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Rückkehr zu Tarifverträgen: Lautstarker Appell an Naunhofer Stadträte

Städtische Angestellte Rückkehr zu Tarifverträgen: Lautstarker Appell an Naunhofer Stadträte

Zum wiederholten Mal mit einem ohrenbetäubenden Trillerpfeifenkonzert empfingen die städtischen Bediensteten am Donnerstagabend die Naunhofer Stadträte vor dem Rathaus der Parthestadt, in dem diese zu ihrer Februar-Stadtratssitzung zusammenkamen. Während darin das Thema Tarifvertrag diesmal keine Rolle spielte, wurde es vor dem Verwaltungsgebäude umso heftiger debattiert.

Lautstarker Protest: Naunhofs städtische Angestellte fordern, nach 22 Jahren wieder nach Tarif bezahlt zu werden.
 

Quelle: Roger Dietze

Naunhof.  Zum wiederholten Mal mit einem ohrenbetäubenden Trillerpfeifenkonzert empfingen die städtischen Bediensteten am Donnerstagabend die Naunhofer Stadträte vor dem Rathaus der Parthestadt, in dem diese zu ihrer Februar-Stadtratssitzung zusammenkamen. Während darin das Thema Tarifvertrag diesmal keine Rolle spielte, wurde es vor dem Verwaltungsgebäude umso heftiger debattiert.

„20 Jahre an uns gespart – es reicht!“ stand auf einigen der von den Protestierenden in den Naunhofer Abendhimmel gereckten Transparente. Eine Forderung, hinter der auch Ute Gerhardt, Erzieherin in der Fuchshainer Kita „Weltentdecker“, steht. „Es wird Zeit, dass in Naunhof endlich Tariflöhne gezahlt werden, denn letzten Endes ist es auch eine Frage des Verdienstes, ob eine Erzieherin eine Stelle in einer der städtischen Kitas annimmt“, so die 59-Jährige, die seit 15 Jahren in Naunhof als Erzieherin tätig ist. Und die, hätte sie die Möglichkeit dazu, den Stadträten sagen würde, dass sie sich schämen sollten.

Weniger emotional fällt naturgemäß der Appell von Jürgen Kretzschmar, seines Zeichens Vorsitzender der Deutschen Verwaltungs-Gewerkschaft Sachsen (DVG), an die Naunhofer Stadträte aus. Gleichwohl fehlt es Kretzschmars Aussage nicht an Deutlichkeit. „Die Stadträte reden einfach nicht mit uns, aber verhandeln kann man eben nur, wenn man miteinander ins Gespräch kommt.“

Gesprochen über das Thema Tarifvertrag wurde bislang nur im Stadtrat. Ende Oktober vergangenen Jahres hatten die Abgeordneten mit der Begründung, sich einem hohen Druck ausgesetzt zu sehen, geheim über das Thema abgestimmt und eine Übernahme des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst, der für die parthestädtische Belegschaft seit 22 Jahren nicht mehr wirksam ist, mit großer Mehrheit abgelehnt. In den Sitzungen im November und Dezember wurde mit den Stimmen der Räte der Unabhängigen Wählervereinigung (UWV), der CDU, der Bürgerinitiative Naunhof (BiN), der Wählervereinigung Ammelshain sowie der FDP eine von Bürgermeister Volker Zocher (parteilos) gewünschte Aufhebung des im Oktober gefassten Beschlusses abgelehnt. Auch in der Januar-Sitzung fand sich keine Mehrheit dafür, den Oktober-Beschluss aufzuheben, den die zuständige Abteilung im Landratsamt mit der Argumentation abgelehnt hatte, dass keine Gründe ersichtlich seien, die eine geheime Abstimmung gerechtfertigt hätten.

Im Moment scheinen die Fronten festgefahren. „Wir wissen derzeit nicht, wann das Thema wieder auf die Tagesordnung des Stadtrates kommt, der Bürgermeister würde es jedoch ausdrücklich begrüßen, wenn sich einige Stadträte zu Gesprächen mit der Gewerkschaft bereiterklärten“, so Heike Thom aus der Geschäftsstelle des Stadtrates, die in Vertretung des DVG-Vorsitzenden Jürgen Kretzschmar als Streikleiterin fungiert. Dieser wiederum kündigte am Donnerstag an, dass man einen langen Atem haben werde. „Wie schnell wir zu einer Einigung kommen, wird maßgeblich von der Gesprächsbereitschaft der Stadträte abhängen“, so Kretzschmar, der ausdrücklich betont, dass sich der wiederholte Protest nicht gegen den Stadtrat richten würde, weil dies einer Gewerkschaft nicht zustehenden politischen Positionierung gleichkäme. „Wir fragen uns jedoch, ob ein gewähltes Stadtparlament einer Verwaltung verbieten kann, in Verhandlungen mit der Gewerkschaft einzutreten“, sagte der sächsische DVG-Vorsitzende, der ankündigte, dass man nicht das Feld räumen werde. Denn schließlich ginge es um durchschnittlich 160 Euro brutto mehr im Monat für jeden städtischen Angestellten.

Von Roger Dietze

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