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Roland Buchheim aus Erdmannshain begrüßt Liberalisierung des Hanfanbaus

Roland Buchheim aus Erdmannshain begrüßt Liberalisierung des Hanfanbaus

Hoffnung schöpft Roland Buchheim aus Erdmannshain. Nachdem das Kölner Verwaltungsgericht in dieser Woche den Eigenanbau von Cannabis für Schmerzpatienten in eng gefassten Grenzen erlaubt hat, kann er vielleicht irgendwann einmal seine Leiden mit Cannabis aus dem Garten behandeln.

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Sieht nur aus wie Hanf, ist aber keiner: Im Garten von Roland Buchheim wächst die Japanische Spinnenblume, deren Blätter denen von Cannabis ähneln.

Quelle: Andreas Röse

Naunhof/Erdmannshain. Gute Erfahrungen hatte der Rentner damit bereits gemacht - bis die Polizei einschritt.

Damals, vor zwei Jahren, war aus den Samenkörnern, mit denen der Papageienzüchter seine Vögel füttert, eine Hanfpflanze aufgegangen. Aus ihren Blättern hatte er sich abends ab und zu zwei Tassen Tee aufgekocht. "Am nächsten Tag waren meine Schmerzen, die ich vor allem im Bereich des Rückgrats und des Nackens habe, wie weggeblasen", sagt er verschmitzt. Wohl wissend, dass das nicht legal war. Er wollte aber ein Zeichen setzten für liberalere Rauschmittelgesetze und posierte sogar für ein Foto in der LVZ mit der Pflanze. Einige Tage später kam die Polizei ihrer Pflicht nach und holte den Hanf im Auftrag der Staatsanwaltschaft ab.

Nun also verschob sich die Gesetzeslage ein Stück hin zu dem, was Buchheim am liebsten wäre: die völlige Freigabe von Cannabis für medizinische Zwecke. Die Grenzen sind eng gefasst, denn nur bundesweit 272 Patienten dürfen zurzeit Hanf nach eingehender Untersuchung zur Therapie heranziehen. Wem der Kauf in der Apotheke allerdings zu teuer ist, so sieht es zumindest das Kölner Gericht, darf das Gewächs fortan auch selbst anbauen. Allerdings sind auch daran strenge Auflagen gebunden; wer auf eigene Faust gärtnert, macht sich weiterhin strafbar.

Buchheim träumt derweil von einer weiteren Liberalisierung: "Drei bis fünf Pflanzen sollten mit ärztlicher Bescheinigung angebaut werden dürfen. Das würde auch den Schwarzhandel ausbremsen." Zwar geht es dem 78-Jährigen schon seit Monaten ganz gut, was er vor allem auf die warme Witterung zurückführt. Aber im vergangenen Jahr hätte er doch ganz gern die eine oder andere Tasse mit den feingliedrigen Blättern getrunken, die nach seinen Worten einfach wie Pfefferminztee aufgebrüht werden.

Für den Erdmannshainer handelt es sich um ein Naturheilmittel mit Tradition. "Meine Vorfahren hatten eine Seilerei und haben Hanf versponnen. Sie genehmigten sich höchstwahrscheinlich auch hin und wieder ein Tässchen", sagt er und verweist auf ein Zitat von Paracelsus: "Alle Dinge sind Gift, und nichts ist ohne Gift; allein die Dosis macht, dass ein Ding kein Gift ist." Buchheim schließt deshalb für sich aus, drogensüchtig zu werden, wenn er Cannabis-Tee in Maßen trinkt. Im Gegenteil: "Es gibt keine Nebenwirkungen, wie das bei anderen Schmerzmitteln der Fall ist."

Auch Joachim Nadstawek, Vorsitzender des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland, erklärt nach dem Gerichtsurteil, er finde es "schön, dass Cannabis entkriminalisiert wird". Die Hürde bleibt trotzdem hoch. Sogenannter Medizinalhanf darf nur mit der Erlaubnis des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte angebaut werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 25.07.2014
Pfeifer, Frank

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