selbst kann mit seinem Internetanschluss leben. „Er ist besser als zu analogen Zeiten“, sagt er. „Aber jungen Leuten, die am Computer spielen wollen, reicht das alles nicht.“

Rohrbach sei sein großes Problem, berichtet Carsten Weigel, Geschäftsführer der Drahtlos-DSL GmbH Mittelsachsen mit Sitz in Grimma. „Dorthin haben wir keine Breitbandzuführung“, erläutert er. „Seit Jahren will der Energieversorger eine Mittelspannungsleitung nach Rohrbach verlegen, verschiebt das Vorhaben aber immer wieder.“ Für sein Unternehmen, so Weigel, das ohne Fördermittel arbeitet, sei es nur sinnvoll, eine offene Baustelle anderer Medienträger zu nutzen, um darin Leerrohre für Glasfaserkabel zu verlegen. Ohne solche Synergien wäre es wirtschaftlich nicht vertretbar, nach Rohrbach zu graben. „Dafür ist der Ort zu klein“, sagt Weigel, verspricht aber: „Wir bemühen uns weiter um Rohrbach.“

In den anderen Ortsteilen von Belgershain stellt sich die Situation grundlegend besser dar; weitgehend deckt sie die Grimmaer Firma mit VDSL ab. Das heißt, sie leitet das schnelle Internet von Verteilerkästen, die am Breitband hängen, über die normalen Kupfer-Telefonleitungen in die Haushalte. „Dabei haben wir Glück, dass diese Kästen ziemlich zentral in den Orten stehen“, so Weigel. „Im Umkreis von jeweils 500 Metern sollen bis zur Jahresmitte 100 Megabit anliegen, weiter entfernt werden es entsprechend weniger werden.“

Wo in den Jahren, seit Drahtlos DSL für die Landgemeinde am Werk ist, Straßen aufgerissen wurden, um Wasser- und Abwasserleitungen zu verlegen, hat das Unternehmen bereits Glasfaserkabel in die Erde gebracht. Geschehen ist das vor allem in Belgershain und Köhra. „Unser Ziel ist es, die Kommune flächendeckend auf Glasfaser umzustellen“, beteuert Weigel. „Genaue Terminketten dafür existieren aber nicht. Wir hängen uns an Straßenbaustellen dran.“

Das Ziel der Bundesregierung, bis 2025 alle deutschen Haushalte mit Glasfaseranschlüssen zu versorgen, hält er für illusorisch. „Das ist schon allein wegen der Zahl der vorhandenen Tiefbaufirmen nicht machbar“, schätzt er.

Weil sich auf herkömmlichem Weg lange nichts rührte, setzte Belgershain 2013 auf Drahtlos DSL. „Das ist eine gute Alternative zur Telekom, die uns am langen Arm verhungern ließ“, sagt Sven Tschiedel (52) aus Köhra. „Wir sind zufriedene Kunden. Das Unternehmen ist an sieben Tagen rund um die Uhr erreichbar.“

Von Frank Pfeifer

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