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Roter Ochse in Grimma vor Verkauf? – Immobilie für 3,5 Millionen angeboten

Verwirrung Roter Ochse in Grimma vor Verkauf? – Immobilie für 3,5 Millionen angeboten

Für 3,5 Millionen Euro ist der Rote Ochse zu haben. Ein entsprechendes Verkaufsangebot für die Immobilie, in der zurzeit 60 Flüchtlinge leben, verheißt das Internet. Der Eigentümer des Gebäudes will sich zu einem Verkauf nicht äußern. Der Kreis indes gibt sich gelassen, sieht den bestehenden Mietvertrag nicht in Gefahr.

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Der Rote Ochse steht laut Internet zum Verkauf.

Quelle: Foto: Frank Schmidt

Grimma. Um den so genannten „Roten Ochsen“ ist es ruhig geworden. Kritiker dieser Asylbewerberunterkunft in Grimma Süd haben sich längst die Hörner abgestoßen. Der Betrieb mit derzeit etwa 60 Bewohnern läuft reibungslos und dürfte nicht zuletzt auch deshalb an öffentlichem Interesse verloren haben. Doch hinter den Kulissen geschehen Dinge, die für Verwirrung sorgen. So wird im Internet über den Verkauf des Objektes spekuliert und sogar mit konkreten Zahlen operiert. Demnach wird die „Asyl-Wohnunterkunft“ Südstraße 80, Gebäude 57 in Grimma für 3,5 Millionen Euro als Immobilie im Kapitalanlagepaket mit 12 Prozent Rendite angeboten. „Der Käufer erwirbt ein Rundum-Sorglos-Paket mit weit überdurchschnittlicher Rendite, nahezu ohne eigenen Aufwand und fast risikolos“, heißt es wörtlich in der Offerte.

Um das verwirrende Konstrukt zu verstehen, muss man zwischen Betreiber und Eigentümer der Einrichtung unterscheiden. Betreiber ist die Artcas Invest GmbH. Das bestätigt auf LVZ-Nachfrage die Bayrisch-Sächsische Gesellschaft (BSG) für Herbergen und Liegenschaften mbH, ein Unternehmen der Northgate Enterprises Group mit Sitz in Leipzig, zu der auch Artcas Invest gehört. Geschäftsführer ist Jürgen Wilms. Die Asylunterkunft wird also nicht, wie allgemein in der Öffentlichkeit lanciert, von der Taiga Holzhaus GmbH betrieben. „Wir als Betreiber sind interessiert, das Objekt vom Alteigentümer mithilfe eines Kapitalpartners zu erwerben. Die Verhandlungen laufen“, teilt der Assistent der BSG-Geschäftsleitung, André Voß, schriftlich mit. Darüber hinaus sei es laut Betreibervertrag mit dem Landkreis Leipzig „vertraglich untersagt, Presseanfragen zum Objekt zu beantworten oder Auskunft zu erteilen.“ Doch etwas war dann doch schriftlich von Voß zu erfahren: „Wir wollen und müssen den Betreibervertrag mittelfristig erfüllen. Dazu brauchen wir Planungssicherheit für das Gebäude, da es ein wesentlicher Bestandteil zur Erfüllung des Betreibervertrages ist. Der Alteigentümer hat Grund und Boden sowie Gebäude schon lange im Bestand. Ein Verkauf durch den Alteigentümer an einen fremden Dritten birgt für uns ein erhebliches Risiko und viel Ungewissheit. Wir möchten daher das Objekt erwerben, mit einem privaten Kapitalpartner, den wir noch suchen, um die Betreibung weiter abzusichern.“

Wie schon gesagt, „die Verhandlungen laufen“. Nur mit wem? Der Eigentümer dieser Immobilie, es handelt sich um die bereits erwähnte Taiga Holzhaus GmbH in Dötlingen bei Bremen, kann Verkaufsabsichten „nicht bestätigen“, lässt Geschäftsführer Jürgen Luthardt telefonisch wissen. „An die Taiga Holzhaus als Besitzer ist kein Verkäufer herangetreten, das kann ich eidesstattlich versichern“, verleiht Luthardt seiner Auskunft Nachdruck. Allerdings sei von Anfang an bekannt gewesen, auch dem Landratsamt, dass der Betreiber diese Immobilie erwerben möchte. Auf die Frage, ob die Taiga Holzhaus das Gebäude überhaupt wolle, gab Luthardt eine klare Abfuhr. „Ich glaube, da bin ich keine Antwort schuldig, das ist meine eigene Angelegenheit.“

Im Landratsamt sieht man diese Angelegenheit entspannt. „Kauf bricht nicht Miete, das ist ein elementarer Rechtsgrundsatz und hat keine Auswirkungen auf die Unterbringung der Flüchtlinge im Roten Ochsen“, sagt Behördensprecherin Brigitte Laux. Ursprünglich waren für das Gebäude weit mehr – 250 bis 300 Flüchtlinge – geplant.

Von Frank Schmidt

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