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Grimma Roter Hahn vernichtet Existenz in Seelingstädt
Region Grimma Roter Hahn vernichtet Existenz in Seelingstädt
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14:15 19.05.2015

Der Firmensitz samt Produktionsstätte in einem ehemaligen Landwirtschaftsgebäude, das zur Bauernland GmbH in Beiersdorf gehört, ist bis auf die Grundmauern niedergebrannt.

"0.45 Uhr sind wir alarmiert worden", berichtete Einsatzleiter Toni Bechler. "Bei Eintreffen stand schon die Hälfte des Gebäudes in voller Ausdehnung in Flammen. Wir hatten erfahren, dass noch Fahrzeuge in der Halle stehen würden. Aber die rauszuholen, dafür blieb keine Zeit mehr, die Flammen waren schneller."

Um der Feuersbrunst den Garaus zu machen sind neben den Seelingstädter Kameraden auch Männer und Frauen aus Trebsen, Altenhain und Neichen, also der gesamten Ortsverband Trebsen, an die Schläuche gerufen worden. Ebenso gab es mit der Drehleiter und einem großen Einsatztrupp aus Grimma Unterstützung. "Insgesamt waren 70 Kameraden mit zwölf Fahrzeugen vor Ort", zitierte Bechler die Zahlen aus dem nächtlichen Einsatztagebuch.

Mit den hoch auflodernden Flammen schnellte auch das Adrenalin bei den Feuerwehrleuten in die Höhe. Wohl wissend, dass der rote Hahn, wie Feuerwehrleute austretende Flammen nennen, die Existenz eines Familienbetriebes auf dem Gewissen hat, ist alles daran gesetzt worden zu retten, was zu retten war. "Aber unsere Möglichkeiten sind eng begrenzt gewesen, weil das Gebäude wie ein Kartenhaus in sich zusammenbrach und selbst die Außenmauern einzustürzen drohten", sagte Feuerwehrmann Bernd Möbius so, als wollte er sich entschuldigen.

Doch der Firmeninhaber, Michael Gödicke, wusste den nächtlichen Einsatz sehr wohl zu schätzen. Obgleich er am Morgen danach das wahre Ausmaß der Katastrophe voller Entsetzen vor Augen hatte, danke er den Kameraden für ihren Einsatz. Den Schaden zu beziffern, dazu war der Handwerker nicht in der Lage. "Der Verlust einer Existenz lässt sich nicht in Zahlen ausdrücken", sagte Gödicke sichtlich niedergeschlagen. Die Polizei wagte gestern eine Schätzung und bezifferte den Schaden auf eine halbe Million Euro.

In dem Familienbetrieb waren neben der Ehefrau auch der Sohn beschäftigt. Zwar sei das Gebäude durch den Eigentümer ebenso versichert gewesen wie Werkzeuge und Fahrzeuge. Aber dem steht nun eine ungewisse Zukunft gegenüber - unabhängig von der Brandursache, deren Ermittlung am Wochenende zwar aufgenommen wurde, die aber vorerst noch unklar war.

Höchste Anerkennung gab es für das Agieren Bechlers. Nur fünf Stunden zuvor ist er als neuer Wehrleiter in Seelingstädt gewählt worden und musste folglich seine Feuertaufe als Einsatzleiter bestehen. "Ich hätte es nicht besser machen können", fand Bernd Möbius als längjähriger Vorgänger von Bechler lobende Worte.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 24.03.2014
Schmidt, Frank

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