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Rücktritt vom Rücktritt: Colditzer Feuerwehrleitung macht nun doch weiter

Stadtrat Rücktritt vom Rücktritt: Colditzer Feuerwehrleitung macht nun doch weiter

Im Frühjahr schrieb die LVZ, zwischen Stadtwehrleitung und Stadtverwaltung knistere es. Die Frage war, ob es ein Schwelbrand ist oder die Flammen doch höher schlagen. Stand jetzt: Das Feuer ist aus, jedoch sind – um im Bild zu bleiben – Brandwachen postiert, die ein neuerliches Aufflackern verhindern sollen.

Beim Feldbrand nahe Hohnbach sind die Colditzer Kameraden rasch zur Stelle.

Quelle: Robin Seidler

Colditz. Im Frühjahr schrieb die LVZ, zwischen Stadtwehrleitung und Stadtverwaltung knistere es. Die Frage war, ob es ein Schwelbrand ist oder die Flammen doch höher schlagen. Stand jetzt: Das Feuer ist aus, jedoch sind – um im Bild zu bleiben – Brandwachen postiert, die ein neuerliches Aufflackern verhindern sollen.

Die Nachricht ließ aufhorchen: Die Wehrleitung stehe für eine weitere Amtszeit nicht zur Verfügung. Da sich für die Neuwahl am 8. April kein Kandidat gefunden hatte, stand Ordnungsamtsleiter Silvio Gleffe auf dem Schlauch. Zwar war die Einsatzbereitschaft gesichert und machte die Leitung kommissarisch weiter – aber: Es herrschte Redebedarf.

„Es gab intensive Gespräche mit dem Rathaus“, bestätigt der stellvertretende Stadtwehrleiter Steffen Schmidt: „Wir haben schriftlich fixiert, was wir unter einer vertrauensvollen Zusammenarbeit verstehen.“ Daraufhin habe sich die Wehrleitung tief in die Augen geschaut und beschlossen, doch noch einmal zu kandidieren. Inzwischen wählten 28 Delegierte mehrheitlich die neue, alte Leitung: Stadtwehrleiter Robert Zillmann und die Stellvertreter Steffen Schmidt und Karsten Hellmig. Am Donnerstag soll der Stadtrat die Wahl absegnen, bevor Bürgermeister Matthias Schmiedel (parteilos) das Trio verpflichtet.

Vor einem Vierteljahr räumte Hauptamtsleiter Hans-Peter Kiesel gegenüber der LVZ „atmosphärische Störungen“ zwischen Rathaus und Feuerwehr ein. Seiner Meinung nach gehe es jedoch eher um Kleinigkeiten. Kleinigkeiten? Anderthalb Jahre und nach lebhaften Diskussionen erarbeitete die Stadtwehrleitung ihr Strukturkonzept. Die darin favorisierte Variante sieht eine langfristige Reduzierung von jetzt neun auf dann vier bis fünf Standorte vor. Was die Wehrleitung als Vertrauensbruch empfand: Dass der Bürgermeister zunächst hinter dem Konzept stand, auf der Ratssitzung jedoch einknickte und dagegen stimmte. Gleffe verteidigt seinen Dienstherrn: „Vor der Stadtratssitzung gab es damals noch den Stadtfeuerwehrausschuss. Dort wurden einzelne Stimmen gegen das Strukturkonzept laut. Um nichts übers Knie zu brechen, wollte der Bürgermeister das Thema von der Tagesordnung nehmen. Doch dazu kam es nicht und das Konzept fiel durch. Natürlich bedauerte er es, dass die Wehrleitung das Votum persönlich nahm.“ Gleffe schaut nun nach vorn und geht davon aus, dass der aktualisierte Feuerwehrbedarfsplan wie gefordert in einem Jahr vorliegt.

Unterdessen rätselt die Opposition, zu welchem Preis der Bürgermeister die Wehrleitung zur nochmaligen Kandidatur bewegen konnte. Manfred Heinz (FDP): „Sicher geht’s um Zustimmung zum Strukturkonzept, aber auch um nicht unerhebliche Investitionen in die Feuerwehr. Siehe Haushalts- und Finanzplan.“ Gleffe stellt klar: „Es gibt keine materiellen Zusagen. Es geht vielmehr darum, die Kameraden künftig in alle Entscheidungen hinsichtlich des Feuerwehrwesens einzubeziehen. Sie sollen sich nicht als fünftes Rad am Wagen fühlen.“

Stadtwehrleiter Zillmann betont gegenüber der LVZ, bei der Berechnung zur Altersentwicklung in den Wehren noch vergleichsweise optimistische Zahlen angesetzt zu haben: „Doch auch das ändert nichts an einer drohenden Überalterung. Darauf müssen wir im Strukturkonzept reagieren. Die Feuerwehr ist kein Kulturbeauftragter, sondern muss den Brandschutz sicherstellen. Bei über 200 Einsatzkräften kann es da nur um einen Konsens gehen.“ Er werde auf die Einhaltung des mit der Stadtverwaltung ausgehandelten Verhaltenskodex drängen. Falls sich das Rathaus nicht daran halte, würde die Leitung vorzeitig zurück treten.

Von Haig Latchinian

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